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Websites bauen mit Quick'n Easy Web Builder

Baukasten

Der Quick'n Easy Web Builder erlaubt Webdesign in DTP-Manier, lässt sich via Ubuntu Software Center einfach in Betrieb nehmen und erlaubt auch Anwendern ohne HTML- und CSS-Kenntnissen das Entwerfen von Webseiten.

HTML-Editoren gibt es wie Sand am Meer. Schränkt man die Auswahl auf WYSIWYG-Editoren ein, wird die Luft aber schon dünner. Im August 2012 schaffte es der Quick'n Easy Web Builder – kurz QnEWB [1] – des Entwicklers Pablo van der Meer mit Platz 7 erstmals unter die Top 10 der kostenpflichtigen Ubuntu-Apps, wo er sich seitdem halten und sogar auf Platz 5 verbessern konnte. Angesichts der Tatsache, dass es zahlreiche konkurrierende freie HTML-Editoren gibt, spricht dieses Ranking dafür, dass zumindest zahlreiche Ubuntu-Nutzer das 19,99 US-Dollar (gut 15 Euro) teure Tool für besonders wertvoll halten.

Obwohl QnEWB über das Ubuntu Software Center verfügbar ist [2], handelt es sich keineswegs um speziell für Linux oder gar Ubuntu entwickeltes Software. Vielmehr zählt das Programm zu einer Reihe von Cross-Plattform-Anwendungen der Software-Schmiede Pablo Software Solutions [3], die alle das "Quick'n Easy" im Namen tragen. Dazu zählen beispielsweise auch je ein Web-, Mail- und FTP-Server, die sich durch eine besonders einfache visuelle Bedienung auszeichnen.

QnEWB orientiert sich am vom gleichen Entwickler stammenden, etwas umfangreicheren Windows-Tool WYSIWYG Web Builder [4] und weist auch Ähnlichkeiten mit iWeb für Mac OS X auf. Der Quick'n Easy Web Builder entstand ursprünglich für Windows als kompakte Variante des WYSIWYG Web Builder. Erst auf Drängen der jeweiligen Communities folgten dann nativen Linux- und Mac-Versionen. Bei der Linux-Version handelt es sich um eine GTK+-Anwendung – QnEWB ist also nicht plattformunabhängig, sondern "cross platform". So finden sich denn auch native Mac- und Windows-Version in allen einschlägigen Software-Katalogen.

QnEWB ausprobieren

Um QnEWB vor dem Kauf erst einmal auszuprobieren, laden Sie die aktuellste Version (zu Redaktionsschluss 1.6.5) als 30-Tage-Demo [5] von der Homepage herunter und entpacken das Archiv qnewb_linux.zip in ein Verzeichnis ihrer Wahl. Dann starten Sie das Programm mit einem Klick auf qnewb im Download-Verzeichnis. Ein Installieren im weiteren Sinn entfällt, da QnEWB alle benötigten Komponenten und Bibliotheken statisch linkt.

Die Trial-Variante weist gegenüber der Vollversion kaum funktionale Einschränkungen auf. Allerdings müssen Sie bei jedem Start im Registrierungsdialog das Verwenden der Trial-Version mit einem Klick auf die gleichnamige Schaltfläche bestätigen. Sie können die erzeugten Webseiten sogar problemlos online stellen, allerdings blendet die Demo-Version stets ein Demo-Logo (Built with Quick'n Easy Web Builder) links oben in die veröffentlichte Seite ein.

Für eine erste Schnellerkundung wählen Sie aus dem QnEWB-Menü den Punkt File | New site from template und experimentieren mit den mitgelieferten Vorlagen (Abbildung 1). Mehr als 100 weitere Vorlagen stehen auf der QnEWB-Template-Seite [6] zur Verfügung. Ferner gibt es noch eine Reihe von Erweiterungen [7], wie etwa die neue Online-Foto-Galerie [8], die allerdings mit der Trial-Version nicht funktionieren.

Abbildung 1: Für den Quick'n Easy Web Builder sind rund 100 Vorlagen verfügbar.

Der Aufbau des Programms gibt mit dem großen Gestaltungsbereich in der Mitte und der Toolbox links keine Rätsel auf. Ferner residieren rechts oben der Site Manager und rechts unten der Property Inspektor. Letzterer zeigt sämtliche Eigenschaften des im Arbeitsbereich markierten Objekts an und erlaubt deren Manipulation (Abbildung 2). Sowohl der Property Inspektor als auch Toolbox und Site Manager lassen sich auch abtrennen und frei am Objekt positionieren.

Abbildung 2: Im mit Abstand wichtigsten Arbeitsgerät, dem Property Inspektor, verknüpfen Sie Layout mit Daten oder nehmen individuelle Einstellungen vor.

Mithilfe der fünf Symbole oben rechts in der Werkzeugleiste blenden Sie Toolbox, Property Inspector und Site Manager auf Wunsch auch ganz aus, ebenso die Seitenlineale und Font-Menüs. Der Site Manager erlaubt im gewissen Umfang ein komfortables Bearbeiten der Seitenstruktur, inklusive des Klonen vorhandener Seitenstrukturen. Den ebenfalls verfügbaren Object Manager zum Verwalten von Bilder und Videos blenden Sie im Menü View ein, Ähnliches gilt für weitere Werkzeugleisten und Fenster.

Funktionen

Bei QnEWB handelt es sich um ein echtes WYSIWYG-Tool. Der Hersteller betont ausdrücklich, dass es sich nicht bloß um einen HTML-Editor handelt, sondern um einen HTML-Generator, der keinerlei Kenntnisse in HTML oder CSS voraussetzt. Vielmehr erstellen Sie Webseiten vollständig visuell via Drag & Drop durch das Platzieren von Text, Linien, Bildern, Slideshows, Galerien und Formularen. Dabei wählen Sie aus einer großen Anzahl von Formen und Gestaltungselementen. QnEWB dient also quasi einem Desktop-Publishing für Webseiten.

Der Code-Generator erzeugt laut Hersteller zeitgemäßen Code mit HTML4, XHTML, PHP und HTML5. Ferner unterstützt QnEWB per CSS3 Opacity [9], Box-Shadows, Border Radius ("runde Ecken") und Gradienten, was entsprechende CSS3-Generatoren [10] oder spezielle Gradient-Generatoren [11] überflüssig macht.

Zum einfachen Erstellen von Formularen bietet das Tool einen eingebauten Assistenten (Abbildung 3) sowie ein umfangreiches Repertoire an manuellen Gestaltungsmöglichkeiten. Diese finden Sie im Bereich Form der Toolbox am linken Bildschirmrand. Zu den angebotenen Elementen zählen auch Captchas (Abbildung 4) und ein Datei-Uploader.

Abbildung 3: Der Formular-Assistent von QnEWB bietet eine breite Auswahl an Formular-Typen.
Abbildung 4: Auch ein Captcha-Formular platzieren Sie in QnEWB einfach per Drag & Drop.

Zu gefallen wissen auch die sehr umfangreichen Grafikfunktionen für Formen aller Art, inklusive weit über 50 verschiedene Effekte wie Schatten, Reflexionen oder Wasserzeichen. Sie erschließen sich in der Regel über das Kontextmenü des betreffenden Objekts, bei Bildern etwa über die Image Effects

Abbildung 5: Die Bildbearbeitungsfunktionen und Effekte von QnEWB machen so manchem Grafikprogramm Konkurrenz.

Über das Kontextmenü Image Tools stellt QnEWB auch eine Reihe brauchbarer Bildbearbeitungsfunktionen zur Verfügung. Der eingebaute Gradient Manager erlaubt das einfaches Erzeugen beeindruckender Verlaufseffekte. Ebenfalls eingebaut sind Module für Slideshows, Fotogalerien, ein Logo Creator, Rollover Images sowie weit über 50 nützliche Javascript-Codeschnipsel, darunter Galerien, Texteffekte und Social-Media-Funktionen. Sie finden sich alle in der Rubrik Extra der Toolbox (Abbildung 6). Sogar rudimentäre E-Commerce-Funktionen via Paypal unterstützt QnEWB hier.

Abbildung 6: QnEWB erlaubt eine Auswahl aus über 50 vorbereiteten Javascript-Snippets.

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