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© Natalia Lukiyanova, 123RF

Mails bearbeiten mit Geary

Im Dialog

Die vielfach totgesagte elektronische Korrespondenz erfreut sich bester Gesundheit – da passt es, mit einem neuen Client ein zeitgemäßes Werkzeug für die Mails aus der Taufe zu heben.

In den vergangenen Jahren schien der Siegeszug webbasierter Mail-Dienste nicht mehr aufzuhalten zu sein. Immer mehr Nutzer erledigten die elektronische Post direkt im Browser und verzichteten auf den Einsatz eines speziellen Client-Programms. Da verwundert es wenig, dass die Arbeit an vielen Mail-Clients zum Erliegen kam – ein Trend, der alle Betriebssysteme gleichermaßen betrifft.

Inzwischen haben aber einige Programmierer wieder den Mut gefunden, an solchen Tools zu arbeiten. Gründe für deren Einsatz gibt es ja reichlich: Zum Beispiel das engere Verzahnen mit dem Betriebssystem oder der Vorteil, eine einheitliche Oberfläche für verschiedene Konten zu nutzen. Die Zeichen stehen gar nicht schlecht, dass dem klassischen Mailer eine Renaissance bevorsteht. Interessante neue Applikationen wie Geary [1] dürften dazu beitragen.

Die Entwickler von Geary sind in der Szene keine Unbekannten: Von ihnen stammt auch Shotwell [2], eine beliebte Bildverwaltung für Gnome. Bei Geary setzten die Entwickler auf Crowdfunding, um die Arbeit zu finanzieren. Das Ziel scheiterte zwar, die Entwickler machten sich aber dennoch unverdrossen ans Werk [3]. Der Kasten "Installation" beschreibt, wie Sie die stets neueste Version auf Ihrem System integrieren.

Installation

Um die aktuellste Version von Geary zu installieren, geben Sie die Befehle aus Listing 1 ein. Der erste legt die neue Paketquelle an, die beiden folgenden binden deren Inhalt ein und richten Geary auf dem System ein.

Listing 1

$ sudo add-apt-repository ppa:yorba/ppa
$ sudo apt-get update
$ sudo apt-get install geary

Assistent

Geary ist für die drei größten und bekanntesten kostenlosen Mail-Anbieter vorbereitet. Senden und empfangen Sie Ihre Nachrichten über Google Mail, Yahoo oder Outlook.com (ehemals Hotmail), dann haben Sie das Konto mit wenigen Mausklicks eingerichtet. Dazu starten Sie das Programm wie gewohnt über die Dash. Sie sehen einen noch leeren Dialog.

Im Listenfeld wählen Sie zunächst den Anbieter aus. Danach füllen Sie die weiteren Felder aus (Abbildung 1). Die Mailadresse tragen Sie genauso ein, wie Sie sich beim Dienst anmelden. Sobald Sie fortfahren, stellt Geary die Verbindung zum Server her, und das Konto sollte direkt aktiv sein und funktionieren.

Abbildung 1: Nutzer von Google Mail oder Hotmail brauchen nur wenige Angaben im Assistenten zu hinterlegen und erhalten sofort Zugriff auf ihre Mails.

Nutzen Sie einen eigenen Server oder einen Provider, der sich nicht in der Liste findet, entscheiden Sie sich im Listenfeld für Andere. In diesem Fall geben Sie die Details für den Zugang manuell ein.

Eigener Server

Geary arbeitet prinzipiell nur mit Anbietern zusammen, die den Zugriff auf die Nachrichten per IMAP gewähren. Das ist die modernere Form, Mails auf dem Server zu verwalten. Dabei bleiben alle Elemente solange auf dem Server, bis Sie sie von dort löschen.

Beim etwas in die Jahre gekommenen Verfahren POP3 holt der Client dagegen üblicherweise die Nachrichten vom Server ab und löscht diese dort nach dem Empfang. Dabei ist das Verschieben von E-Mails von einem Ordner in einen anderen auf dem Server nicht möglich.

IMAP bedeutet allerdings nicht, dass gar keine E-Mails oder Daten auf dem Rechner des Nutzers landen: Aus Gründen der Geschwindigkeit legen die meisten Mailprogramme lokale Kopien von Nachrichten und Anhängen an.

Wenn Sie einen individuellen Zugang einrichten wollen, vergeben Sie im Dialog einen sogenannten "Nickname". Dieser kommt bei Geary zum Einsatz, um die Konten zu unterscheiden. Im Hauptbereich des Fensters hinterlegen Sie die Details für den Server (Abbildung 2). Dazu gehören der Hostname, eventuell das genutzte Verfahren zum Verschlüsseln der Kommunikation zum Server sowie die Informationen zum Anmelden. Verlassen Sie den Dialog über OK, um das Einrichten abzuschließen.

Abbildung 2: Solange der Server das Protokoll IMAP versteht, besteht die Möglichkeit, ihn mit der aktuellen Version von Geary zu nutzen.

In diesem Zusammenhang sicherlich von Interesse ist die Frage, wo Geary die Zugangsdaten für die Konten ablegt. Ein Grund zum Misstrauen besteht allerdings nicht: Das Programm speichert die Zugangsdaten nicht etwa offen oder in Form von Konfigurationsdateien ab, sondern setzt als Programm für den Gnome-Desktop auf die darin enthaltene Schlüsselverwaltung.

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