In der Praxis

Im Test kam Writer2epub mit verschiedenen Texten zum Einsatz, wobei die Dateien zunächst in OpenOffice 3.4.1 formatiert wurden. Beim Umwandeln erzielte das Plugin recht brauchbare Ergebnisse: Einfache Texte ohne spezielle Formatierungen wie Fußnoten oder Inhaltsverzeichnis konvertiert es problemlos nach EPUB. Bei aufwendiger gestalteten Texten traten allerdings teilweise Fehler auf oder der Prozess brach ab.

Positiv fiel zunächst auf, dass das Plugin ohne Murren auch Bilder in das Dokument übernimmt. Diese sollten Sie jedoch im originalen OpenOffice-Dokument mittig anordnen, da sich Textteile sonst unter Umständen in der EPUB-Datei verschieben. Die Abbildungen dürfen dabei in verschiedenen Formaten vorliegen. Es spielt keine Rolle, ob es sich dabei um eine Strichzeichnung oder ein Farbfoto handelt. Lediglich auf die Dateigröße sollten Sie achten: Im Einstellungsdialog des Plugins finden Sie einen Eintrag Image Dimension Limit (Kb), hinter dem Sie bei Bedarf die maximale Größe eingebetteter Grafiken und Abbildungen definieren. Größere Werte bedeuten hier nicht unbedingt einen Vorteil: Je mehr Abbildungen Sie im Text einbauen, umso langsamer lädt das fertige Dokument.

Unformatierte, also im Txt-Format vorliegende Dateien übernimmt die Software problemlos. Auffallend ist bei der Anzeige solch einfacher Dateien in den gängigen EPUB-Readern, dass diese teils die Fonts falsch darstellen. So mutiert insbesondere im FBReader eine mit der Standardschrift Courier generierte Datei zu einem Dokument in Kursivschrift.

Da je nach Fenstergröße der Flattersatz das Lesen erschwert, empfiehlt es sich, das Dokument komplett im Blocksatz zu setzen. Dazu wählen Sie in OpenOffice die Standard-Formatvorlage. Diese bietet eine gut lesbare Serifenschrift, die Sie gemäß Ihren Wünschen in der Größe ändern. Besondere Absatzattribute wie Fettschrift, Kursivschrift oder Unterstreichungen sind möglich. Haben Sie alles angepasst, markieren Sie den kompletten Text und versehen ihn mit Blocksatz.

Beachten Sie, dass Sie keine automatische Silbentrennung verwenden dürfen, wenn Sie möchten, dass gängige Anzeigeprogramme die Datei korrekt wiedergeben. Eine in OpenOffice genutzte Trennfunktion bringt insbesondere den FBReader aus dem Tritt, der anschließend teilweise ohne Bindestriche trennt.

Bei den Schriften leistet sich der FBReader ebenfalls einen Fauxpas: Anstelle der in OpenOffice gewählten Serifenschrift zeigt das Programm das Dokument in einer serifenlosen Schrift an. Der in KDE integrierte E-Book-Viewer hingegen stellt die Schrift korrekt dar. Text mit Silbentrennung erscheint bei einem kleinen Anzeigefenster gelegentlich löchrig (Abbildung 2).

Abbildung 2: Durchaus professionelle EPUB-Wiedergabe im E-Book-Viewer von KDE.

Nach Fertigstellung der Formatierungen speichern Sie das Dokument im ODT-Format und generieren anschließend per Mausklick auf den linken Button das EPUB-Dokument. Die Software legt die Datei in Ihrem Arbeitsverzeichnis mit der Extension .epub ab.

Kontrolle

Nach mehreren Testläufen haben wir die mit Writer2epub generierten EPUB-Dokumente auf Syntaxfehler hin überprüft: Fehlerbehaftete Umsetzungen des EPUB-Standards führen zu unerfreulichen Ergebnissen auf Readern und bei PC-Programmen. Das International Digital Publishing Forum (IDPF) stellt online einen Validator bereit [5], der es erlaubt, einzelne Dateien auf Konformität zu überprüfen. Im Test wies von allen mit Writer2epub generierten Dokumenten lediglich ein einziges einen Fehler auf, der aber ohne Auswirkungen auf das Dokument blieb (Abbildung 3).

Abbildung 3: Writer2epub liefert standardkonforme Dateien ab.

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