Angetestet

Aktuelle Software im Kurztest

23.09.2013
In der übersichtlichen Oberfläche von <B>Bashstyle-NG 8.3<B> gestalten Sie komfortabel die Funktionen und das Erscheinungsbild der Shell.Auf mobilen Geräten und in abgeschlossenen Netzen bietet <B>Chrony 1.29<B> eine gute Alternative zu den gängigen Zeitserver-Lösungen.Mit <B>Darkstat 3.0.716<B> erfassen Sie den Durchsatz im Netz und visualisieren ihn dank integrierter HTTP-Engine auch online.Mit <B>Downtimed 0.6<B> überwachen Sie die Ausfallzeiten eines Systems ohne großen Aufwand und externes Monitoring.

Maßschneider

Die Bash markiert unter Linux den Quasi-Standard, wenn es um den Einsatz einer Shell geht. Sie verfügt über einen großen Funktionsumfang, der viel Raum für individuelle Konfiguration bietet. Das Tool Bashstyle-NG stellt eine grafische Oberfläche bereit, mit der Sie Ihre persönliche Konfiguration komfortabel anlegen. Zur besseren Übersicht fasst die Software alle Optionen in Kategorien zusammen, auf die Sie über Reiter zugreifen. Die Palette reicht von Alias-Definitionen bis zu Anpassungen von Stil und Farben.

Mit den Kategorien Stil und LS-Colors beeinflussen Sie das Erscheinungsbild der Shell direkt. So heben Sie verschiedene Dateiformate in der Ausgabe von ls farblich hervor oder gestalten den Prompt optisch um. Die Kategorie Advanced ermöglicht das Anpassen des Shell-Verlaufs wie das Rücksetzen der kompletten History oder das Löschen doppelter Einträge. Bei Bedarf stellen Sie hier die Größe des Verlaufs ein. Weitere Optionen erlauben die Konfiguration der Prompts PS2 bis PS4 oder von verschiedenen SHELLOPTS.

Das Tool ermöglicht darüber hinaus, einige Optionen der Editoren Vim und Nano einzustellen. So stellen Sie die Weite der Tabulatoren sowie die Länge der Zeilen hier ebenso einfach ein, wie Sie das Syntax-Highlighting oder die Zeilennummern aktivieren. Last but not least haben Sie in der Kategorie Custom die Möglichkeit, einen individuellen Prompt zu gestalten.

Bashstyle-NG 8.3

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://nanolx.org/nanolx/bashstyle-ng

Zeitgeist

Die richtige Systemzeit zu haben erweist sich besonders bei der Fehlersuche als unverzichtbar. Mit Chrony halten Sie die Zeit auf einem Rechner via NTP aktuell oder setzen bei Bedarf einen eigenen Time-Server im heimischen Netz auf. Die Suite besteht aus einer Kernkomponente, dem Daemon Chronyd, und den Client Chronyc.

Als Dienst gestartet gleicht Chronyd die Systemzeit permanent mit der Zeit der in /etc/chrony.conf angegebenen Zeitserver ab und justiert die lokale Zeit bei Bedarf. Das Archiv mit den Quellen enthält mehrere Beispiele für die Konfigurationsdatei, die als Vorlage dienen können. In chrony.conf legen Sie nicht nur die zu verwendenden NTP-Server fest, sondern grenzen auch den Adressbereich für den Zugriff auf das System via Allow/Deny-Parametern ein.

Zum Anpassen der Chronyd-Konfiguration im laufenden Betrieb steht Chronyc bereit. Das Tool eignet sich nicht nur, um die Zeit manuell zu setzen: Mit seiner Hilfe fügen Sie neue NTP-Server als Quellen hinzu oder entfernen andere. Außerdem steuern Sie den Zugriff von anderen Rechnern im laufenden Betrieb. Sämtliche Änderungen sind jedoch nur temporär und landen nicht in der Konfiguration. Nach dem Neustart läuft Chronyd wieder mit den in chrony.conf vorgegebenen Einstellungen.

Im Gegensatz zu anderen NTP-Diensten besteht bei Chronyd die Möglichkeit, den Zeitabgleich on- und offline zu schalten, ohne den Dienst zu deaktivieren. Damit eignet sich das Tool zum Einsatz auf mobilen Geräten wie Notebooks, die nicht permanent online sind. Setzen Sie standardmäßig auf Offline-Betrieb, verzögert das Tool den Systemstart nicht, obwohl es keinen Server im Internet findet. Es bietet sich an, den Befehl chronyc online mit dem Aktiveren von WLAN oder UMTS zu verknüpfen. Sie erhalten somit immer die aktuelle Zeit.

Chrony 1.29

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://chrony.tuxfamily.org

Statistiker

Mithilfe von Darkstat erfassen Sie statisch, wie hoch der Durchsatz im Netzwerk ausfällt. Der Paket-Sniffer liest dazu im Hintergrund auf definierten Schnittstellen mit. Wie die meisten Programme dieser Art schaltet er dazu die Hardware in den "Promiscous Mode", in dem sie den gesamten Verkehr mitliest. Möchten Sie dies nicht, schalten Sie das Verhalten mit dem Parameter --no-promisc ab. Weitere Parameter beschränken das Erfassen der Daten auf bestimmte Schnittstellen oder unterdrücken das Auflösen von IP-Adressen. Die gesamte Konfiguration erfolgt über Kommandozeilenparameter.

Eine Konfigurationsdatei kennt das Programm nicht. Fehlermeldungen und Warnungen reichen Sie mit --syslog an den Protokolldienst das Systems durch. Standardmäßig erzeugt das Programm seine Grafiken aus dem Live-Mitschnitt des Datenverkehrs. Mit dem Parameter -r liest es Dateien im PCAP-Format als Quelle ein – praktisch, wenn Sie ältere Tcpdump-Mitschnitte auswerten möchte.

Die von Darkstat erzeugten Grafiken zeigen den Datendurchsatz der letzten Minuten, Stunden, Tage oder Monate, falls der aufgezeichnete Zeitraum entsprechend lang ist. Daneben sehen Sie eine in einer Tabelle den Durchsatz für jedes Zielsystem. Um die Ansicht übersichtlich zu halten, besteht die Möglichkeit, mit dem Parameter --hosts-max die Zahl der zu überwachenden Rechner zu begrenzen. Mit einem Browser haben Sie komfortablen Zugriff auf die generierten Grafiken, da Darkstat diese dank einer eigener HTTP-Engine auf Port 667 bereitstellt.

Möchten Sie den Datenverkehr über einen längeren Zeitraum beobachten, speichern Sie mit --export die erfasste Daten beim Programmende und laden diese mit --import nach einem Neustart neu. Damit sind lückenlose Statistiken trotz Reboot möglich.

Darkstat 3.0.716

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://unix4lyfe.org/darkstat/

Schlafwächter

Die Laufzeit eines Rechners ermittelt das bekannte Uptime. Wer jedoch wissen möchte, wie lange ein System nicht aktiv war, der braucht eine externe Monitoring-Lösung – oder ein Tool wie Downtimed. Der Daemon arbeitet im Hintergrund, wobei er jeden Shutdown oder Systemabsturz erfasst und die zugehörigen Zeiten protokolliert. Dazu erzeugt das Downtimed eine Timestamp-Datei, deren Zeitstempel es in regelmäßigen Intervallen aktualisiert.

Standardmäßig geschieht das alle 15 Sekunden. Die Größe des Intervalls legen Sie beim Start des Dienstes mit dem Parameter -s nach Belieben fest, was Vor- und Nachteile birgt: Zu kleine Intervalle verursachen eine höhere Systemlast, zu große verfälschen die Berechnung der Downtime-Zeiten. Um genaue Werte zu erfassen, führt Downtimed nach jedem Aktualisieren des Zeitstempels ein fsync aus, was Sie über -S deaktivieren. Die Datei mit dem Timestamp legt Downtimed im Verzeichnis /var/lib/downtimed ab. Dort befinden sich auch Dateien, die die Software nur beim Systemstart oder beim Shutdown aktualisiert.

Um eine Liste der Standzeiten zu erhalten, steht das Programm Downtimes bereit, das dazu die Datenbank des Dienstes auswertet. Alternativ finden Sie entsprechende Einträge in der Log-Datei von Syslog. Um die aktiven und inaktiven Zeiten eines Systems automatisch zu erfassen, integrieren Sie Downtimed in den Init-Prozess. Das Verzeichnis start-scripts im Archiv mit den Quellen enthält hier zu die nötigen Skripte für alle gängigen Distributionen. Selbst eine XML-Datei für die Service Management Facility von Solaris ist enthalten. (agr)

Downtimed 0.6

Lizenz: BSD Revised

Quelle: http://dist.epipe.com/downtimed/

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 2 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

Kommentare