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© Christos Georghiou, 123RF

Windows 8.1 unter VMware und Virtualbox

Virtuelles Duell

Windows-Gelegenheitsnutzern bietet eine virtuelle Maschine die ideale Lösung. Doch funktioniert Windows 8.1 auch in Virtualbox und VMware ohne Probleme?

Ganz ohne Windows ist das Leben zuweilen doch recht mühsam – nicht zuletzt deshalb, weil für einige Programme unter Linux einfach noch keine probaten Alternativen existieren. Wege aus dem Dilemma gibt es genügend. Der einfachste wäre, Sie starten die gewünschte Software unter Umgehung von Windows mit Wine. Allerdings funktionieren viele Programme dann nicht oder nicht vollständig. Als zweite Alternative kommt ein parallel installiertes System infrage. Das stellt für viele sicherlich die beste Lösung dar, hat aber den Nachteil, dass Sie jedes Mal das System neu booten müssen, wenn Sie ein Windows-Programm benötigen.

Den goldenen Mittelweg bieten virtuelle Maschinen, die Windows wie eine Applikation starten und sämtliche Funktionen des Systems zur Verfügung stellen. Inzwischen sind die Techniken der VMs so ausgereift, dass sich im Normalgebrauch kaum mehr ein Unterschied zwischen Windows in der virtuellen Maschine und auf einem physikalischen Rechner feststellen lässt. Eine Einschränkung bleibt allerdings: Für Spiele eignen sich virtuelle Maschinen nur bedingt; hier erscheint eine native Installation in den meisten Fällen als die bessere Wahl.

Die Protagonisten auf dem Markt für Desktop-Virtualisierung heißen Virtualbox [1] und VMware Workstation [2]. Ob und wie beide mit dem neuen Windows 8.1 kooperieren, untersuchen wir im Folgenden.

VMware

Im September legte der Hersteller VMware die zehnte Release seiner kommerziellen Software VMware Workstation auf. Der Preis für eine Neulizenz beträgt 225 Euro, das Upgrade kostet 110 Euro. Als eine der wichtigsten Neuerungen preist das Unternehmen die Unterstützung von Windows 8.1 an, ein entsprechendes Einrichtungsprofil fehlt jedoch noch. Im Test verwendeten wir das des Vorgängers Windows 8 in der 64-Bit-Variante (Abbildung 1).

Abbildung 1: Version 10 des VMware Desktops bietet lediglich das Profil für Windows 8 an, das im Test jedoch auch mit Windows 8.1 gut funktionierte.

Die anschließende Installation von Windows lief damit im Test ohne Probleme durch. Positiv fällt auf, dass Windows 8.1 bereits eine rudimentäre VMware-Unterstützung mitbringt: So wechseln Maus und Tastatur nahtlos in die virtuelle Maschine, sobald der Mauszeiger das Windows-Fenster berührt.

Erweiterungen

Um das volle Potenzial des Systems in der virtuellen Maschine auszuschöpfen, gilt es aber dennoch, die Gast-Erweiterungen nachzuinstallieren. Im gestarteten System klicken Sie dafür im Menüpunkt VM auf den Eintrag Install VMware Tools.... Damit hängt die Software in der virtuellen Maschine ein ISO-Image im DVD-Laufwerk ein, welches die Gast-Erweiterungen enthält.

Um die Installation zu starten, genügt es, darin auf setup zu klicken. Im folgenden Dialog legen Sie fest, welche Treiber und Funktionen Sie installieren möchten (Abbildung 2). Die Software bringt für so gut wie alle Bereiche des Systems speziell angepasste Treiber mit, die nicht nur das Handling deutlich verbessern, sondern auch die Performance erheblich steigern.

Abbildung 2: Die Gast-Erweiterungen von VMware bieten eine ganze Reihe zusätzlicher Treiber, die speziell der Kooperation zwischen Windows 8.1 und der virtuellen Maschine dienen.

Zu den Annehmlichkeiten zählt unter anderem die dynamische Größenanpassung des Gastes an das Format des ihn umgebenden Fensters. Sie aktivieren diese Funktion, indem Sie die Checkbox hinter dem Menüpunkt View | Autosize | Autofit guest aktivieren. Wählen Sie dagegen Center Guest, passt sich die Größe des Fensters künftig an die des Gastsystems an.

Möchten Sie direkt auf dem Linux-Desktop mit Windows-Applikationen arbeiten, dann nutzen Sie dazu den sogenannten Unity-Modus. Sie erreichen diesen über eine gleichnamige Schaltfläche in der Menüleiste. Er isoliert die laufenden Programme vom Windows-Desktop (Abbildung 3) und stellt sie auf dem von Linux dar. Damit Sie alle Programme von Windows erreichen, hat VMware einen eigenen Starter gebastelt, der beim Aktivieren von Unity oben rechts erscheint.

Abbildung 3: Wer es bevorzugt, seinen Linux-Desktop auch beim Gebrauch von Windows-Tools zu sehen, dem ermöglicht Unity das. Zusätzlich bietet dieser Modus einen Programmstarter, der Windows 8.1 inzwischen fehlt.

Allerdings funktioniert dieser Modus lediglich in der Desktop-Ansicht. Starten Sie ihn in der Kachel-Ansicht, erscheint diese bildschirmfüllend. Ganz optimal klappt der Unity-Modus aber auch mit dem Desktop nicht: Klicken Sie beispielsweise im Datei-Explorer auf ein Bild, öffnet sich eine bildschirmfüllende App und zeigt es an. Schließen Sie diese, gelangen Sie zunächst zu den Kacheln und erst dann wieder zum Desktop.

Ohne Fehl und Tadel funktioniert dagegen das Drag & Drop von Dateien vom Wirt- zum Gastsystem. Datentransfers in die Gegenrichtung funktionierten hingegen unter OpenSuse 12.3 überhaupt nicht. Besser verhielt sich Windows 8 bei der Zusammenarbeit mit der gemeinsamen Zwischenablage. Sowohl einzelne Dateien als auch ganze Verzeichnisbäume transferierte VMware Workstation problemlos vom Wirt zum Gast und zurück. Das klappt auch für Texte oder URLs, die Sie auf diesem Wege per Copy & Paste zwischen der virtuellen und realen Maschine tauschen.

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