LAB in Gimp

Für das LAB-Modell gibt es bisher keinen direkten Farbwähler, jedoch für dessen Variante LCh, die Polarkoordinatenform von LAB.

Sie müssen den LCh-Farbwähler als Modul selbst übersetzen und installieren; den Quelltext dazu finden Sie in der Gimp-Registry [1]. Zum Einrichten des Moduls genügt in der Regel ein Aufruf von make install. Nach dem nächsten Start von Gimp erscheint der neue Farbwähler dann als zweiter Reiter (Abbildung 3). Alternativ finden Sie ihn auch im Dock.

Abbildung 3: Der LCh-Farbwähler bietet LAB in der Form von Polarkoordinaten an.

Für den direkten Einsatz von LAB stehen bei Gimp zwei Varianten zur Verfügung: Im Menü Farben lassen sich beliebige geladene Bilder in unterschiedlichen Farbmodellen darstellen und bearbeiten. Wählen Sie dazu unter Komponenten den Punkt Zerlegen ... (Abbildung 4).

Abbildung 4: Gimp erlaubt, Bilder anhand wichtiger Farbmodelle in Ebenen zu zerlegen.

Sie können nun in dem sich öffnenden Dialog das gewünschte Farbmodell aus einer Liste auswählen. LAB bewirkt hier, dass Gimp ein neues Bild mit drei Ebenen L, A und B erstellt, sofern Sie die voreingestellte Option In Ebenen zerlegen aktiviert lassen.

Jede dieser Ebenen können Sie nun separat bearbeiten, beispielsweise mit Malwerkzeugen oder dem Kurven- beziehungsweise Werte-Werkzeug. Das Ergebnis dieser Bearbeitung sehen Sie, sobald Sie mit Wieder zusammenfügen (unter Farben | Komponenten) das ursprüngliche Bild aktualisieren. Implizit arbeiten auch die anderen hier vorgestellten Werkzeuge auf diese Weise.

LAB in GMIC

Der Superfilter GMIC [2] bietet eine weitere Möglichkeit, direkt im LAB-Modus zu arbeiten. Die einzelnen Kurven beeinflussen Sie mit den drei Filtern unter Curves [Lab] unabhängig voneinander, wobei die Bedienung etwas Eingewöhnung erfordert: Sie müssen die Stützpunkte als Parameter angeben, statt sie direkt in der Vorschau mit der Maus setzen zu können (Abbildung 5).

Abbildung 5: Curves [Lab] erlaubt die getrennte Steuerung der LAB-Kanäle.

Dafür schreibt GMIC die gewählten Parameter direkt in den Ebenennamen, sofern Sie als Ausgabe Neue Ebene vorgeben. So lässt sich später genau nachvollziehen, was auf welche Weise verändert wurde. Einen Kanalmixer, wie ihn Gimp voreingestellt nur für RGB kennt, bietet GMIC als LAB-Mixer unter Colors ebenfalls an (Abbildung 6).

Abbildung 6: Der von GMIC bereitgestellte LAB-Mixer ähnelt dem klassischen Kanalmixer von Gimp, arbeitet aber im LAB-Modus.

Der Mixer bearbeitet die drei Eingabekanäle unabhängig, sodass sich die Helligkeiten aus dem a- und b-Kanal und die des L-Kanals individuell steuern lassen. Das geschieht über die jeweils vorhandenen Regler color contrast, color brightness und color smoothness. Unter Tones range stellen Sie vorab ein, für welche Teile des Bilds die getroffenen Einstellungen gelten sollen: Alles (All tones), Schatten, Mitten oder Lichter. Der Vorteil dieser Methode liegt in der leichten Bedienbarkeit.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 4 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Bilder im LAB-Modus entwickeln und bearbeiten
    Photivo schließt die Lücke zwischen RAW-Konvertern und einfachen Bildbearbeitungen. Damit macht es häufig das Nacharbeiten in anderen Programmen überflüssig.
  • Farben in LaTeX kreativ nutzen mit dem Paket Xcolor
    Mit dem Paket Xcolor treiben Sie es in LaTeX bunt: Die umfangreichen Möglichkeiten erlauben einen kreativen Umgang mit Farben.
  • Farbenspiel
    Zu helle, zu dunkle oder kontrastarme Bilder wirken wenig attraktiv und oft künstlich oder flau. Gimp bietet eine breite Palette an Werkzeugen, um solchen Mängeln abzuhelfen.
  • Von GIMP 1.2 zu GIMP 2.0
    Die Vorzeigeapplikation, wenn es um professionelle Grafikbearbeitung unter Linux geht, ist nach wie vor GIMP. Im Dezember soll die neue stabile Version 2.0 erscheinen. Die schon verfügbare Testversion gibt einen Vorgeschmack darauf, mit welchen Neuerungen zu rechnen ist.
  • Bildbearbeitung mit Gimp, Teil 1
    Wenn Sie nach Bildbearbeitung unter Linux fragen, werden Sie mit ziemlicher Sicherheit auf das Programm Gimp hingewiesen. Gimp – das steht für Gnu Image Manipulation Program – ist ein sehr flexibles Programm. Allerdings muss man erst einmal lernen, mit dieser Flexibilität umzugehen. Insbesonders, weil man als "Otto Normaluser" nirgendwo lernt, wie Bildbearbeitung generell funktioniert. Dies ist der Beginn einer Reihe, in der wir verschiedene Aspekte von Gimp betrachten wollen. Im ersten Teil möchte ich mich verschiedenen Werkzeugen und Auswahlen zuwenden.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 12/2016: Neue Desktops

Digitale Ausgabe: Preis € 5,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

Drucker Epson XP-332 unter ubuntu 14.04 einrichten
Andrea Wagenblast, 30.11.2016 22:07, 2 Antworten
Hallo, habe vergeblich versucht mein Multifunktionsgerät Epson XP-332 als neuen Drucker unter...
Apricity Gnome unter Win 10 via VirtualBox
André Driesel, 30.11.2016 06:28, 2 Antworten
Halo Leute, ich versuche hier schon seit mehreren Tagen Apricity OS Gnome via VirtualBox zum l...
EYE of Gnome
FRank Schubert, 15.11.2016 20:06, 2 Antworten
Hallo, EOG öffnet Fotos nur in der Größenordnung 4000 × 3000 Pixel. Größere Fotos werden nic...
Kamera mit Notebook koppeln
Karl Spiegel, 12.11.2016 15:02, 2 Antworten
Hi, Fotografen ich werde eine SONY alpha 77ii bekommen, und möchte die LifeView-Möglichkeit nu...
Linux auf externe SSD installieren
Roland Seidl, 28.10.2016 20:44, 1 Antworten
Bin mit einem Mac unterwegs. Mac Mini 2012 i7. Würde gerne Linux parallel betreiben. Aber auf e...