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© Mike Flippo, 123RF

Farbenspiel

Gimp: Farbmodelle sehen und verstehen

21.11.2013
Farbmodelle beschreiben Farben mathematisch – und daher eher unanschaulich. Gimp visualisiert mit zwei Tools die unterschiedlichen Farbmodelle und hilft damit, sie zu verstehen.

Farben lassen sich auf unterschiedliche Arten beschreiben und darstellen. Die Formen heißen etwas unscharf Farbmodelle oder Farbräume. So liefern und verarbeiten Kameras, Scanner und Monitore Farben als RGB-Datentripel. Der Drucker verwendet die CMYK-Komponenten, die direkt den vorhandenen Farbpatronen entsprechen. Gimp bietet noch das HSV-Modell, das dem menschlichen Farbempfinden besser als die zuvor genannten entspricht.

Farbmodelle beschreiben Farben mathematisch und bleiben daher für die meisten Anwender eher unanschaulich. Glücklicherweise bietet Gimp mit zwei Werkzeugen eine gute Möglichkeit, die unterschiedlichen Farbmodelle zu visualisieren und damit zu verstehen.

RGB, HSV, CMYK

Die drei Standard-Farbmodelle RGB, HSV und CMYK können Sie im Gimp-Farbwähler gut vergleichen. Standardmäßig zeigt die freie Bildbearbeitung dazu den Dialog aus Abbildung 1. Hier wählen Sie normalerweise zunächst in vertikalen Farbbalken eine Grundfarbe und anschließend im quadratischen Farbfeld den genauen Farbton.

Beobachten Sie dabei die rechts daneben angeordneten Regler: Diese zeigen den direkten Zusammenhang zwischen RGB- und HSV-Werten. Außerdem können Sie auch direkt die gewünschten RGB- oder HSV-Werte über die Regler einstellen beziehungsweise direkt eingeben. In jedem Fall bewirkt die Veränderung einer Komponente gleichzeitig Anpassungen bei den Werten des anderen Modells.

Abbildung 1: Die Farbmodelle RGB und HSV lassen sich im Farbwähler direkt miteinander vergleichen.

Um eine im gerade bearbeiteten Bild vorhandene Farbe zu analysieren, klicken Sie auf die kleine Farbpipette rechts neben der HTML-Notation. Sofort ändert sich der Mauszeiger entsprechend, und Sie können im Bild die gewünschte Farbe anklicken, die dann im Farbwähler erscheint.

Auch das CMYK-Farbmodell stellt Gimp im Farbwähler über den vierten Reiter zur Verfügung (Abbildung 2). Bewegen Sie einen der Regler im CMYK-Bereich oder in den HSV- beziehungsweise RGB-Komponenten, wirkt die Änderung auf alle anderen Farbeinstellungen.

Abbildung 2: CMYK-Farben erlaubt GIMP ebenfalls im Farbwähler auszuwählen und einzustellen.

Farbmodell LAB

Das abstrakte Farbmodell LAB wurde bereits vor 40 Jahren entwickelt, um Farben unabhängig vom darstellenden Gerät zu definieren und um eine wesentliche Eigenheit des menschlichen Farbempfindens abzubilden: Es stellt Farben so dar, dass es als gleich empfundene Unterschiede auch möglichst ähnlich beschreibt. LAB stellt darüber hinaus auch alle theoretisch möglichen Farben dar, nicht nur die von Menschen wahrnehmbaren.

Dementsprechend handelt es sich um ein abstraktes, nur begrenzt anschauliches Farbmodell. L steht für die Leuchtkraft ("luminance"), die Farbkomponente zwischen Rot und Grün stellt die A-Achse dar, die zwischen Blau und Gelb die B-Achse. Interessanterweise lassen sich mit diesem Farbmodell alle in RGB oder CMYK darstellbaren Farben definieren – und dazu noch eine ganze Reihe weiterer.

Die Besonderheiten von LAB führen dazu, dass Sie die Leuchtkraft völlig unabhängig von den Farbkomponenten in den Kanälen A und B steuern. Das bietet eine Reihe von Vorteilen, die andere Farbmodelle nicht aufweisen. Auch die Unabhängigkeit des B-Kanals lässt sich in der Praxis gut nutzen: Damit arbeiten Sie beispielsweise die oft problematischen Grüntöne von Blättern heraus, ohne andere Farben zu beeinflussen.

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