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Editorial 10/2013

02.10.2013

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

"Microsoft kauft Nokia" – diese Schlagzeile kam so wenig unerwartet, dass der bekannte Sysadmin-Kolumnist unserer Schwester Linux-Magazin, Charly Kühnast, daraufhin trocken "Redmond: Sack Reis umgefallen" bloggte [1]. Keine Frage, dieser Schritt Microsofts war seit Längerem abzusehen: Schließlich baut Nokia rund 80 Prozent aller Windows-Phones, ein weiteres Dahinsiechen des maroden finnischen Ex-Handy-Giganten hätte also die Mobil-Strategen in Redmond vor arge Probleme gestellt.

Ein Total-Plop der Windows-Phones wäre schon deshalb ärgerlich gewesen, weil Microsoft gerade erst seine PC-Anwender mit der "Modern UI" von Windows 8 gründlich verprellt hat, die man dem Desktop nur deshalb überzog, um krampfhaft ein einheitliches Windows-Aussehen auf Smartphone, Tablet und PC zu erzwingen. Schon jetzt reklamieren viele Windows-Nutzer, wenn sie Kacheln wollten, dann könnten sie auch ins Badezimmer gehen.

Microsoft kauft Nokia – OK, hier kauft ein Zwerg (Windows Phone: 2 Prozent Marktanteil) einen Winzling (Nokia-Smartphones: 1,2 Prozent). Charly Kühnasts Vergleich der jüngsten Microsoft-Erwerbung mit einem umgefallenen Sack Reis halte ich trotzdem für ein wenig kurzsichtig. Auch wenn sich Redmond bei Nokias Mobiltelefon-Sparte und den zugehörigen Patenten jetzt ausgesprochen preiswert bedient [2], spricht Vieles dafür, dass sich der Deal für den Software-Giganten langfristig eher als Schuss in den Ofen erweisen könnte.

Microsofts Ansporn, sich zunehmend als Komplettanbieter von Soft- und Hardware zu etablieren, lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Apple [3]. Allerdings wildert Redmond damit in fremden Revieren, in denen der klassischen Hardware-Hersteller, und das könnte sich schnell als Bumerang erweisen: Schon gerüchtelt es aus Fernost, ein ganze Reihe namhafter Kistenbauer plane, künftig Googles Chrome OS statt Windows als vorinstalliertes Betriebssystem auszuliefern [4]. Damit verlöre Microsoft sein wichtigstes Vertriebs- und Marketing-Instrument: Die geradezu zwanghafte Auslieferung von Windows mit so gut wie jedem neuen Rechner. Stattdessen erhielt jeder Kunde mit dem Neuerwerb Linux.

Dass Microsoft mit Windows 8 dem potenziell Backdoor-verseuchten TPM-2.0-Standard [5] zwanghaft Tür und Tor öffnet, fördert die Akzeptanz des Betriebssystems bei Unternehmen und dem Staat in Zeiten von Prism auch nicht gerade. All zu genaue Medienberichte darüber machen Microsoft derart nervös, dass es sofort auf juristischem Weg dagegen vorgeht [6]. Erfreulicherweise steht auch hier Linux diesmal genau rechtzeitig Gewehr bei Fuß: Gerade haben sowohl das Kubuntu-Projekt [7] als auch LibreOffice [8] bekannt gegeben, dass für ihre Software jetzt auf breiter Basis extrem erschwinglicher kommerzieller Support bereit steht. Damit löst sich endlich ein dicker Knoten, der bis jetzt die Verbreitung von Linux-Desktops in Unternehmen behinderte.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Nein, weder 2013 noch 2014 werden wohl das bereits x-mal ausgerufene "Jahr des Linux-Desktops". Aber nur selten im vergangenen Jahrzehnt standen die Chancen für Linux derart gut, die Dominanz Microsofts im Betriebssystem-Markt endlich nachdrücklich aufzubrechen – und das auch noch mit freundlicher Unterstützung direkt aus Redmond.

Herzliche Grüße,

Jörg Luther

Chefredakteur

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