AA_PO-23898-Fotolia-Tom_Wang.jpg

© Tom Wang, Fotolia

AeroFS: Alternative zu Owncloud oder Dropbox

Heimische Wolke

Möchten Sie alle Vorteile einer Cloud-Lösung genießen, ohne dabei Ihre Daten aus der Hand zu geben, bietet AeroFS dazu eine patente, wenn auch nicht quelloffene Lösung.

Dropbox, Google Drive und Co. sind ohne Zweifel praktische Tools: Ohne großen Aufwand gleichen Sie damit Daten zwischen Ihren Rechnern ab, schieben Daten vom Handy ins Netz oder arbeiten mit Freunden und Kollegen gemeinsam an Dateien.

Allerdings hat die Sache einen Haken: Sie geben die Kontrolle über Ihre Daten auf. Ohne eine Verschlüsselung mit einem selbst generierten Schlüssel – dies bietet etwa SpiderOak [1] – könnte der Anbieter jederzeit auf die in der Cloud gespeicherten Daten zugreifen.

Abhilfe schafft da nur ein verschlüsselter Container in der Cloud – oder eine selbst gehostete Owncloud-Installation [2]. Doch nicht jeder hat das Wissen und die Ressourcen, so etwas aufzusetzen und zuverlässig zu betreiben.

Mit AeroFS [3] steht nun eine Alternative bereit, welche die Dropbox-Bequemlichkeit mit dem Vorteil einer "eigenen Cloud" kombinieren möchte. Der Dienst ist seit Anfang April 2012 öffentlich zugänglich.

AeroFS, die Wolke für Zuhause

Bei AeroFS handelt es sich anders als bei Owncloud nicht um freie Software, sondern um einen kommerziellen, bei größeren Setups kostenpflichtigen Dienst [4]. Gruppen von bis zu drei Mitgliedern und einem externen Mitarbeiter (der auch Daten abgleichen kann, aber nicht auf die Benutzerverwaltung zugreifen kann) dürfen AeroFS jedoch kostenlos nutzen. Für Gruppen von bis zum 50 Mitgliedern werden 10 US-Dollar pro Monat fällig. Wer noch mehr User braucht, muss sich direkt mit AeroFS in Kontakt setzen.

Allerdings verzichtet AeroFS auf einen gehosteten Service. Stattdessen synchronisieren die an ein Benutzerkonto gebundenen Clients ihre Daten verschlüsselt direkt untereinander (Peer-to-Peer). Es gibt also in der Grundkonfiguration keinen zentralen Server in der allgegenwärtigen Datencloud.

Das Web-Frontend auf der Homepage von AeroFS (Abbildung 1) dient lediglich zum Verwalten des Benutzerkontos. Die komplette Arbeit übernimmt ein Client (Abbildung 2), den es für Linux [5], Mac OS X und Windows gibt. Eine App für Android hat AeroFS inzwischen auch im Angebot.

Abbildung 1: Das Web-Frontend von AeroFS dient lediglich zur Verwaltung Ihres Benutzerkontos. Zugriff auf Ihre Daten, wie bei Dropbox, haben Sie dort nicht.
Abbildung 2: Der AeroFS-Client erinnert im Aufbau stark an Dropbox. Er gleicht im Hintergrund Änderungen an den Daten mit allen Clients ab.

AeroFS einrichten

Die Installation des Clients läuft dank eines DEB-Pakets auf Ubuntu-Systemen in wenigen Augenblicken ab. In unserem Test ließ sich das Paket auch problemlos auf einem System mit Debian "Wheezy" installieren. Für Anwender anderer Distributionen bietet AeroFS TGZ-Archive mit statisch kompilierten Binaries an, die Sie an geeigneter Stelle entpacken (etwa in /usr/local/bin) und dann direkt ausführen.

Der Abgleich funktioniert im LAN auch ohne Internetzugang. Wie bei Dropbox speichern Sie die abzugleichende Daten in dem von AeroFS überwachten Verzeichnis. Unmittelbar darauf verteilt AeroFS die Dateien rasend schnell über Ihr heimisches LAN an alle Rechner, auf denen ebenfalls der AeroFS-Client mit Ihrem Benutzerkonto installiert wurde. Ist ein zusätzlicher Client nur über das Internet zu erreichen, braucht der Abgleich auf diesem ein wenig länger. Neben dem Standard-Ordner lassen sich auch zusätzliche Ordner frei zum Synchronisieren auswählen.

Wie Dropbox versioniert auch AeroFS Änderungen am Dateisystem. Falls Sie also versehentlich Dateien gelöscht oder geändert haben, stellen Sie einfach alte Versionen der per AeroFS geteilten Daten wieder her. Da AeroFS selbst kein Hosting anbietet, gibt es auch keine Größenbeschränkungen. Bei Bedarf gleichen Sie Dateien per AeroFS auch gleich terabyteweise zwischen Ihren Rechnern ab.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 4 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Sourcecode für Streak und Aero erhältlich

    Der Quellcode für die Dell-Smartphones Streak und Aero ist jetzt erhältlich.
  • Verzeichnisdienst whois
    Das Internet bietet eine Fülle von Informationen. Dazu gehören auch Auskünfte über den zugehörigen Anbieter in Form von Kontaktinformationen zu Domains und IP-Adressen. Freilich sollte man wissen, wie man darauf zugreift.
  • Owncloud 3 ist fertig

    Das freie Softwareprojekt Owncloud hat Version 3 seiner Synchronisations- und Filesharing-Plattform freigegeben. Neue Funktionen rund ums Online-Editieren von Dateien und der Synchronisation von Kalender- und Kontaktdaten zählen zu den Highlights. Holger Dyroff, bisher bei Suse, wird das Team von Owncloud Inc verstärken, der Firma hinter dem Projekt.
  • Zweierlei Cloud
    Für die Datensynchronisation setzen viele Anwender auf Dropbox. Wie es dort um die Privatsphäre steht, ist aber unklar, und damit bietet sich der Wechsel zu einer selbstverwalteten Alternative an. Wir vergleichen Dropbox mit dem Tool Syncthing, das ohne zentralen Server im Ausland arbeitet.
  • Leg's in die Box
    Wichtige Dateien auf jedem Computer – egal, unter welchem Betriebssystem –, dem Smartphone und dem Tablet-PC verfügbar haben, stets in der aktuellen Version: Das bietet Ihnen der Webdienst Dropbox. Wir helfen bei der Einrichtung auf allen Geräten.
Kommentare
Verschlüsselte ownCloud
Pascal Freimann, Donnerstag, 26. Januar 2017 11:28:56
Ein/Ausklappen

Für alle, die eine ownCloud nicht selbst installieren wollen oder können, gibt es eine kostenfreie und verschlüsselte ownCloud von https://ocloud.de - mittlerweile gib es auch die Nextcloud .


Bewertung: 120 Punkte bei 10 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht
btsync
Marcus Moeller (unangemeldet), Montag, 20. Mai 2013 21:25:14
Ein/Ausklappen

Zur Synchronisation empfehle ich Bittorrent Sync:

http://labs.bittorrent.com/experiments/sync.html




Bewertung: 222 Punkte bei 69 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht

Infos zur Publikation

LU 04/2017: SPEZIAL-DISTRIBUTIONEN

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

WLAN lässt sich nicht einrichten
Werner Hahn, 21.03.2017 14:16, 0 Antworten
Dell Latitude E6510, Ubuntu 16.4, Kabelbox von Telecolumbus. Nach Anklicken des Doppelpfeiles (o...
"Mit Gwenview importieren" funktioniert seit openSuse 42.2 nicht mehr
Wimpy *, 20.03.2017 13:34, 2 Antworten
Bisher konnte ich von Digitalkamera oder SD-Karte oder USB-Stick Fotos mit Gwenview importieren....
Ich habe eine awk Aufgabe und bekomme es nicht so Recht hin
Dennis Hamacher, 10.03.2017 18:27, 1 Antworten
Ich hoffe Ihr könnt mir dabei helfen oder mir zeigen wie der Befehl richtig geschrieben wird. Ich...
Unter Linux Open Suse Leap 42.1 einen Windows Boot/ ISO USB Stick erstellen...
Tim Koetsier, 07.03.2017 15:26, 1 Antworten
Hallo, weiß jemand wie ich oben genanntes Vorhaben in die Tat umsetzen kann ? Wäre echt dankba...
Druckertreiber installieren OpenSuse42.1
Tim Koetsier, 07.03.2017 15:22, 1 Antworten
hallo, kann mir BITTE jemand helfen ich verzweifel so langsam. Habe einen Super Toner von Canon...