Bibliotheken

Als normaler Seafile-Nutzer herrschen Sie lediglich über ihren persönlichen Arbeitsplatz. Standardmäßig landen Sie nach dem Login in der Übersicht ihrer Bibliotheken, die es auch erlaubt, neue anzulegen. Ein Reiter zeigt die Freigaben an, also Bibliotheken anderer Nutzer, für die Sie Lese- oder Schreibrechte besitzen (Abbildung 4). Der dritte Bibliotheksreiter enthält favorisierte Dateien.

Abbildung 4: Freigegebene Bibliotheken anderer Nutzer finden Sie unter dem Reiter "Freigaben".

Bibliotheken entsprechen Ordnern, die Sie – wie oben schon erwähnt – separat herunterladen und synchronisieren dürfen. Sie können auch mehrere Bibliotheken besitzen, die sie auf Ihrem lokalen Rechner verschiedenen Verzeichnissen zuordnen. Eine neue Bibliothek erstellen Sie durch Klicken auf den gleichnamigen Button. Daraufhin öffnet sich ein kleines Overlay-Fenster, das den Namen und eine Beschreibung für die Bibliothek abfragt.

Die Bibliotheken lassen sich beim Erstellen mit einem AES-128-Algorithmus verschlüsseln, später klappt das nicht mehr. Dazu setzen Sie das entsprechende Häkchen und geben das gewünschte Passwort zwei Mal an. Das Passwort wird nicht auf dem Server gespeichert, sondern verbleibt beim Nutzer und all denen, die an der Bibliothek teilhaben. Ein nachträgliches Ändern des Passworts lässt das Programm nicht zu.

Bewegen Sie den Mauszeiger über den Link zu einer Bibliothek, zeigt der Browser in der URL die zugehörige ID an, die Sie für den Kommandozeilen-Client benötigen. Nutzen Sie dagegen den grafischen Client, synchronisieren Sie die gewünschte Bibliothek einfach mittels des Herunterladen-Schalters mit den lokalen Datenbeständen. Die Bibliotheksübersicht erlaubt es auch, eine Bibliothek für andere Nutzer freizugeben oder sie zu löschen.

Innerhalb einer geöffneten Bibliothek lassen sich neue Dateien und Ordner auf dem Server anlegen, Dateien ohne Client hochladen oder einzelne Dateien verwalten. Sie dürfen sie herunterladen, freigeben, aktualisieren, löschen, umbenennen, verschieben oder kopieren (Abbildung 5). Anders als bei freigegebenen Bibliotheken benötigen die Nutznießer freigegebener Dateien oder Ordner keine ID: Sie bekommen per E-Mail einen Link zugesandt und dürfen die Datei anschließend herunterladen oder den Ordner öffnen. Dateien verschlüsselter Bibliotheken lassen sich auf diese Weise nicht freigeben. Die Applikation gestattet es auch, den Bearbeitungsverlauf einer Datei anzuzeigen und frühere Zustände wieder herzustellen.

Abbildung 5: Seahub erlaubt zahlreiche Ordner- und Dateioperationen, auch ohne laufenden Client.

Den Verlauf speichert Seafile nicht nur für einzelne Dateien, sondern auch für ganze Bibliotheken. Das Tool legt nach jeder Änderung einen Schnappschuss an, der es erlaubt, zu jeder Zeit einen früheren Zustand wieder herzustellen. Der Verlauf lässt sich in den Einstellungen der Bibliothek ändern, komplett ausschalten oder auf eine definierte Anzahl von Tagen einschränken.

Gruppen

Seafile eignet sich hervorragend als kollaboratives Werkzeug. Die Gruppenfunktion erlaubt es, problemlos verschiedene Personenkreise zu verwalten, Bibliotheken ohne großen Aufwand freizugeben oder Nachrichten zu versenden. Unter dem dafür vorgesehenen Reiter darf jeder Nutzer Gruppen anlegen beziehungsweise die ansehen, denen er selbst angehört. Letztere blendet Seafile auch auf dem Startbildschirm des Seafile-Arbeitsplatzes am rechten Bildschirmrand ein.

Ein Klick auf eine existierende Gruppe ermöglicht es, Bibliotheken oder ein Wiki für diese anzulegen, eine Diskussion zu starten, die Mitgliederliste einzusehen oder die Gruppe zu administrieren. Der letzte Punkt ermöglicht es, den Gruppen zusätzliche Mitgliedern und Admins hinzuzufügen. Das vereinfacht es, eine Bibliothek einer Gruppe zugänglich zu machen (Abbildung 6).

Abbildung 6: Beliebige Bibliothek geben Sie mit nur einem Mausklick allen Mitgliedern einer Gruppe frei.

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Kommentare
Es hat sich viel getan seit 2013
Ralf (unangemeldet), Sonntag, 05. November 2017 09:31:09
Ein/Ausklappen

Hallo!

Seafile hat sich in den letzten Wochen und Monaten unglaublich weiterentwickelt. Die Version 1.7 von damals ist nicht zu vergleichen mit der aktuellen Version 6.

Die aktuelle Seafile Version - auch die freie Community Variante - bietet:
* plattformübergreifende Synchronisation
* mobile Apps für iOS und Android
* verschlüsselte Bibliotheken
* Up- und Downloadlinks
* Dokumentenvorschau für Grafikformate (JGP, PNG, GIF) und PDF sowie, je nach Integration, auch Office Formate
* Online Dokumentenbearbeitung mit Web Office oder Collabora
* Einbindung von Ordnern als virtuelle Laufwerke
* Dateiversionierung
* AD/LDAP-Integration
* Zwei-Faktor-Authentifikzierung
* WebAPIs

Ein Beispiel für die Möglichkeiten der APIs gibts es auf www.privatecloud.de

Wir haben intern Benchmarks mit OwnCloud, NextCloud und Syncthing gemacht. Seafile war nicht nur schnell, sondern auch der zuverlässigste der 4 Probanden. (Teilweise waren die Ergebnisse für die zwei großen Platzhirsche sehr ernüchternd.)

Ich kann nur empfehlen, sich Seafile genauer anzuschauen.


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