Auf dem PC

Betreiben Sie Ubuntu Gnome allerdings nicht in einer virtuellen Maschine, sondern auf physischer Hardware mit funktionierendem OpenGL-Treiber, dann können und sollten Sie zügig auf Gnome 3.8 aktualisieren. Das gelingt über das Launchpad-PPA gnome3-team/gnome3 problemlos. Das Einbinden der Paketquelle erledigen Sie am schnellsten auf der Kommandozeile mit folgendem Befehl:

$ sudo add-apt-repository ppa:gnome3-team/gnome3

Ist das PPA einmal importiert, nehmen Sie die Aktualisierung auf Gnome 3.8 problemlos beispielsweise in Synaptic vornehmen (Abbildung 5). Hierzu genügt ein Klick auf Alle Aktualisierungen vormerken. Fühlen Sie sich auf der Kommandozeile wohler, dann nutzen Sie zum Update die beiden Befehle aus Listing 1.

Abbildung 5: Ein Update auf Gnome 3.8 ist mit dem Paketmanager schnell erledigt.

Listing 1

$ sudo apt-get update
$ sudo apt-get dist-upgrade

Fazit

Dass es mit Ubuntu Gnome wieder eine offizielle Ubuntu-Variante mit Gnome-Desktop gibt, interpretieren viele Unity-Kritiker als pikantes Zugeständnis von Canonical. Das ist es aber keineswegs, denn die Distribution stammt ja nicht von Canonical, auch wenn sie den Status eines offiziellen Derivats genießt. Zudem macht Gnome 3 ein Ubuntu-System im Vergleich zu Unity auch nicht unbedingt besser, sondern hebt bestenfalls dessen Attraktivität für die Zielgruppe der eingefleischten Gnome-Anwender.

Wer allerdings primär eine aktuelle Distribution mit Gnome-3-Desktop nutzen will, sollte vielleicht besser zu Fedora greifen, das dem Gnome-Projekt traditionell ebenfalls nahe steht und sich insbesondere in der jeweils "vorigen" Version (derzeit Fedora 17) als sehr stabil erweist, sofern sämtliche Updates eingespielt sind. Außerdem muss man sich hier nicht über unerwünschte Kaufvorschläge in der Desktop-Suche oder Werbeeinblendungen im Paketmanager ärgern.

Wie es in Bezug auf Canonicals eigenen Display-Server Mir mit Kubuntu und Ubuntu Gnome weitergeht, steht derzeit noch in den Sternen. Daher gilt in Bezug auf die Distribution mit den lustigen Tiernamen mehr denn je: Entweder Linux oder Ubuntu. Dass Mark Shuttleworth "sein" Ubuntu auf lange Sicht eher zu einem eigenen Betriebssystem ausbauen will als nur zu einem "besseren Debian", war im Grunde genommen von Anfang an klar. Daraus haben weder er noch seine Firma je einen Hehl gemacht. 

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