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© Philip Lange, 123RF

Offroad-Navi auf Linux-Basis im Eigenbau

Abseits der Piste

Ein alter EeePC mit Linux macht als Basis für ein leistungsfähiges Offroad-Navi eine gute Figur. Beim Zusammenstellen der weiteren Komponenten gilt es aber, einiges zu beachten.

Offroad-Navigation ist die Kunst, abseits der Straßen zu wissen, wo Sie sich befinden und wohin die Reise geht. In bestimmten Situationen ermöglicht erst diese Fähigkeit das Überleben. Deshalb gehören verlässliche Hardware und Software zu den wichtigsten Voraussetzungen für Menschen, die sich in unbekannte oder wenig befahrene Gebiete wagen.

Lösungen von der Stange kosten allerdings viele Hundert Euro. Anders als bei einer Sahara-Fahrt erscheint das für einen Trip in die etwas dünner besiedelten Gebiete Europas eine teure Angelegenheit. Mit etwas Know-how bauen Sie selbst ein preisgünstiges und robustes System zusammen, das den Anforderungen an einen Trip abseits der Straßen genügt.

Mit Linux existiert ein Betriebssystem, das an Stabilität schwer zu überbieten ist und sich deshalb als ein guter Kandidat für eine Computerlösung rund um das Problem der Navigation in der Einöde erweist. Und wer je auf einer Schotterpiste unterwegs war, der weiß, dass eine hohe mechanische Stabilität der Komponenten dringend notwendig ist.

Im konkreten Fall fiel die Wahl auf einen GPS-Empfänger, der mittels USB-Kabel an einem ausrangierten Netbook hängt, das wiederum auf einem Halter im Auto thront. Die Konstellation erlaubt einen Blick auf die Karte, ohne dass die Aufmerksamkeit des Fahrers sich weit vom Geschehen vor der Motorhaube entfernt.

GPS-Empfänger

Der GPS-Empfänger kommt im Normalfall in einem Aussehen daher, das grob an eine Computermaus erinnert (Abbildung 1). Im Körper der "Maus" befinden sich die Antenne und der GPS-Empfänger, den Sie über das USB-Kabel an das Netbook anschließen [1]. Über dieses Kabel erhält der Empfänger seine Energie und überträgt die Daten [2]. Um die Zusammenarbeit mit der Kartensoftware QLandkarteGT zu ermöglichen, sollte der Empfänger in der Lage sein, Daten entsprechend der NMEA-0183-Protokolle abzugeben.

Abbildung 1: Ein GPS-Empfänger wie der NL-402U von Navilock geht für rund 40 Euro über den Ladentisch. Der USB-Anschluss übernimmt die Zufuhr der Energie und den Datentransfer via NMEA-Protokoll. (Bild: Navilock)

GPS-Empfänger in der Bauform eines USB-Sticks eignen sich für den Einsatz im Auto nur bedingt: Das Netbook sollte im Kfz in Sichtweite des Fahrers platziert sein, während der GPS-Empfänger in der Nähe eines Fensters, im Regelfall an der Frontscheibe, am besten aufgehoben ist. Ein USB-Stick ließe sich über ein entsprechendes Kabel verlängern, die GPS-Mäuse haben aber meistens eine magnetische Unterseite und haften somit an der Karosserie des Wagens.

Computer

Für den Einsatz im Auto eignet sich ein Netbook mit einem 10-Zoll-Display. Das ist groß genug, um die Karten zu erkennen, und ähnelt in der Diagonale kommerziellen Navigationssystemen. Größere Displays zeigen bei unwegsamen Passagen schnell mechanische Probleme und nehmen im Fahrgastraum zu viel Platz ein.

Als geradezu idealer Rechner erweist sich der klassische EeePC von Asus (Abbildung 2). Er ist äußerst robust, hat die geforderte Größe und verfügt über eine SSD statt einer Festplatte. Allerdings hat Asus das Konzept auf Druck der Windows-Klientel aufgegeben, es kamen recht schnell wieder Festplatten in den Geräten zum Einsatz – die SSD besaß nicht die erforderliche Speicherkapazität für Microsofts Platzfresser. Später kamen andere Hersteller mit einem ähnlichen Konzept auf den Markt, Stichwort: Chromebook.

Abbildung 2: Der klassische Asus EeePC erweist sich als idealer PC für die Navigation im Auto: Er hat die richtige Größe, kommt mit einer Versorgungsspannung von 12 Volt klar und bringt dank der SSD die nötige Robustheit für den Einsatz abseits der Straßen mit.

Dazu kommt ein SD-Karten Slot an der rechten Seite des Netbooks, der es ermöglicht, den Speicher zu erweitern und so ein anderes als das betagte und nicht mehr unterstützte native Linux-System zu installieren. Wie das geht, zeigt ein Artikel in der nächsten Ausgabe von LinuxUser.

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