Auswahl

Um die wiederhergestellten Partitionen einzuhängen, installieren Sie über den Paketmanager das Programm kpartx (bei Ubuntu im gleichnamigen Paket) und setzen es dann auf die Image-Datei an:

# kpartx -a -v kopie.img

Das Werkzeug erstellt jetzt für jede Partition im Image eine eigene Gerätedatei unterhalb von /dev/mapper. Sie müssen in den angezeigten Informationen nur die Gerätedatei für Ihre Partition ablesen und diese dann per mount einhängen (Abbildung 7):

# mount -o loop,ro /dev/mapper/loop0p1 /mnt

Der Befehl aus diesem Beispiel hängt die erste Partition (loop0p1) aus dem Image in das Unterverzeichnis /mnt ein.

Abbildung 7: Kpartx macht die wiederherstellte, erste Partition über den Gerätenamen /dev/mapper/loop0p1 zugänglich.

Bitte lächeln

Fehlen – wie im Fall der Speicherkarte mit den Fotos – immer noch Dateien, hilft das Werkzeug Photorec weiter. Es versucht gelöschte Dateien wiederherzustellen, indem es auf dem kompletten Datenträger nach Lebenszeichen beziehungsweise typischen Erkennungsmerkmalen von Dateien sucht. Wie der Name andeutet, wurde es einst zur Wiederherstellung von gelöschten Fotos erfunden, kann aber mittlerweile auch viele andere Dateien zurückholen.

Photorec steckt in der Regel im Paket testdisk. Sofern Sie es noch nicht installiert haben, spielen Sie es via Paketmanager ein. Anschließend übergeben Sie dem Tool nur noch mit photorec kopie.img die Image-Datei. Photorec nennt Ihnen jetzt im oberen Teil des Bildschirms noch einmal das Image, das Sie mit der Eingabetaste bestätigen. Anschließend erhalten Sie eine Auswahl aller gefundenen Partitionen.

Abbildung 8: Photorec steuern Sie wie Testdisk mit den Pfeiltasten, die Eingabetaste wählt den markierten Punkt aus.

TIPP

In der Liste mit allen Partitionen zeigt Ihnen Photorec hinter [File Opt] alle Dateitypen an, die es wiederherstellen kann. Per [Quit] geht es wieder zurück.

Wählen Sie jetzt mit den Pfeiltasten die Partition aus, die Photorec durchsuchen soll, und drücken Sie die Eingabetaste. Als Nächstes wählen Sie das Dateisystem aus, das auf der Partition zum Einsatz kommt. Wenn Sie unsicher sind, können Sie die weiter oben vorgestellten Befehle fdisk und gdisk heranziehen. Im Fall der Speicherkarte mit den Fotos handelte es sich um FAT16, also wäre der Punkt [Other] richtig. Im nächsten Schritt aktivieren Sie [Whole]. Damit grast photorec die komplette Partition und nicht nur den leeren Speicherplatz ab.

Zum Schluss müssen Sie auf Ihrem Rettungs-Computer noch ein Verzeichnis auswählen, in dem Photorec alle gefundenen Dateien speichert. Unter Umständen stellt das Werkzeug gleich einzelne Dateien mehrfach wieder her. Im gewählten Verzeichnis sollte folglich genügend freier Speicherplatz zur Verfügung stehen. Wenn Sie ein passendes Verzeichnis gefunden haben, drücken Sie [C]. Photorec nimmt jetzt umgehend seine Arbeit auf. Je nach Größe der zu untersuchenden Partition kann dies einige Zeit in Anspruch nehmen. Sobald die Zusammenfassung erscheint, gehen Sie via [Quit] so lange zurück, bis sich Photorec beendet.

Anschließend steht noch etwas Fleißarbeit auf dem Programm: Photorec verteilt alle gefundenen Dateien noch einmal in mehrere Unterverzeichnisse mit teilweise kryptischen Namen. Aus denen müssen Sie wohl oder übel die vermissten Dokumente selbst herausfischen.

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