AeroFS Team Server

Im P2P-Betrieb funktioniert der vollständige Abgleich nur, wenn alle beteiligten Rechner laufen und via LAN oder Internet in Verbindung stehen. Arbeiten Sie mit einem Kollegen auf der anderen Seite des Erdballs zusammen, dann warten Sie eventuell vergeblich darauf, dass die letzten Änderungen via AeroFS auf dem eigenen Rechner landen: Der Kollege hat seinen Rechner schon für den Feierabend abgeschaltet.

Für solche Fälle bietet AeroFS einen eigenen AeroFS Team Server [6] in Versionen für Linux, Mac OS X und Windows an. Diesen richten Sie auf einem Rechner zu Hause oder aber auch auf einem Root-Server im Internet ein und schaffen sich so praktisch Ihr eigenes Dropbox. Unter Linux unterstützt der Server offiziell Ubuntu ab Version 8.04 mit einem DEB-Paket, das Sie über die Paketverwaltung installieren. Für andere Distributionen gibt es TGZ-Archive mit direkt lauffähigen Binaries.

Auf einem Ubuntu-Server installieren Sie das heruntergeladene DEB-Paket mit Dpkg und lösen anschließend mittels Apt-get noch fehlende Abhängigkeiten auf (Listing 1). Auf einem Ubuntu-Desktop übernimmt das Software-Center die Installation des Pakets inklusive der fälligen Nacharbeiten.

Listing 1

$ sudo dpkg -i aerofsts-installer.deb
$ sudo apt-get install -f

Auf einem für den Test genutzten Root-Server mit Debian "Squeeze" mussten wir im Vorfeld die nötigen Abhängigkeiten von Hand nachziehen und dann die ausführbaren Binärdateien aus dem TGZ-Archiv nach /usr/local/bin/ entpacken (Listing 2). Eine eigene Installationsroutine bietet AeroFS bisher nicht an.

Listing 2

sudo apt-get install coreutils file default-jre sharutils procps
sudo tar xzf aerofsts-installer.tgz -C /usr/local/bin/

Nach der Installation rufen Sie auf einem Rechner mit grafischer Umgebung aerofsts-gui auf. Auf Servern, die Sie nur über SSH erreichen, steht Ihnen mit aerofsts-cli ein Headless-Client zur Verfügung. Diesen rufen Sie zur Konfiguration Ihres AeroFS-Accounts im Vordergrund laufend auf (Abbildung 3).

Abbildung 3: Der kostenlose Team Server macht AeroFS zu einer selbst gehosteten Alternative zu Dropbox, Google Drive und Konsorten.

Geben Sie hier nun Ihre Zugangsdaten zu AeroFS, den Speicherort für die Daten sowie den Namen der Installation ein. In einem Beta-Test können Sie die Daten auch auf einem Amazon-S3-Storage auslagern. Damit ist die Konfiguration des Dienstes bereits abgeschlossen. Aktive Clients laden von nun automatisch die jeweiligen Daten auf den gerade eben aufgesetzten Team Server hoch.

AeroFS bietet bislang keine Init-Skripte an, die den Server-Dienst automatisch beim Booten hochfahren. Als Alternative können Sie den Dienst in einer Screen-Instanz starten. Damit dies automatisch beim Booten geschieht, tragen Sie den Aufruf auf einem Debian- oder Ubuntu-System in die /etc/rc.local ein. Mit dem folgenden Aufruf gelangen Sie aus einem Terminal wieder in die Screen-Sitzung:

$ screen -dmS AeroFS /usr/local/bin/aerofs/aerofsts-cli

Möchten Sie AeroFS langfristig einsetzen, empfiehlt es sich, für den Dienst ein eigenes Benutzerkonto auf dem Server anzulegen. Da der Team Server keine Ports innerhalb des für Root reservierten Bereichs öffnet, benötigt der AeroFS-User auch keine erweiterten Rechte.

Brauchen Sie mehr Rechenpower oder Redundanz für den Fall, dass ein Server ausfällt, dann verschalten Sie mehrere AeroFS Team Server einfach durch das Installieren des Serverdienstes auf weiteren Rechnern unter dem selben Account-Namen. Alle Daten werden dann umgehend zwischen den Servern synchronisiert und aktuell gehalten.

Vertraulichkeit

Generell verschlüsseln die AeroFS-Clients und -Server die Kommunikation via RSA mit einem 2048 Bit starken Key. Im LAN kommunizieren die Clients direkt ohne Umweg über die die Server des Anbieters. Nur bei der Nutzung eines auf einem Root-Server im Internet installierten Team-Servers verlassen die Daten überhaupt Ihr heimisches Netz. Dabei bleiben sie aber jederzeit komplett unter Ihrer Kontrolle, AeroFS bekommt die Daten im Normalfall nicht zu sehen.

Eine Ausnahme bildet die Kommunikation zweier hinter Firewalls liegender und über das Internet abgeglichener Clients. Hier dient der Server zephyr.aerofs.com als Relay [7], da eine direkte Kommunikation unter Umständen nicht möglich ist. Da der Datentransfer jedoch von Ende zu Ende verschlüsselt abläuft, kann AeroFS die übertragenen Daten zumindest nicht einsehen.

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Kommentare
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Marcus Moeller (unangemeldet), Montag, 20. Mai 2013 21:25:14
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