Slackware-Derivat für den Desktop

Absolut leicht

Slackware ist die älteste noch immer aktive Linux-Distributionen, gilt jedoch als wenig einsteigerfreundlich. Das von Slackware abgeleitete Absolute Linux möchte dieses Manko beheben und einen leicht zu bedienenden Desktop bieten.

Slackware Linux zählt zu den Linux-Pionieren und feiert in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag. Die in den USA von Patrick Volkerding entwickelte Distribution, die sich stets möglichst frei von Ballast präsentierte, gilt auch heute noch für Linux-Einsteiger aufgrund oft fehlender grafischer Tools als "harter Brocken". Das von Slackware abgeleitete Absolute Linux [1] möchte Einsteigern mit seinem schlanken Design und optischer Aufwertung einen auch auf älterer Hardware täglich nutzbaren Desktop bieten.

Kein Live-Modus

Das ISO-Image der derzeit aktuellen Absolute-Version 14.04 [2] umfasst knapp 700 MByte. Beim ersten Start der daraus erzeugten CD-ROM zeigt sich das System bereits von einer ungewöhnlichen Seite: Anstelle eines Grub-Auswahlbildschirms präsentiert Absolute 14 lediglich ein Boot-Prompt und erläutert verschiedene Startoptionen durch einen langen Text am Bildschirm.

Durch einen Druck auf die Eingabetaste gelangen Sie in einen textbasierten Installationsbildschirm. Steuern Sie hier mit den Pfeiltasten vorsichtshalber erst einmal den Eintrag HELP an. Beim Bestätigen der voreingestellten Option AUTOSETUP nimmt der Installer sonst eine automatische Neupartitionierung der Festplatte vor und löscht bestehende Partitionen unabhängig vom genutzten Dateisystem. Über die Menüpunkte ADDSWAP, TARGET, SOURCE und INSTALL nehmen Sie eine Installation ohne automatisches Überschreiben bestehender Daten vor.

Nachdem Sie Absolute Linux erfolgreich auf die Platte gepackt haben, startet der Bootmanager Lilo das Betriebssystem. Da bei der Installation lediglich der Administrator-Account angelegt wurde, können Sie sich zunächst nur als User root anmelden. Sie gelangen daraufhin in einen IceWM-Desktop, der außer einer Panelleiste am unteren Rand und einem Icon Downloads auf der Arbeitsoberfläche keine weiteren Elemente enthält. Ein Klick auf den Schalter Menu links unten im Panel fördert die übliche Gruppenstruktur der installierten Programme zutage. Daneben befinden sich einige Schnellstarter sowie ganz rechts das Netzwerk-Applet.

Volle Kontrolle

Ganz oben im Menü finden Sie einen Eintrag für das Control Center, mit dem Sie die die wichtigsten Anpassungen am Systems vornehmen. Hier finden Sie beispielsweise im Untermenü System den Eintrag Language zum Anpassen der Sprach- und Tastatureinstellungen. Damit Sie nicht permanent als Administrator mit dem System arbeiten müssen, legen Sie über den Eintrag Add User in diesem Menü auch einen neuen Nutzer an.

Als Schaltzentrale von Absolute Linux umfasst das Control Panel neben Konfigurationswerkzeugen für Drucker, Netzwerk, Display und wichtige Systemeinstellungen auch ein Benchmarking- und Info-Center sowie einen Zugang zum Slackware-eigenen Paketmanager Gslapt. So nehmen Sie von hier aus sehr bequem alle grundlegenden Einstellungen grafisch vor, ohne ins Terminal wechseln zu müssen (Abbildung 1).

Abbildung 1: Im Control Center passen Sie mit wenigen Klicks das Absolute-System an Ihre Wünsche an.

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