Aus der Quelle

Von den Elementen der Datei PKGBUILD, die den Paketbau selbst steuern, ist eine der wichtigsten Variablen das Array source, das alle für das Kompilieren und den Bau erforderlichen Dateien enthält. Das umfasst auch Dateien, die Sie über HTTP oder FTP erreichen.

Für den oft mehrerer Megabytes großen eigentlichen Quellcode sind in den offiziellen Repository und im Arch User Repository (AUR) lokale Dateien sogar verboten, damit das Arch Build System (Abs) und das AUR performant bleiben. Nur wenige Kilobytes große Dateien wie Patches, Icons oder Desktop-Dateien für Einträge im Startmenü dürfen direkt im selben Verzeichnis wie PKGBUILD liegen. In source referenzieren Sie diese lokalen Dateien mit dem bloßen Dateinamen.

Das Build-System prüft bei allen Dateien in source, ob es sich um ein Archiv in einem bekannten Format handelt und packt es gegebenenfalls aus. Die Befehle dafür braucht PKGBUILD also nicht zu enthalten.

Jedem Eintrag in source entspricht eine Checksumme in den Arrays md5sums, sha1sums, sha256sums, sha384sums oder sha512sums, die verhindert, dass der Online-Quellcode sich unbemerkt ändert. Die Prüfsummen entstehen mit Hilfe des Kommandozeilen-Tools mit dem Namen der Hash-Variablen. Jedes PKGBUILD muss sich für eine der genannten Alternativen entscheiden und die Checksummen in der gleichen Reihenfolge wie die Quelldateien in source auflisten.

Bleibt noch die Variable install, die auf ein Shell-Skript mit dem Funktionen pre_install(), post_install(), pre_upgrade(), post_upgrade(), pre_remove() und post_remove() verweist. Ist ein solches Skript angegeben, ruft Pacman es beim Installieren oder Deinstallieren auf.

Im Audacious-Beispiel (Listing 1) nimmt das Skript install nach dem Installieren, Upgrade oder Entfernen des Pakets ein Update der systemweiten Mimetype-Datenbank sowie des Gtk-Icon-Caches vor. Dabei braucht das Skript nur die tatsächlich benötigten Hooks zu enthalten. Er muss im selben Verzeichnis liegen wie PKGBUILD.

Arbeitstiere

Die Funktionen build() und package() leisten die eigentliche Arbeit beim Bauen des Pakets. In ihnen stehen die Befehle, die die Software kompilieren und in ein Unterverzeichnis relativ zum Home des Benutzers ("fake root") installieren. Diese Befehle fallen in der Regel für jede Software anders aus, obwohl oft der Dreischritt ./configure; make; make install zum Einsatz kommt.

Das bedeutet, dass Sie die Funktionen für jede Build-Datei neu schreiben müssen. Allerdings finden Sie unter /usr/share/pacman Templates, die nach Ausfüllen der Variablen für unkomplizierte Software direkt funktionieren.

Die Entwickler haben das Bauen und Kompilieren nicht ohne Grund in zwei Funktionen aufgeteilt: package() läuft in einer so genannten Fakeroot-Umgebung, in der die Funktion Dateien erstellen darf, die Root gehören. Das trifft aus Sicherheitsgründen auf fast alle Dateien in Programmpaketen zu. Verzeichnisse, für die nur Root Schreibrechte besitzt, bleiben ihr aber trotzdem verschlossen.

Das ist wichtig, falls ein aus dem Ruder laufender Prozess versucht, Dateien direkt im echten Root des Dateisystems zu installieren und dabei das System zu beschädigen. Insbesondere die Tests von configure schlagen allerdings in der solchen Umgebung zum Teil fehl. Deshalb gehören nur die Befehle, die die simulierten Root-Rechte wirklich brauchen, in die Funktion package().

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 7 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

Kommentare

Infos zur Publikation

title_2014_10

Digitale Ausgabe: Preis € 4,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Tim Schürmann, 24.06.2014 12:40, 0 Kommentare

Wer mehrere nützliche Live-Systeme auf eine DVD brennen möchte, kommt mit den Startmedienerstellern der Distributionen nicht besonders weit: Diese ...

Aktuelle Fragen

Windows 8 startet nur mit externer Festplatte
Anne La, 10.09.2014 17:25, 4 Antworten
Hallo Leute, also, ich bin auf folgendes Problem gestoßen: Ich habe Ubuntu 14.04 auf meiner...
Videoüberwachung mit Zoneminder
Heinz Becker, 10.08.2014 17:57, 0 Antworten
Hallo, ich habe den ZONEMINDER erfolgreich installiert. Das Bild erscheint jedoch nicht,...
internes Wlan und USB-Wlan-Srick
Gerhard Blobner, 04.08.2014 15:20, 2 Antworten
Hallo Linux-Forum: ich bin ein neuer Linux-User (ca. 25 Jahre Windows) und bin von WIN 8 auf Mint...
Server antwortet mit falschem Namen
oin notna, 21.07.2014 19:13, 1 Antworten
Hallo liebe Community, Ich habe mit Apache einen Server aufgesetzt. Soweit, so gut. Im Heimnet...
o2 surfstick software für ubuntu?
daniel soltek, 15.07.2014 18:27, 1 Antworten
hallo zusammen, habe mir einen o2 surfstick huawei bestellt und gerade festgestellt, das der nic...