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© Almoond, 123rf.com

Ab in die Wolken

Die Cloud-Alternative Copy unter Linux

21.11.2013
Ähnlich wie Dropbox erlaubt es der kommerzielle Cloud-Speicher Copy, Daten sehr einfach zwischen dem Desktop-PC, dem Notebook und dem Smartphone zu synchronisieren oder mit Freunden zu teilen. Aber kann Copy den etablierten Anbietern dabei das Wasser reichen?

Cloud-Speicherdienste wie Dropbox oder Google Drive sind trotz der Abhörskandale rund um die amerikanische NSA oder das britische GCHQ sehr beliebt. Neben den beiden Platzhirschen gibt es noch jede Menge anderer Dienste, die um die Gunst des Kunden buhlen. Dazu gehört auch der Dienst Copy [1] des amerikanischen Netzwerk-Spezialisten Barracuda Networks [2].

Während Dropbox seine Nutzer mit Clients für alle gängigen Betriebssysteme versorgt, enttäuscht an dieser Stelle besonders Google seine User. Für Google Drive gibt es zwar Clients für Android, iOS, Mac OS X und Microsoft Windows, Linux bleibt aber – obwohl schon lange angekündigt – außen vor. Copy gehört ebenfalls in die Kategorie der Alleskönner; Clients gibt es sowohl für die drei großen PC-Betriebssysteme als auch für mobile Geräte unter iOS, Android und Windows Phone.

Speicher satt

Mit seinem kostenlosen Speicherangebot von 15 GByte übertrifft Copy die 2 GByte der Dropbox-Konkurrenz deutlich. Google bietet zwar ebenfalls 15 GByte Speicherplatz zum Nulltarif, doch dank der Promo-Aktion nach dem Motto "User werben User" lässt sich der kostenlose Speicher von Copy jedoch leicht ausbauen. Wer sich über einen Referrer-Link [3] einladen lässt, bekommt ebenso wie der Einladende 5 GByte geschenkt. So startet der Copy-Nutzer üblicherweise mit 20 GByte Online-Speicher.

Die in den Cloud-Speicher geladenen Dateien liegen nicht wie bei Dropbox im S3-Speicher der Amazon Web Services, sondern in eigenen Rechenzentren von Barracuda. Die Transport-Kommunikation zwischen Client und Server erfolgt SSL-verschlüsselt, die im Storage abgelegten Dateien chiffriert der Betreiber ebenfalls. Das Erzeugen eigener Schlüssel ist jedoch nicht möglich. So behält sich Copy den Zugriff auf die User-Daten vor. Der hauseigenen Privacy Policy [4] zufolge nutzt Copy diesen beispielsweise dafür, um mehrfach gespeicherte Daten zu deduplizieren. Gemäß des PATRIOT Acts muss die amerikanische Firma aber auch den US-Geheimdiensten Auskunft über die Inhalte des Cloud-Speichers erteilen.

Fair Storage

Das Volumen von Daten, die Sie mit anderen Benutzern teilen, wird bei Copy über die Accounts hinweg gesplittet. Teilen Sie also zum Beispiel einen 5 GByte großen Ordner mit fünf Kollegen, belastet das die einzelnen Accounts jeweils mit nur 1 GByte; Copy nennt dieses Prinzip Fair Storage.

Copy für Linux und Android

Wenn Sie die Copy-Seite von einem Linux-System aus öffnen, bietet das Portal direkt nach der Registrierung den Linux-Client zum Download an. Im Gegensatz zu Dropbox gibt es bei Copy weder DEB- noch RPM-Pakete, sondern lediglich ein TGZ-Archiv mit statisch kompilierten Binaries.

Die Installation beschränkt sich daher auf das Entpacken der Programmdateien. Am besten kopieren Sie diese ins Verzeichnis /opt des Systems. Damit Sie die Anwendung später ohne Pfadangabe aufrufen können, setzen Sie für jedes Copy-Tool einen Symlink in den Ordner /usr/local/bin (Listing 1).

TIPP

Unter Arch-Linux lässt sich der Copy-Agent im Gegensatz zu anderen Distributionen ohne viel Handarbeit direkt mit dessen Paketverwaltung aus dem AUR [5] (Arch User Repository) installieren.

Listing 1

$ wget https://copy.com/install/linux/Copy.tgz
$ sudo tar xzf Copy.tgz -C /opt/
# Auf 32-Bit Systemen:
$ sudo ln -s /opt/copy/x86/CopyAgent /usr/local/bin/
$ sudo ln -s /opt/copy/x86/CopyConsole /usr/local/bin/
$ sudo ln -s /opt/copy/x86/CopyCmd /usr/local/bin/
# Auf 64-Bit Systemen:
$ sudo ln -s /opt/copy/x86_64/CopyAgent /usr/local/bin/
$ sudo ln -s /opt/copy/x86_64/CopyConsole /usr/local/bin/
$ sudo ln -s /opt/copy/x86_64/CopyCmd /usr/local/bin/

Einen Eintrag im Startmenü erstellt die Anwendung nicht. Wie sie diesen manuell erzeugen, zeigt der Kasten "Startmenü-Eintrag erzeugen". In der Regel startet der Copy-Client allerdings sowieso beim Login automatisch. Zum erstmaligen Einrichten rufen Sie die Anwendung im Terminal auf, bei zuvor gesetztem Symlink reicht dazu der Befehl CopyAgent.

Startmenü-Eintrag erzeugen

Falls Sie Copy im Startmenü des Systems verewigen wollen, müssen Sie das manuell erledigen. Dazu benötigen Sie den Copy-Kranich [6] als Logo sowie eine .desktop-Datei, die Sie selbst anlegen. Dazu erzeugen Sie mit Root-Rechten die Datei /usr/share/applications/copy.desktop fügen dort die Zeilen aus Listing 2 ein. Copy sollte danach umgehend im Startmenü der Desktop-Umgebung auftauchen.

Listing 2

[Desktop Entry]
Name=Copy
GenericName=File Synchronizer
GenericName[de]=Datei Synchronisation
Comment=Sync your files across computers and to the web
Comment[de]=Synchronisiert Daten zwischen Ihren Rechnern und dem Web
Exec=CopyAgent
Terminal=false
Type=Application
Icon=/opt/copy/logo.png
Categories=Network;FileTransfer;
StartupNotify=false

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