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Professionell publizieren mit Uberwriter

17.10.2013 Der für Markdown optimierte Texteditor Uberwriter richtet sich primär an Vielschreiber. Er birgt viele interessante Funktionen und leistet Erstaunliches.

Mit Gedit ist unter Ubuntu ein solider Editor jederzeit nur einen Mausklick entfernt. Wenn eine Konfigurations- oder Textdatei zu bearbeiten ist, ruft das System als Standard diesen Editor auf. Warum also überhaupt wechseln, wenn doch alles funktioniert?

Mit Uberwriter [1] können Sie natürlich auch die Konfigurationsdateien oder Shell-Skripte bearbeiten. Doch das Programm wendet sich eher an alle Nutzer, die bewusst auf den Start einer Textverarbeitung verzichten oder Schreibarbeiten zu erledigen haben, für die sich LibreOffice und Konsorten nicht so gut eignen. Drehbücher, Dokumentationen oder auch Wiki-Artikel basieren oft auf einfachen Textdateien. Bei der Arbeit mit solchen Dokumenten arbeiten klassische Editoren viel schneller als jede Textverarbeitung. An Uberwriter fällt besonders seine besonders schlicht und elegant gestaltete Oberfläche auf.

Freemium-Produkt

Der Entwickler bietet die Software in zwei Varianten an. Das Software-Center von Ubuntu offeriert die aktuelle Version für 5 US-Dollar zum Kauf. Zu diesem moderaten Preis haben Sie die Chance, die weitere Entwicklung des Programms aktiv zu unterstützen. Der Kaufbetrag wandert aber nicht vollständig in die Taschen des Entwicklers, auch Canonical zweigt sich davon etwas ab. Mit einem Kauf unterstützen Sie also die weitere Entwicklung der Distribution. Wenn Sie das nicht wollen oder das Geld gerade nicht so locker sitzt, haben Sie auch die Möglichkeit, Uberwriter direkt über das Entwickler-PPA zu installieren. Dazu öffnen Sie ein Terminal und geben dort nacheinander die drei Befehle aus Listing 1 ein. Danach starten Sie die Software wie gewohnt über die Dash.

Listing 1

# sudo add-apt-repository ppa:w-vollprecht/ppa
# sudo apt-get update
# sudo apt-get install uberwriter

Konzentriert arbeiten

Nach dem Programmstart begrüßt Uberwriter Sie mit einer fast spartanischen Oberfläche. Wo andere Editoren mit Symbolleisten und Icons protzen, finden Sie hier nur eine unaufdringliche Fußleiste und ein über die Titelleiste erreichbares Menü. Wie es von einem Texteditor zu erwarten ist, suchen Sie vergeblich nach einer Funktion, um die verwendete Schriftart zu beeinflussen. Stattdessen beginnen Sie in einer nüchtern wirkenden Schriftart unmittelbar mit dem Texten.

Uberwriter kennt drei verschiedene Arbeitsmodi, zwischen denen Sie mit den drei Einträgen im linken Bereich der Fußleiste wechseln. Beim Focus Mode werden mit Ausnahme des gerade in Arbeit befindlichen Satzes alle anderen Textpassagen auf dem Schirm gedimmt. Das soll Autoren dabei helfen, sich ganz auf den nächsten Satz im Manuskript zu konzentrieren.

Dieser Modus lässt sich mit der Betriebsart Fullscreen kombinieren. Klicken Sie in der Fußleiste den entsprechenden Eintrag an oder drücken [F11], wechselt das Programm in die Vollbildansicht, wobei es alle anderen Bildschirmelemente überlagert. Diese besondere Form der Darstellung nennen Autoren auch gern ablenkungsfreies Schreiben oder auf Neudeutsch "distraction-free writing". Wer den Browser mit der geöffneten Facebook-Seite nicht sieht, der läuft auch keine Gefahr, sich die neusten Einträge anzusehen – so grob zusammengefasst die Idee hinter diesem Modus.

Markdown

Wenn Sie in Uberwriter ein Wort zwischen zwei Sternchen setzen, ändert sich plötzlich die Darstellung: Die so umrandete Passage erscheint nun in Fettdruck. Der Grund: Sie haben damit den Text in der Beschreibungssprache Markdown als "fett" gekennzeichnet.

Markdown gehört zu den sogenannten Markup-Sprachen. Deren bekanntester Vertreter, HTML, ist Ihnen ohne Zweifel ein Begriff. Auch Markdown-Dateien basieren auf reinem Text, in dem einige wenige Zeichenkombinationen die Aufgabe übernehmen, Passagen besondere Formate und eine Bedeutung zuzuweisen (Abbildung 1). Zur Ausgabe wird ein kleines Zusatzprogramm benötigt, das die Kennzeichnungen in der Textdatei auswertet und dann die Formatierungen sichtbar macht.

Abbildung 1

Abbildung 1: Ein Artikel in der Ansicht des Quellcodes im Markdown-Format.

Die Vorteile eines solchen Ansatzes: Während die Dateiformate anderer Programme mehr oder weniger Moden und Entwicklungsprozessen unterworfen sind, hat sich das reine Textformat über die Jahre gehalten. Selbst Textdateien, die vor 20 Jahren geschrieben wurden, lassen sich auch heute noch in lesbarer Form auf wirklich jeder Rechnerplattform ansehen. Textdateien beanspruchen zudem auch noch wenig Speicherplatz.

Die Markdown-Zusätze enthalten Informationen darüber, wie die markierten Passagen dargestellt werden sollen. Und da die Zahl der Kommandos recht überschaubar bleibt, können Menschen die Texte nach wie vor auch ohne Hilfsmittel gut lesen. Während Markdown auf Apple-Computern ein echtes Thema ist und dort eine Reihe von Editoren und Zusatzprogrammen angeboten werden, erobert sich die Markup-Sprache auf anderen Plattformen eher zäh ihren Platz. Uberwriter könnte das ändern.

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LinuxUser 05/2014

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