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Zwerg mit Power

Jetway Mini-PC JBC362F36W im Kurztest

21.06.2013
Der Jetway Mini-PC beansprucht kaum mehr Platz als ein Taschenbuch, glänzt dabei aber durch hervorragende Leistungsdaten.

Kompakt gebaute und technisch abgespeckte PC-Systeme haben als Thin Clients in Netzen viele Jahre lang ein Nischendasein geführt. Inzwischen nimmt jedoch – vor allem dank der zügigen Entwicklung von Intels Atom-Prozessoren – die Leistungsfähigkeit der kleinen Rechner deutlich zu, sodass sie sich anschicken, den heimischen Schreibtisch zu erobern.

Als ein besonders herausragendes Modell erweist sich der aus Taiwan stammende Jetway JBC362F36W-2600-B, der trotz kompakter Abmessungen (15x11x3,5cm) so manch älteren Desktop-PC in den Schatten stellt. Für den Test bezogen wir den Jetway-PC von der Firma Cartft.com aus Reutlingen [1], die das Gerät als Barebone-Rechner lieferte. Es galt also noch Arbeitsspeicher und Festplatte oder SSD zu ergänzen.

Beim Auspacken des Pakets von der Größe eines Schuhkartons fiel zunächst der opulente Lieferumfang auf: Neben dem Rechner finden sich in der Box sich ein kompaktes externes Netzteil mit einer Leistung von 60 Watt, eine WLAN-Antenne, zwei Standfüße für den vertikalen Betrieb, ein Satz Schrauben sowie ein DVI-VGA-Adapter. Mehrere Kurzanleitungen mit Fotos und Zeichnungen sowie zwei CDs mit Treibern für andere Betriebssysteme runden den Lieferumfang ab.

Anschlusswunder

Bei der ersten Inaugenscheinnahme entpuppt sich der Mini-ITX-Rechner als wahres Wunderwerk in Sachen Anschlüsse: Auf der Rückseite bietet er neben zwei Gigabit-Ethernet-Buchsen einen DVI- und vier USB-Anschlüsse sowie eine Buchse für Line-out. Zudem gibt es einen standardisierten RP-SMA-Antennenanschluss für die WLAN-Anbindung. Zu guter Letzt findet sich noch ein 12-Volt-Anschluss für das externe Netzteil an der Rückseite des Systems (Abbildung 1).

Abbildung 1: Kleiner geht's nimmer – der Jetway-PC im Vergleich zu einem Taschenbuch.

Mit dieser Vielfalt auf kleinstem Raum empfiehlt sich der PC nicht nur als Arbeitsgerät, sondern aufgrund der zwei Ethernet-Buchsen auch als Zentrale im Netzwerk – sei es zu Hause oder im kleinen Büro.

An der Frontseite des Gerätes befinden sich lediglich zwei Leuchtdioden zur Anzeige des Status sowie ein großer Taster zum Einschalten. Der Mini-PC verfügt über keinen Lüfter, die Abwärme der CPU entweicht nur über das Gehäuse. Das besteht aus massivem Metall, wobei eine Seite des Gehäuses (bei vertikaler Aufstellung die linke) großflächig mit Kühlrippen aus Aluminium versehen ist.

Innere Werte

Doch nicht nur äußerlich glänzt der kleine Rechner aus Taiwan, das Innenleben beeindruckt ebenfalls: Als Prozessor versieht ein mit 1,6 GHz getakteter Intel Atom N2600 den Dienst. Er weist zwei Kerne auf, beherrscht er Hyper-Threading und besitzt einen 1 MByte großen L2-Cache.

Als herausragendes Merkmal der zur Cedar-Trail-Familie gehörenden CPU entpuppt sich jedoch ihr geringer Energiebedarf: Lediglich 3,5 Watt Leistungsaufnahme weist der Hersteller für dieses Modell aus [2]. Aufgrund der geringen Verlustleistung eignet der Prozessor sich für den lüfterlosen Betrieb, was das Gesamtsystem flüsterleise macht.

Da es sich um ein Barebone-System handelt, sind noch Arbeitsspeicher und eine Festplatte oder SSD für den Betrieb vonnöten. Für den Arbeitsspeicher steht auf der Hauptplatine ein kompakter SO-DIMM-Steckplatz nach DDR3-Spezifikation bereit. Als Massenspeicher nimmt das Gehäuse eine Festplatte oder SSD im Formfaktor 2,5 Zoll auf. Damit kam das Gesamtsystem im Test mit einem RAM-Speicher von 2 GByte und einer 500 GByte großen Festplatte von Western Digital auf rund 290 Euro.

Auf dem hochintegrierten Motherboard mit sechs Layern tummelt sich neben dem SATA-Anschluss für den Massenspeicher noch ein Mini-PCIe-Slot (der im Test die WLAN-Karte beherbergte) sowie ein Sockel für eine CFast-Karte (Abbildung 2). Das erlaubt, im System zwei Massenspeicher simultan zu nutzen, wobei die CFast-Karte dem SATA-Standard mit 3.0 GBit/s entspricht und daher bei Einsatz entsprechend schneller Karten eine Geschwindigkeit ähnlich einer SSD entwickelt.

Abbildung 2: Kompakte Maße erlauben kaum Raum zum Manövrieren, aber eine WLAN-Karte mit Mini-PCIe-Anschluss fand im Testsystem noch Platz.

Eine Festplatte oder SSD schrauben Sie an zwei Schienen an, die Sie dann wiederum am Rechnergehäuse fixieren. Die gesamte Gehäusekonstruktion wirkt sehr solide und durchdacht. Einziges Manko für handwerklich wenig versierte Anwender: Es gilt nicht weniger als 14 winzige Schrauben zu lösen, um das Rechnergehäuse vollständig zu öffnen. Dank einer bebilderten Anleitung und einem aussagekräftigen Handbuch kommt es dabei aber kaum zu Problemen.

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