Etwas robuster

Im nächsten Schritt geht es daran, das Skript so zu erweitern, dass es sich bei Bedarf einfach auf ein anderes System übertragen ließe. Bislang ist es ziemlich einfach aufgebaut und außerdem anfällig für Fehler. Listing 2 zeigt eine optimierte Version.

In Zeile 2 sehen Sie gleich die erste Erweiterung des Programms in Form der Übernahme eines Parameters. Falls Sie dem Skript einen Parameter übergeben, nimmt es mit $1 oder ${1} Bezug darauf. Damit Sie nicht zwingend einen Parameter anzuhängen brauchen, existiert mit der Erweiterung :-nichts beim Namen der Variable ein Fallback. Geben Sie nichts an, erhält diese den String nichtsals Wert. Das ist notwendig, um beim späteren Zugriff keine Fehlermeldung zu erhalten.

Listing 2

01 #!/bin/bash
02 GRPROGRAMM=${1:-nichts}
03 BILDER=~/Bilder
04 ZIEL=${BILDER}/Importe
05 BNR=$(date +"%Y-%m-%d_%H%M%S")
06 FMT=jpg
07 BILDNAME=ImportiertesBild-${BNR}.${FMT}
08 CONFIG=${HOME}/.config/sniprc
09 [ -f ${CONFIG} ] && source ${CONFIG}
10 [ -d ${ZIEL} ] ] || mkdir -p ${ZIEL}
11 import ${ZIEL}/${BILDNAME} && \
12 which ${GRPROGRAMM} &>/dev/null && \
13 ${GRPROGRAMM} ${ZIEL}/${BILDNAME}

In den Zeilen 3 bis 7 speichern Variablen – ausschließlich mit Großbuchstaben im Namen – Pfadangaben und Dateinamen. Der Einsatz der Großbuchstaben hilft, den Code übersichtlich zu gestalten. In der Regel ändern sich diese Variablen während des gesamten Verlaufs des Programms nicht mehr.

In Zeile 5 generiert das Kommando date einen eindeutigen und fortlaufenden Namensbestandteil für die Bilder. Der Format-String hinter dem Plus-Zeichen sorgt dafür, dass sich Jahr, Monat, Tag und die Uhrzeit auf die Sekunde genau im Namen wiederfinden. In Zeile 6 geben Sie das gewünschte Suffix für die Bilder an. Auf diese Weise bestimmen Sie den Dateityp. Zeile 7 baut den Namen für die Bilddateien zusammen.

Der zusammengesetzte Ausdruck in Zeile 4 markiert den Ort, an dem das Skript die Grafiken speichert. Da das Programm aber nicht weiß, ob dieser Ordner existiert, prüft es im späteren Verlauf, ob Sie das Verzeichnis angelegt haben. Ist das nicht der Fall, übernimmt es selbst diese Aufgabe.

Zeile 8 zeigt den Pfad zu einer Konfigurationsdatei für Anwender. Das Skript prüft in Zeile 9, ob diese vorliegt, und baut deren Zeilen ins Skript ein. So kann der Benutzer die vordefinierten Werte aus den Zeilen 3 bis 7 überschreiben, ohne dazu das Skript anzufassen oder zu kopieren.

Zeile 10 prüft, ob das Zielverzeichnis für die Bilder existiert – falls nicht, legt das Skript diese Verzeichnisse an. Der Parameter -p für das Kommando mkdir sorgt dafür, dass dabei alle notwendigen übergeordneten Verzeichnisse ebenfalls entstehen.

In Zeile 11 erfolgt der eigentliche Import. Der Befehl enthält keine Optionen. Hier böte sich nochmals Potenzial für eine Modifikation. War der Import erfolgreich, so kommen die nächsten Befehle nach der Und-Verkettung && zum Zuge – der Übersicht halber in zwei Zeilen aufgeteilt.

Beim Aufruf übergeben Sie dem Skript einen Parameter, wie den String gimp für das gleichnamige Bildbearbeitungsprogramm. Das Skript überprüft, ob es in den regulären Pfad eine ausführbare Datei gibt (Zeile 12). Dabei schreibt es die Ausgabe nach /dev/null, da nur der Rückgabewert interessant für den weiteren Verlauf des Programms ist. Ist die Suche erfolgreich, übergibt das Skript die Bilddatei an die entsprechende Applikation (Zeile 13).

Fazit

Es bleibt Ihnen überlassen, ob und welche Programme Sie dem Skript als Parameter übergeben. Fest steht, dass Sie mit dem kleinen Skript so manche vollwertige Desktop-Anwendung locker in die Tasche stecken. Dabei haben Sie aber noch den Vorteil, ohne großen Aufwand das Skript bei Bedarf nach Belieben zu erweitern und auf andere Systeme zu portieren.

Mögliche Erweiterungen bauen Sie ein, indem Sie zum Beispiel dem Import-Befehl ein paar Optionen mit auf den Weg geben. So erstellen Sie mit import -snaps 3 gleich ganze Sequenzen von Screenshots, wobei das Tool die Namen für die Bilddateien automatisch generiert. Die Manpage von Import gibt weitere Auskunft über die vielen verschiedenen Optionen. 

Infos

[1] Import: http://www.imagemagick.org/script/import.php

[2] ImageMagick: Thomas Drilling, "Zauberkasten", LU 08/2012, S. 68, http://www.linux-community.de/26395

[3] Ocrad: http://www.gnu.org/software/ocrad/

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 3 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

Kommentare

Infos zur Publikation

LU 11/2014: VIDEOS BEARBEITEN

Digitale Ausgabe: Preis € 4,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Tim Schürmann, 24.06.2014 12:40, 0 Kommentare

Wer mehrere nützliche Live-Systeme auf eine DVD brennen möchte, kommt mit den Startmedienerstellern der Distributionen nicht besonders weit: Diese ...

Aktuelle Fragen

Artikelsuche
Erwin Ruitenberg, 09.10.2014 07:51, 1 Antworten
Ich habe seit einige Jahre ein Dugisub LinuxUser. Dann weiß ich das irgendwann ein bestimmtes Art...
Windows 8 startet nur mit externer Festplatte
Anne La, 10.09.2014 17:25, 4 Antworten
Hallo Leute, also, ich bin auf folgendes Problem gestoßen: Ich habe Ubuntu 14.04 auf meiner...
Videoüberwachung mit Zoneminder
Heinz Becker, 10.08.2014 17:57, 0 Antworten
Hallo, ich habe den ZONEMINDER erfolgreich installiert. Das Bild erscheint jedoch nicht,...
internes Wlan und USB-Wlan-Srick
Gerhard Blobner, 04.08.2014 15:20, 2 Antworten
Hallo Linux-Forum: ich bin ein neuer Linux-User (ca. 25 Jahre Windows) und bin von WIN 8 auf Mint...
Server antwortet mit falschem Namen
oin notna, 21.07.2014 19:13, 1 Antworten
Hallo liebe Community, Ich habe mit Apache einen Server aufgesetzt. Soweit, so gut. Im Heimnet...