Window Manager

Viele für Unity-Nutzer besonders interessante Optionen beherbergt der Abschnitt Window Manager. Hier finden Sie auch einen Großteil der Funktionen, die Sie sonst nur über den Konfigurationsdialog von Compiz erreichen. Viele davon setzen allerdings einen installierten 3D-Treiber und einen funktionsfähigen Composition-Manager voraus.

Der Reiter General stellt grundlegende Einstellungen zur Hardware-Beschleunigung und Desktop-Effekten bereit (Abbildung 3). Bei Bedarf legen Sie an dieser Stelle Effekte für das Minimieren und Vergrößern von Fenstern, die zu verwendenden Tastenkürzel und die gewünschte Texturqualität fest. Außerdem schalten Sie hier den Desktop-Zoom-Effekt (Desktop magnification) ein oder aus, der beim Wechseln zwischen verschiedenen Workspaces zum Einsatz kommt.

Abbildung 3: Der Abschnitt Window Manager bietet viele unter Unity sonst nicht direkt erreichbare Optionen.

Im Reiter Workspace Setting richten Sie die virtuellen Arbeitsflächen sowie das gewünschte Tastenkürzel für den Workspace-Switcher ein. Im Register Window spread richten Sie die Funktion Expose sowie die zugehörige Taste zum Auslösen einzurichten. Unity verkleinert in diesem Modus sämtliche aktuell geöffneten Fenster und umrahmt das aktive. So wechseln Sie dann per Mausklick schnell zur gewünschten Anwendung.

Die Funktion Hotcorners bietet die Möglichkeit, den Ecken und Rändern des Desktops Funktionen zu zuweisen. Sie lösen die betreffenden Effekte aus, indem Sie mit der Maus in die jeweilige Ecke oder an den Bildrand fahren. Im Reiter Additional richten Sie weitere Compiz-Effekte ein, wie etwa die gewünschte Methode, den Fokus für ein Fenster zu erhalten.

Unity

Der Abschnitt Unity befasst sich ausschließlich mit dem Konfigurieren des Desktops. Im Abschnitt Launcher etwa stellen Sie ein, ob sich der Launcher automatisch versteckt, um ein Maximum an Bildschirmfläche für Anwendungen zu reservieren. Ist Auto hide eingestellt, bestimmen Sie mit reveal location, wohin Sie mit der Maus fahren müssen (links oder oben), um den Launcher zu aktivieren. Hier legen Sie auch den Grad der Transparenz für den Launcher fest sowie den Hintergrund der Icons, deren Größe und die Art der Animation.

Der Reiter Search beschäftigt sich mit der Konfiguration des Dialog, den Sie über den ersten Eintrag im Startmenü Anwendungen aufrufen erreichen. Mit dem Deaktivieren der Funktion Search online sources sorgen Sie dafür, dass die Suche keine nervigen Ergebnisse mehr aus Amazons Online-Shop und anderen künftig geplanten Search-Providern zutage fördert.

Im Register Panel legen Sie fest, welche Symbole (Indicators) Unity oben rechts in der Systemleiste anzeigt, wie etwa die Uhrzeit oder den Kalender. Mit den Einstellungen konfigurieren Sie die Details der Uhr und blenden die Symbole für Lautstärke und – sofern vorhanden – Bluetooth sowie den Akku-Ladezustand ein. Außerdem legen Sie Sichtbarkeit und Transparenz der Systemleiste fest (Abbildung 4).

Abbildung 4: Im Reiter Panel passen Sie Ausstattung und Verhalten der Systemleiste Ihren Vorstellungen an.

Der Reiter Web Apps bezieht sich auf die nicht unumstrittenen Web-Progrämmchen von Ubuntu. Seit Ubuntu 12.10 lassen sich diese wie lokale Anwendungen in den Unity-Desktop integrieren und erhalten über eine spezielle API Zugriff auf das Notification-System, das Head-up Display (HUD), das Sound-Menü sowie den Launcher. Für das Extrahieren der relevanten Informationen von der jeweiligen Webseite sorgt ein Javascript-Schnipsel, das die betreffenden Infos ans API weiterreicht.

Bereits Ubuntu 12.10 enthielt das Paket unity-webapps, das die geschilderte Integration für einige populäre Angebote realisiert. Das setzt aber voraus, dass Sie die zugehörigen Erweiterungen in Firefox oder Chrome installieren. Haben Sie die Pakete für die gewünschten Dienste installiert und surfen mit einem entsprechend präparierten Browser auf eine Webseite, die Ubuntus Web Apps unterstützt (etwa https://plus.google.com), so bieten Ihnen Firefox oder Chrome an, die Site in Unity zu integrieren. Im Reiter Web Apps des Tweak-Tools mit Pre-Authorized Domains markierte Dienste tauchen automatisch als Web Apps im Launcher auf.

Der Reiter Additional bietet schließlich noch eine Reihe weiterer, speziell Unity betreffender Einstellungen an – etwa, dass sich das Head-up Display an zurück liegende Kommandos erinnert. Per Default aktivieren Sie das HUD über [Alt]. Ein längeres Halten von [Alt] ruft das Global-Menü auf. Markieren Sie die Option Hold Super for keyboard shortcuts aktivieren Sie durch Drücken von [Windows] ein Desktop-Overlay, das alle momentan konfigurierten Keyboard-Shortcuts anzeigt.

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