Ausgangsmaterial

Die genannten Werkzeuge fördern Erstaunliches zutage: Das beginnt beim Namen des Herstellers der Kamera, der Identifikationsnummer des Geräts samt Version der Firmware und geht über die Bildgröße und Blende bis hin zu Angaben zum Auslösen des Blitzes.

Die Liste für die zu erstellende Landkarte umfasst drei Dinge – erstens die Reiseroute inklusive der Etappen, zweitens die Koordinaten der Wegpunkte und drittens die Aufnahmen, die entlang der bereisten Strecke entstanden sind. Für Ersteres genügt eine Textdatei mit den Ortsnamen oder markanten Punkten, die der Orientierung beim Erstellen der Karte dient.

Die Koordinaten der Wegpunkte zeichnen Sie am besten vorher mit einem GPS-Tracker über das Global Positioning System GPS auf. Damit erhalten Sie pro Wegpunkt neben dem Breiten- und Längengrad auch einen Zeitstempel sowie eine Höhenangabe. Aus diesen erfassten Daten erstellen Sie ein Streckenprofil, das Sie in einem Routenplaner wie Gpsies [10] hinterlegen. Mit welchen Werkzeugen Sie einzelne Strecken aufzeichnen, auswerten und nachbearbeiten, zeigt ein Artikel unserer Schwesterzeitschrift EasyLinux [11].

Wie bereits oben angerissen, verfügen die Digitalbilder über Metadaten – sogenannte Exif-Tags. Die Tabelle "Tags für Geodaten" zeigt die speziellen Einträge ("GPS-Tags"), die Sie zum geografischen Verorten benötigen. Eine ausführliche Übersicht zu den einzelnen Exif-Elementen mit GPS-Bezug finden Sie auf der TIFF Tag Reference [12] und der Webseite von Phil Harvey [13], dem Autor von Exiftool.

Tags für Geodaten

GPSInfo Haupttag
GPSLatitudeRef Breitengrad (Nord oder Süd)
GPSLatitude Breitengrad (Wert)
GPSLongitudeRef Längengrad (Ost oder West)
GPSLongitude Längengrad (Wert)
GPSAltitudeRef Höhe – über oder unter dem Meeresspiegel
GPSAltitude Höhenangabe (Wert)

Ob Bilddateien bereits Geoinformationen enthalten, finden Sie über den entsprechenden Eintrag im Bildbetrachter oder mit den beiden Programmen Exiftool und Grep über einen Aufruf aus der Kommandozeile heraus:

$ exiftool -s Bilddatei | grep -i gps

Darüber weisen Sie Exiftool an, in der ersten Spalte die Namen der Exif-Tags auszugeben. Mit einem nachfolgenden Grep filtern Sie aus dieser Liste alle Zeilen heraus, in denen die Zeichenfolge gps vorkommt. Die Option -i steht für "(case-)insensitive" und findet alle Treffer unabhängig von der Groß- und Kleinschreibung des Suchmusters.

Erfolgt keine Ausgabe, enthält die Datei keine Geoinformationen. Abbildung 2 zeigt hingegen das Ergebnis für eine Aufnahme mit den entsprechenden Angaben für Längen- und Breitengrad. Der Eintrag GPSMapDatum bezeichnet die verwendete geodätische Datenmenge des GPS-Empfängers und bezeichnet hier Tokio beziehungsweise WGS-84.

Abbildung 2: Ausgabe der Geoinformationen eines Bildes mit Exiftool.

Der Wert für die Höhe über dem Meeresspiegel (GPSAltitude) ist in der ausgewerteten Aufnahme bislang nicht gesetzt. Da obige Aufnahme auf einer Höhe von 493 Metern über dem Meeresspiegel erfolgte, bietet sich eine Ergänzung in den Metadaten an:

$ exiftool -GPSAltitude=493 Bilddatei

In diesem Aufruf übergeben Sie Exiftool die Höhenangabe einfach als Wert nach dem entsprechenden Tag und dem Gleichheitszeichen.

Geodaten ermitteln

Stecken die Informationen noch nicht in der Aufnahme und verfügen Sie über keine digitalen Trackdaten, ermitteln Sie diese von Hand und ergänzen dann die Aufnahmen. Für die Informationen zum Ort hilft häufig eine Abfrage über Geonames.org [14] weiter. Diese Datenbank beinhaltet alle öffentlich zugänglichen Namen von Orten, Regionen und Ländern und ermöglicht über den Webbrowser eine Volltextsuche.

Existieren Namen mehrfach, erscheint eine Liste mit den Suchtreffern zur weiteren Auswahl. Neben einer Referenz auf Google Maps erscheinen für jeden Eintrag eine Kurzbeschreibung sowie der Breiten- und Längengrad. Abbildung 3 zeigt das Ergebnis für Vaumarcus, den Veranstaltungsort der Debconf 2013.

Abbildung 3: Volltextsuche nach Ortsnamen über den Webbrowser via Geonames.org.

Das Gegenstück von OpenStreetMap heißt Nominatim [15] (lat.: "namentlich", "ausdrücklich"). Es kommt beispielsweise bei Wikipedia zum Einsatz, um Orte und Koordinaten einander zuzuordnen. Eine Anfrage wird dabei meist sehr ausführlich beantwortet. Abbildung 4 zeigt beispielhaft die Informationen zum Ausflugsziel "Blautopf" in der Schwäbischen Alb.

Abbildung 4: Suchergebnis auf Nominatim komplett mit Landkarte.

Bereits aufgezeichnete Wegstrecken – umgangssprachlich GPX-Tracks genannt – finden sich auf Gpsies.com, Waymarked Trails [16] und BBBike [17]. Gpsies.com liefert nur tatsächlich absolvierte Wegstrecken mit Bewertung und detaillierter Charakteristik der Route. Waymarked Trails enthält neben Wander- und Radwegen auch Routen für Inlineskater und Mountainbiker (Abbildung 5). BBBike bietet hingegen den direkten Vergleich von bis zu acht Kartenvarianten samt entsprechender Routen und variabler Karten (Overlays) für den Hintergrund (Abbildung 6).

Abbildung 5: Fahrradrouten am Genfer See.
Abbildung 6: Wander- und Fahrradstrecken am Bodensee.

Die Webseiten gestatten das interaktive Markieren einzelner Wegpunkte auf einer Karte über den Webbrowser. Diese Wegpunkte fassen Sie wiederum zu einer Route zusammen und exportieren diese als Textdatei im GPX-Format [18].

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Kommentare
Unbekannte Symbole in der Druckausgabe
Joachim Heuser (unangemeldet), Donnerstag, 05. Dezember 2013 01:23:07
Ein/Ausklappen

Sie sollten in der Druckausgabe (i.e. gedrucktes Linuxuser-Heft)
entsprechende Symbole erklären. Insbesondere meine ich hier
"linke rechte Klammer + Pfeil nach rechts".
Habe leider nicht die entsprechenden Symbole auf meiner Tastatur.

Mit dem Anti-Spam-Code klappt es daher auch nicht (MacOS-Tastatur)



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