Neue Kräfte

Unitys versteckte Konfigurationsoptionen nutzen

13.05.2013
Die kaum vorhandenen Konfigurationsmöglichkeiten von Unity sind kein Grund zum Verzweifeln: Das Unity Tweak Tool verhilft Ihnen zum optimalen Desktop.

Unity folgt der Philosophie, den Desktop mit möglichst wenigen Konfigurationsoptionen, dafür aber mit sinnvollen Voreinstellungen für Einsteiger zu versehen. Erfahrenere Benutzer vermissen hier jedoch die Möglichkeit, den Desktop gezielt an die eigenen Wünsche anpassen zu können. Hier springt das relativ junge Unity Tweak Tool in die Bresche und richtet sich explizit an Anwender, die trotz schlankem Konfigurationsdialog mehr Optionen wünschen.

Sie richten die aktuelle Version 0.0.3 mit apt-get install unity-tweak-tool aus den Paketquellen ein oder installieren das Tool via Software Center, wo Sie den Configuration manager for unity desktop environment wählen. Anschließend finden Sie das Programm unter Anwendungen oder über die Dash-Suche.

Die Oberfläche des Unity Tweak Tools gliedert sich in die vier Bereiche Unity, Window Manager, Appearance und System. Eine deutsche Lokalisierung stand im Test noch nicht vollständig bereit; daher kam für den Beitrag durchweg die englische zum Einsatz. Sie bedienen das Werkzeug durch Anklicken der einzelnen Module oder direkt über die Menüleiste.

Dabei irritiert auf dem ersten Blick etwas, dass das Programm alle Optionen sämtlicher Module, die im jeweiligen Abschnitt auf einer Ebene stehen, optional noch einmal im Form von Reitern in jedem einzelnen Modul bereit stellt. So suggeriert das Hauptmenü des Tools mehr Funktionen, als das Unity Tweak Tool tatsächlich besitzt (Abbildung 1).

Abbildung 1: In den Reitern jedes einzelnen Moduls stecken die gleichen Funktionen wie in den Modulen selbst.

System

Im Modul Desktop Icons legen Sie fest, welche Icons Unity per Default auf dem Desktop platziert. Die zugehörigen Symbole – etwa für den Ort Netzwerk oder das Home-Verzeichnis – erscheinen unmittelbar, sobald Sie die entsprechenden Häkchen setzen.

Über die Optionen im Reiter Security sorgen Sie für etwas mehr Sicherheit: Desktop lock bewirkt, dass der Lock-Screen über [Strg]+[Alt]+[L] oder den Eintrag Sperren im Systemmenü (oben rechts im Panel) bereit steht (Abbildung 2). Bei Ubuntu 13.04 erreichen Sie ihn auch, wenn Sie über das Systemmenü recht oben auf Abmelden klicken.

Abbildung 2: Nach dem Freischalten im Unity Tweak Tool erreichen Sie den Lock-Screen über Strg+Alt+L oder den Eintrag Sperren im Systemmenü.

Setzen Sie das Häkchen bei Printing, haben Sie als angemeldeter Benutzer das Recht, vorhandene Drucker zu verwalten oder neue einzurichten. Mit den beiden Checkboxen bei User log out und User switching erlauben Sie allen Benutzern das Abmelden von einer aktuellen Sitzung oder das Wechseln zu einem anderen Benutzerkonto bei laufender Sitzung. Andernfalls finden Sie im Systemmenü nur der Eintrag Herunterfahren, nicht aber Abmelden.

Im Reiter Scrolling oder alternativ im Hauptmenü unter System | Scrolling legen Sie verschiedene Einstellungen für das Bedienen Touch-Eingabegeräten sowie das Verhalten der Scroll-Leisten fest.

Erscheinungsbild

Der Abschnitt Appearance widmet sich ganz dem Erscheinungsbild. Über den Reiter Theme installieren Sie bei Bedarf GTK-Themen. Die Funktion unterscheidet sich zwar nicht vom Standard-Dialog in Unity, den Sie unter Systemeinstellungen | Erscheinungsbild finden, er steht dafür aber zusammen mit den übrigen Optionen in Tweak-Tool an einer Stelle bereit.

Seit der Einführung von Unity haben Sie aber keine Möglichkeit mehr, mit Bordmitteln ein neues Thema für die Icons zu wählen. Im Reiter Icons des Unity Tweak Tool finden Sie nun die passende Funktion. Wie bei Unity üblich ist jedes Thema direkt nach dem Anklicken aktiv. Die Funktionsweise der Reiter Cursor (für Form und Aussehen der Mauszeiger) und Fonts gestaltet sich ähnlich.

Ärgern Sie sich darüber, dass es unter Unity nicht mehr die üblichen Kontrollelemente für Fenster gibt, etwa zum Vergrößern und Verkleinern, dann finden Sie Abhilfe im Reiter Windows Controls. Mit der Funktion Default | Alignment im Abschnitt Layout bestimmen Sie die Position der einzelnen Elemente. Mithilfe des Listenfelds Custom wählen Sie bei Bedarf ein Layout für die Fenster. Diese Layouts unterscheiden sich in Anordnung und Kombination der Kontrollelemente und des Titels für das Fenster.

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