Farbprofile

Farbprofile, auch ICC- oder ICM-Profile genannt, steuern die Farbumsetzung durch Rawtherapee. Sie beeinflussen das Aussehen des Endprodukts ganz entscheidend. Die gute Nachricht: Das Programm enthält von Version zu Version bessere Profile, oft sogar verschiedene Varianten. Hier besteht normalerweise wenig Grund, selbst Hand anzulegen.

Möchten Sie dennoch eigene Profile nutzen, wählen Sie das im Reiter Farbe ([Alt]+[C]) unter Farbmanagement an. Im Abschnitt benutzerdefiniert laden Sie diese im erscheinenden Dateibrowser. Rawtherapee merkt sich das Verzeichnis; es bietet sich an, ein festes zu verwenden, etwa /usr/local/share/icc. Alternativ weisen Sie das bevorzugte Profil automatisch über den Profilgenerator zu.

Objektivprofile

Rawtherapee bietet eine ganze Reihe von Mitteln zur Korrektur von Objektivfehlern an: So kann es etwa chromatische Aberrationen (CAs), Verzeichnungen, Vignettierung (Randabschattung) oder lila Lichtsäume beheben. Den Menüpunkt für letzteres siedelt das Programm unverständlicherweise im Abschnitt Defringe im Detail-Reiter an. Alle anderen Werkzeuge finden Sie unter Korrekturen.

Korrekturen der Objektivfehler landen sinnvollerweise im Standardprofil, bei Abhängigkeiten (typischerweise die verwendete Blende) muss der Profilgenerator ran. Eine bessere Alternative bieten aber Linsen Korrekturprofile, wie die deutsche Übersetzung in Rawtherapee heißt. Diese basieren auf einem Verfahren von Adobe, das der Hersteller vor einigen Jahren in Photoshop eingeführt hat. Es erlaubt auch engagierte Amateuren das Erstellen sogenannter LCP-Profile ("lens correction profiles").

Diese Profile gibt es für viele, aber nicht alle Objektive, sie stehen aber nicht ohne weiteres zum Herunterladen bereit. Um sie dennoch zu bekommen, benötigen Sie eine relativ alte Version von Adobe Camera Raw. Am besten suche Sie die Version 6.7 über Google – auf der Adobe-Seite finden Sie nur die aktuellen Updates, die nicht mehr alle Profile enthalten. Die Software selbst ist für Linux-Anwender uninteressant, da sie nur mit anderen Adobe-Produkten funktioniert. Sie enthält jedoch eine Sammlung von mehreren Hundert Korrekturprofilen. Da es sich dabei um XML-Dateien handelt, kann auch Rawtherapee die darin enthaltenen Informationen nutzen.

Nach dem Download entpacken Sie das ZIP-Archiv von Adobe Camera Raw. Im Unterordner payloads finden eine weitere ZIP-Datei namens Assets1_1.zip. Darin liegen die Profile im Verzeichnis lcp. Anhand der Dateinamen lässt sich allerdings nicht auf den Inhalt schließen. Um die für Ihre Objektive relevanten Profile zu finden, tippen Sie:

$ grep -ir "Objektivname" .../lcp

Auch den genauen Objektivnamen gilt es zu erraten, weswegen hier einige Iterationen anfallen. Es ist auch durchaus üblich, dass Adobe für ein Objektiv mehrere Korrekturprofile anbietet. Die zu Ihren Objektiven passenden Dateien kopieren Sie in ein eigenes Verzeichnis, und zwar unter dem Namen Objektiv.lcp. Objektiv sollte dabei dem Objektivnamen aus den EXIF-Daten entsprechen. Sie erhalten diesen mittels exiftool -lens Datei.nef. Die richtige Benennung trägt einerseits zur Übersicht bei und erleichtert andererseits später das Einbinden in einen Profilgenerator. Nach diesen Vorarbeiten stehen die Korrekturprofile im Reiter Korrekturen unter Objektivkorrekturen | Linsen-Korrekturprofil bereit (Abbildung 3).

Abbildung 3: Mit dem richtigen Linsenkorrekturprofil sparen Sie sich das manuelle Anpassen diverser Bildfehler, etwa Vignettierung oder chromatische Aberrationen.

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