Ubuntu Gnome

Möchten Sie eine aktuelle Gnome-Version mit Ubuntu als Fundament nutzen, müssen Sie seit wenigen Wochen keinen größeren Aufwand mehr treiben, denn mit Ubuntu Gnome [4] steht seit "Raring Ringtail" erstmals wieder eine offizielle Ubuntu-Variante mit Gnome-Desktop zur Verfügung. Der Download gelingt am schnellsten von Canonicals Image-Server [5].

Inoffiziell gibt es Ubuntu Gnome unter der Bezeichnung "Ubuntu GNOME Remix" bereits seit der Version 12.10. Die Installation an sich unterscheidet sich nicht von jener von Ubuntu. Allerdings ist auch der Grafik-Stack (wie zu erwarten) nicht besser als unter Ubuntu und der Betrieb in einer virtuellen Maschine nach wie vor eine Zumutung: Bis das System auf Mausklicks reagiert, vergehen gefühlt Minuten.

Schuld ist der auf Llvmpipe basierende Ausweichmodus, der die Nutzung von Unity 3D oder Gnome 3.8 auf Systemen ermöglicht, auf denen kein OpenGL-Treiber zur Verfügung steht. Distributionen wie Ubuntu lassen die Grafik dann via Llvmpipe vom der CPU statt der GPU berechnen, woraus die unerträgliche Langsamkeit resultiert.

Der Einsatz von Llvmpipe mag für den nativen Einsatz eine praktikable Lösung darstellen, stößt aber in einer virtuellen Maschine an seine Grenzen. Ob bei Ihnen der Gallium-Llvmpipe-Treiber zum Einsatz kommt, finden Sie leicht heraus, indem Sie in den Systemeinstellungen Informationen | Grafik anklicken (Abbildung 1).

Abbildung 1: Ursache der virtuellen Langsamkeit ist Llvmpipe. Allerdings gibt es derzeit dazu keine Alternative, außer einem Umstieg auf KDE, Maté, LXDE oder XFCE.

In der virtuellen Maschine

Unabhängig vom Llvmpipe-Problem besteht die erste Amtshandlung beim Betrieb von Ubuntu Gnome unter VirtualBox im Installieren der VirtualBox-Gastsystem-Treiber. Diese sorgen zumindest für eine vernünftige Auflösung mit akzeptabler Farbtiefe und regeln das Problem "überschüssiger" Mauszeiger.

Im Test klappte das über Ubuntus Software-Center nicht: Es lief in der virtuellen Maschine nicht vernünftig und quittierte Startversuche mit der Meldung Es wurde ein Problem mit der Systemanwendung gefunden. Die Anwendung stürzte dann zwar nicht vollends ab, es ließen sich jedoch weder Paketquellen hinzufügen noch die Suchfunktion verwenden.

Zum Installieren der VirtualBox-Gastsystem-Treibers binden Sie entweder das vom Hostsystem zur Verfügung gestellte ISO ein und führen das Installations-Skript vom entsprechenden CD-Laufwerk aus (Abbildung 2), oder Sie greifen zur Kommandozeile und installieren die VirtualBox-Treiber direkt aus den Ubuntu-Paketquellen des Gastsystems (Abbildung 3):

$ sudo apt-get install virtualbox-guest-utils virtualbox-guest-dkms
Abbildung 2: Das obligatorische Installieren der VBox-Gastsystem-Treiber beim Betrieb in einer VM.
Abbildung 3: Die Vbox-Gastsystem-Treiber finden sich auch in den Ubuntu Paketquellen.

Bei der Gelegenheit empfiehlt es sich, auch gleich den GTK-Paketmanager Synaptic mit apt-get install synaptic zu installieren und mit apt-get upgrade gegebenenfalls erste Aktualisierungen einzuspielen. Der Default-Kernel ist mit der Versionsnummer 3.8.0-19 auf einem recht aktuellen Stand.

Für die Gnome Shell an sich gilt das nicht, denn diese trägt noch die Versionsnummer 3.6 (Abbildung 4), obwohl bereits seit Ende März Gnome 3.8 verfügbar ist. Der Grund dafür dürfte wohl darin liegen, dass Gnome 3.6 noch den Fallback-Modus besitzt, dessen Code die Entwickler aber nicht mehr weiter pflegen wollten und in Gnome 3.8 vollends entfernt haben.

Abbildung 4: Ubuntu Gnome basiert noch auf der Version 3.6 der Gnome Shell.

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