Leichtbauweise

Arch Linux strebt beim Thema Paketbau nach Einfachheit, dem erklärten Kernziel seiner Entwickler: Das Build System setzt auf die altbewährte Bash, und erschwert den Einstieg nicht durch unnötige Komplexität. Weitere Details zum Paketbauprozesses liefert umfassend und aktuell das Arch-Wiki [3] oder die Manpages zu makepkg und PKGBUILD.

Allerdings hält das Paketmanagement von Arch Linux beim Verwalten von Abhängigkeiten nicht mit seinen Geschwistern aus der Debian- und RPM-Welt mit: Beide Systeme klopfen beim Bau alle Binärdateien auf verlinkte Libraries ab, der Entwickler braucht nur in Ausnahmefällen Abhängigkeiten per Hand einzutragen. Arch-Pakete prüfen dagegen immer nur in PKGBUILD eingetragenen Abhängigkeiten, die Sie aber leicht mit Hilfe von Namcap [4] ermitteln.

Wer selbst übersetzte Pakete aus dem AUR auf seinem System installiert hat, ist mitunter auf das Problem gestoßen, dass ein solches Programm mit Meldungen wie libxxx.so.y.z: Kann die Shared-Object-Datei nicht öffnen abstürzt. Um solche unliebsamen Überraschungen zu vermeiden, die keineswegs immer gleich beim Start zu Tage treten, enthalten RPM- und Debian-Pakete Informationen zum so genannten Soname [5] der verlinkten Bibliotheken, die sich aus der an die Dateiendung .so angehängten Versionsnummer der Bibliotheksdatei ableitet.

Mit einer Veränderung des Sonames signalisieren die Entwickler der Bibliothek einen Bruch der Binärkompatibiltät, die ein Neukompilieren aller verlinkten Programmdateien erforderlich macht. Er steht in keinem direkten Zusammenhang zu den Releases einer Bibliothek. Darum hilft das Management der Abhängigkeiten in Pacman, das nur Paketversionen erfasst, hier nicht weiter.

In der Praxis sind Pakete unter Arch Linux daher meist überhaupt nicht an eine bestimmte Library-Version gebunden, denn ein Bruch der Binärkompatiblität bei neuen Versionen einer Bibliothek gehört eher zu den Ausnahmen als der Regel. Bei den offiziellen Repositories schützt ein gleichzeitiges Update aller Pakete aus dem immer im Zusammenhang getesteten Pool von Paketen vor dem beschriebenem Problem. Das gilt jedoch nicht bei selbst gebauten Paketen.

Fazit

Arch Linux gehört zu den wenigen Distributionen, die das Bauen von Paketen n nicht primär an den Anforderungen professioneller Maintainer ausrichten. Darum genügen für Archive der Marke Eigenbau ein Template und ein Editor, mit dem Sie Daten wie Paketname oder Version zu ergänzen. 

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