Servierfertig

Für Entwickler hält Debian 7 unter anderem die GNU Compiler Collection 4.7.2, Python 2.7.3 und 3.2.3 sowie das OpenJDK in den Versionen 6b27 und 7u3 bereit. Server-Betreiber freuen sich über Apache 2.2.22, PHP 5.4.4 sowie die Datenbanken MySQL 5.5.30 und PostgreSQL 9.1.

Debian 7 offeriert zudem erstmals vorbereitete Pakete für OpenStack in der Version 2012.1 ("Essex") und die Xen Cloud Platform. Das ermöglicht es Administratoren, schnell und einfach eine eigene Cloud aufzusetzen. Samba gibt es aber weiterhin nur in der Version 3.6.6, Samba 4 folgt voraussichtlich erst in Debian 8 "Jessie".

Die meisten Pakete haben die Entwickler mit dem Hardening-Flag des GCC-Compilers übersetzt. Das erschwert Angriffe auf laufende Anwendungen. Des Weiteren ist in Debian 7 das (unter anderem auch in OpenSuse zum Einsatz kommende) Apparmor aktiviert. Das System erlaubt es, die Rechte von laufenden Programmen über Regeln gezielt einzuschränken.

Während viele andere große Distributionen den Startvorgang an das extrem flotte Systemd abgegeben haben, verwendet Debian 7 nach wie vor das alte Sys-V-Init. Allerdings lässt sich Systemd als Technologievorschau nachinstallieren und sogar parallel zu Sys-V-Init ausprobieren. Um den Startvorgang an Systemd zu übergeben, genügt es, den Kernel-Parameter init=/bin/systemd zu verwenden.

Das Verzeichnis /tmp liegt jetzt vollständig im Hauptspeicher (RAMTMP). Das Fassungsvermögen fällt somit kleiner aus als zuvor, zudem gehen die Inhalte nach einem Neustart verloren. Darüber hinaus haben die Entwickler die Verzeichnisse /lib/init/rw, /var/run, /var/lock und /dev/shm ins Verzeichnis /run verlagert.

Abbilder

Wie schon bei den Vorgängern stellen die Entwickler Debian 7 auf verwirrend vielen Medien bereit: So gibt es Images für CDs, DVDs und – im Fall der Architekturen amd64 und i386 – sogar Blu-Rays. Mit dabei ist wieder das besonders schlanke Netinst-Image, das alle Pakete über das Internet nachzieht.

Während Sie bei den DVDs im Bootmenü die Auswahl hinsichtlich der Desktop-Umgebung haben, fällt bei den CDs die Wahl direkt mit dem passenden Image. Auf der DVD versteckt sich die Auswahl übrigens äußerst gut hinter Advanced Options | Alternative desktop environments. Diesen Menüpunkt erreichen Sie, wenn Sie mit den Pfeiltasten immer weit nach unten fahren.

Die Entwickler versprechen außerdem Medien, die Pakete für gleich mehrere Architekturen enthalten (Abbildung 4). Zum Redaktionsschluss gab es jedoch lediglich ein DVD-Image und ein Image für die Installation über das Netzwerk mit Paketen für die Architekturen amd64 und i386.

Abbildung 4: Die Multiarch-DVD bietet die Möglichkeit, sowohl die 32-Bit- als auch eine 64-Bit-Fassung zu installieren.

Abschließend gibt es noch Images mit einem Live-System, das wahlweise als Rettungsmedium oder zum unverbindlichen Kennenlernen dient [4]. Zum Redaktionsschluss standen für jede der vier unterstützten Desktop-Umgebungen jeweils zwei Images parat, je eines für i386 und eines für amd64.

Obendrein existieren noch ein Rettungs- und ein Standardsystem, die zwar noch auf eine CD passen, aber ohne grafische Benutzeroberfläche kommen. Wenn Sie eine Debian-6-Installation aktualisieren möchten, finden Sie dazu in den Informationen zur Veröffentlichung eine ausführliche Anleitung [5].

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