Mondsüchtig

Standardmäßig zeigt Marble eine topografische Karte, wie Sie sie sich sicherlich noch aus dem Schulatlas kennen: Flüsse sind blau, Ebenen grün, große Städte mit einem kleinen Quadrat gekennzeichnet. Links unten im Hauptfenster finden Sie auf dem Register Legende noch einmal die Bedeutung aller Symbole und Farben. Dort können Sie die Bestandteile der Karte einzeln ausblenden lassen. Stören Sie etwa die Städtenamen, entfernen Sie den Haken vor Bewohnte Bereiche. Sollen die eingezeichneten Breiten- und Längengrade verschwinden, klicken Sie auf Koordinatensystem.

Sie können dem Globus noch andere Karten überstülpen, wie etwa eine Straßenkarte. Dazu öffnen Sie links unten im Hauptfenster das Register Kartenansicht und wählen eine andere Karte aus. Die Straßenkarte verbirgt sich hinter OpenStreetMap (Abbildung 3). Wie der Name andeutet, stammen die Daten vom OpenStreetMap-Projekt [2] – der Rechner benötigt folglich eine Internet-Verbindung, damit Sie die Karte sehen können.

Abbildung 3: Marble projiziert die "platte" Straßenkarte von OpenStreetMap auf den Globus, was wiederum zu verzerrten beziehungsweise verwaschenen Texten führt.

Beim Navigieren dauert es zudem immer einen kleinen Moment, bis Marble die Darstellung aktualisiert hat. Gleiches gilt auch für die Karten mit den durchschnittlichen Niederschlägen. Die Satellitenansicht zeigt nicht etwa ein aktuelles Bild der Erde, sondern basiert auf Aufnahmen der NASA aus dem Jahr 2004 [3]. In dieser Darstellung sehen Sie auch eine Wolkendecke, die Sie über Ansicht | Wolken verschwinden lassen können.

Zu guter Letzt zeigt Marble nicht nur die Erde, sondern auf Wunsch auch den Mond. Dazu stellen Sie auf dem Register Kartensicht die Ausklappliste Erde auf den Mond um. Neben diesen vorhandenen Karten können Sie noch viele weitere herunterladen. Dazu rufen Sie den Menüpunkt Datei | Karten herunterladen auf. Marble bietet Ihnen jetzt einige weitere, exotische Karten an. Darunter finden sich unter anderem historische Globen, eine Karte mit den Klimazonen der Erde und sogar Darstellungen von Saturn und Mars. Sobald Sie sich für eine Karte entschieden haben, klicken Sie auf Installieren, anschließend steht sie im Register Kartenansicht zur Verfügung.

Spürhund

Suchen Sie einen ganz bestimmten Ort, dann tippen Sie seinen Namen links oben im Hauptfenster auf dem Register Suchen in das Eingabefeld ein. Schon während des Tippens bietet Ihnen Marble mögliche Stichwörter zur Auswahl an. Sobald Sie die Eingabetaste drücken oder einen der Vorschläge anklicken, präsentiert Ihnen die Liste unterhalb des Eingabefeldes alle Fundstellen und markiert diese gleichzeitig auf dem Globus.

Die Suchergebnisse sehen nur scheinbar etwas merkwürdig aus: So fand Marble München auch in Hutthurm im Landkreis Passau und in Bad Berka im Landkreis Weimarer Land (Abbildung 4). Dort gibt es tatsächlich Orte mit dem Namen München – googeln Sie spaßeshalber einmal danach. Mit einem Klick auf das richtige Suchergebnis springt Marble zum entsprechenden Ort, wobei die Zoomstufe erhalten bleibt.

Abbildung 4: München ist überall …

Mit einem Klick auf das Haussymbol in der Navigationsleiste kehrt Marble wieder zur Ausgangsansicht zurück. Das ist beispielsweise dann nützlich, wenn Sie sich in der Sahara verfranzt haben. Unter OpenSuse 13.1 liegt dieser Ausgangspunkt fast 10 000 km über Europa (wie in Abbildung 1). Wenn Sie einen anderen Ort vorgeben möchten, stellen Sie ihn im Hauptfenster an und rufen dann Lesezeichen | Heimatort setzen auf.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 6 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Meine kleine Welt
    Google Earth ist toll – so lange man eine Grafikkarte mit 3D-Unterstützung in seinem Rechner hat. Dass man auch ohne 3D-Beschleunigung eine funktionierende Weltkarte programmieren kann, zeigt Marble.
  • Dreidimensionaler Atlas Marble
    Bislang zählt Geografie typischerweise nicht zu den Favoriten der Schüler. Dies könnte sich dank Marble und Linux ändern.
  • Das große Murmeln
    In den Repositories fast aller Distributionen schlummert ein kleiner Schreibtischglobus namens Marble. Fast unbemerkt ist er im Laufe der Zeit zu einer interessanten Alternative zu Google Earth herangewachsen.
  • Überarbeitete Marble-Website veröffentlicht

    Das Marble-Projekt hat seinem freien Kartenprogramm eine neue Homepage spendiert, die auch einen KML-Generator enthält.
  • Weltenforscher
    Eine Reihe von lokalen Programmen und Online-Services gestatten die interaktive Suche nach Orten und darüber hinaus die bequeme Routenplanung. Wir vergleichen Googles Service mit dem von OpenStreetMap.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 12/2017: Perfekte Videos

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

EasyBCD/NeoGrub
Wolfgang Conrad, 17.12.2017 11:40, 0 Antworten
Hallo zusammen, benutze unter Windows 7 den EasyBCD bzw. NEOgrub, um LinuxMint aus einer ISO Dat...
Huawei
Pit Hampelmann, 13.12.2017 11:35, 2 Antworten
Welches Smartphone ist für euch momentan das beste? Sehe ja die Huawei gerade ganz weit vorne. Bi...
Fernstudium Informatik
Joe Cole, 12.12.2017 10:36, 2 Antworten
Hallo! habe früher als ich 13 Jahre angefangen mit HTML und später Java zu programmieren. Weit...
Installation Linux mint auf stick
Reiner Schulz, 10.12.2017 17:34, 3 Antworten
Hallo, ich hab ein ISO-image mit Linux Mint auf einem Stick untergebracht Jetzt kann ich auch...
Canon Maxify 2750 oder ähnlicher Drucker
Hannes Richert, 05.12.2017 20:14, 4 Antworten
Hallo, leider hat Canon mich weiterverwiesen, weil sie Linux nicht supporten.. deshalb hier die...