KDE-Applikationen

KDE-Nutzern steht eine einfache Möglichkeit zur Verfügung, einen Text fix in einen QR-Code umzuwandeln. Dazu kopieren Sie den Text in die Zwischenablage, klicken dann rechts unten im Systemabschnitt der Kontrollleiste das Symbol für Klipper an (das mit der Schere) und wählen Strichcode anzeigen.

Den auf der linken Seite angezeigten QR-Code lässt die Oberfläche Sie jedoch weder speichern noch wieder in die Zwischenablage übernehmen (Abbildung 6). Es bleibt lediglich der Umweg, mit KSnapshot ein Foto des Bildschirms aufzunehmen. Für einen einzelnen QR-Code geht das aber immer noch schneller, als erst eines der anderen Werkzeuge zu installieren.

Abbildung 6: Das Tool Klipper, das die Zwischenablage verwaltet, eignet sich, um auf die Schnelle einen einzelnen QR-Code zu erzeugen.

Eine mögliche Alternative bietet das etwas ältere KBarcode4-Light. Um es in Betrieb zu nehmen, installieren Sie zunächst via Paketmanager PyQt. Unter OpenSuse 12.3 und Ubuntu steckt es im Paket python-qt4. Anschließend entpacken Sie das Archiv mit KBarcode4-Light, das Sie aus dem Netz [4] (oder der Heft-DVD dieser Ausgabe) geladen haben, und rufen dann im Unterverzeichnis src den Befehl python kbarcode.py auf.

Im nun erscheinenden Hauptfenster (Abbildung 7) wählen Sie aus der Auswahl Encoding den Punkt QR Code, tippen unter Value den zu codierenden Text ein und klicken auf Generate. Der resultierende QR-Code erscheint jetzt im unteren Bereich. Per Save as PDF speichern Sie ihn in einer Textdatei.

Abbildung 7: KBarcode4-Light bietet weniger Funktionen als Qrencode.

Theoretisch besteht die Möglichkeit, den QR-Code als Bilddatei zu exportieren. Ein Klick auf Save führt jedoch auf modernen Distributionen nur zu einer Fehlermeldung im Terminal. Alternativ schieben Sie den QR-Code via Copy in die Zwischenablage und fügen ihn in einem anderen Programm wieder ein. Die übrigen Optionen auf den Registern Border und Extra Options sind für QR-Codes nutzlos.

Leseratten

Während es für Smartphones gleich Dutzende Apps zum Auslesen von QR-Codes gibt, existieren für Linux nur ein paar recht rudimentäre Programme. Liegt bereits QtQR auf der Festplatte, klicken Sie im Hauptfenster rechts unten in der Ecke auf Decode. Das Programm akzeptiert den QR-Code entweder als Bilddatei (Decode from File), oder Sie lesen ihn über eine Webcam ein (Decode from Webcam).

QtQR ist allerdings recht wählerisch: So erkennt es beispielsweise keine QR-Codes, bei denen ein Punkt genau ein Pixel groß ist. Des Weiteren nimmt das Programm stur an, dass die enthaltenen Texte in der Zeichenkodierung ISO-8859-1 vorliegen.

Sofern der QR-Code als Bilddatei existiert, böte sich der Griff zum Programm Libdecodeqr-simpletest an. Eigentlich dient es Programmierern nur als Beispiel, wie sie mit der Bibliothek Libdecodeqr in eigenen Programmen die Codes lesen. Es eignet sich jedoch hervorragend dazu, auf der Kommandozeile Codes auszulesen.

Unter Ubuntu installieren Sie das Leseprogramm aus dem Paket libdecodeqr-examples. Besitzer von anderen Distributionen müssen zunächst einen C++-Compiler, Make und die Entwicklerdateien von OpenCV (unter OpenSuse im Paket opencv-devel) einspielen.

Anschließend verwenden Sie von KDE-Apps.org aus dem Bereich Latest Stable Source Code das Archiv der aktuellen Version [5], das Sie auch auf der Heft-DVD finden. Entpacken Sie es auf der Festplatte und rufen Sie dann im dabei entstandenen Unterverzeichnis src die drei Befehle ./configure, make und sudo make install auf.

Sobald das Programm auf der Festplatte liegt, dechiffrieren Sie mit ihm den QR-Code in der Datei qrcode.png mittels des Befehls:

$ libdecodeqr-simpletest qrcode.png

So lautet zumindest die Theorie, das praktische Ergebnis dürfte allerdings in vielen Fällen ernüchternd sein: In unseren Tests wollte libdecodeqr-simpletest partout keine Daten in den QR-Codes erkennen (Abbildung 8).

Abbildung 8: Den QR-Code mit dem Text Hallo Welt! erkennt libdecodeqr-simpletest zwar als QR-Code, liefert aber nicht den Text zurück.

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