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Neues rund um Linux

15.04.2013

Leap-Motion-Controller unterstützt Linux

Der nur wenige Zentimeter große Leap-Motion-Controller erfasst Handgesten im Raum vor dem Monitor. Die dadurch mögliche intuitive Steuerung des Rechners ist jetzt auch unter Linux möglich. Sie schließen den Sensor per USB an den Computer an und platzieren den kleinen silbernen Stick dann direkt vor dem Monitor. Dort erfasst er alle Handgesten, die er wiederum in Bewegungen des Mauszeigers umsetzt. Auf diese Weise scrollen Sie etwa per Wischgeste die Internetseite im Browser weiter oder malen mit einem Stift in der Hand. Ähnlich wie die Kinect nutzt der Leap-Motion-Controller zwei Kameras und drei Infrarot-LEDs, die hier allerdings zur Zimmerdecke schauen. Sie erkennen Handbewegungen in bis zu einem Meter Entfernung. Das zugehörige Software Development Kit unterstützt mit der jetzt erschienenen Version 0.7.6 auch Linux, offiziell allerdings nur Ubuntu 12.04 und neuer. Der Leap-Motion-Controller kommt Mitte Mai zum Preis von 90 US-Dollar inklusive Versand auf den Markt, Vorbestellungen nimmt der Hersteller auf seiner Homepage unter https://www.leapmotion.com entgegen.

Mit dem Leap-Motion-Controller lässt sich auch Linux jetzt über Gesten steuern.

Plasma Media Center 1.0 erschienen

Das KDE-Projekt hat die erste Version seiner Media-Center-Software freigegeben. Betreiben lässt sie sich gleichermaßen auf PCs, Tablets, Netbooks, Fernsehern und allen weiteren Geräten, auf denen auch KDE läuft. Mit dem Plasma Media Center (PMC) kann man derzeit lediglich Bilder anschauen, Videos wiedergeben sowie Musik hören. Um die entsprechenden Dateien zu finden, gilt es entweder durch die Verzeichnisse der Festplatte zu navigieren oder aber die Desktop-Suche heranzuziehen. Bilder holt das Plasma Media Center auch von Picasa und Flickr ab. Das Plasma Media Center erlaubt das Anlegen von Wiedergabelisten, deren Einträge es entweder in sequenzieller oder zufälliger Reihenfolge abspielt. Der Funktionsumfang der Software lässt sich über Plugins erweitern. Derzeit steht das PMC nur in Quellcode-Form zur Verfügung, Binärpakete fehlen noch. Das Plasma Media Center in Aktion zeigen mehrere Videos, die Sie über Links in der offiziellen Ankündigung (http://tinyurl.com/lu0513-pmc) erreichen.

Schick, aber funktionell noch eingeschränkt: Das Plasma Media Center.

Open-Xchange macht Google Docs Konkurrenz

Die eigentlich durch ihre Groupware bekannte Firma Open-Xchange (http://www.open-xchange.com) veröffentlicht unter der Bezeichnung OX Documents eine Cloud-basierte Bürosuite. Als erste Anwendung erschien bereits die Textverarbeitung OX Text. Mit ihr öffnen und bearbeiten Sie Dokumente aus LibreOffice, OpenOffice und Microsoft Word direkt im Webbrowser. Anders als etwa Google Docs verwendet OX Text kein eigenes Dateiformat, sondern bearbeitet direkt die LibreOffice- oder MS-Word-Dateien, wobei das Layout des ursprünglichen Dokuments stets vollständig erhalten bleiben soll. Open-Xchange verspricht zudem, dass man auch bei Netzwerkstörungen oder Verbindungsabbrüchen Dokumente weiter im Browser bearbeiten kann. Alle Änderungen überträgt die Textverarbeitung dann nach dem nächsten Verbindungsaufbau wieder an den Server. OX Text steht der Dokumentenbetrachter OX Document Viewer beiseite. Er öffnet neben Text- und PDF-Dateien auch Dokumente aus Tabellenkalkulations- und Präsentationsprogrammen direkt im Browser. Im Lauf des Jahres sollen noch die Tabellenkalkulation OX Spreadsheet und das Präsentationsprogramm OX Presentations folgen. Das komplette Büropaket lässt sich Anwender als eigenständiges Produkt einsetzen oder in die Groupware OX App Suite integrieren. Eine Testinstallation des unter der GPLv2 stehenden Büropakets finden Sie unter http://ox.io/ox_text.

Gnome 3.8 samt Classic-Mode freigegeben

Gnome 3.8 ersetzt den alten Fallback- durch einen neuen Classic-Modus. In diesem zaubern Erweiterungen das noch aus Gnome 2 bekannte Menü an den oberen Bildschirmrand. Im Hintergrund werkelt allerdings weiterhin die Gnome-Shell, eine 3D-Grafikkarte ist also quasi Pflicht. Via Llvmpipe kann man die entsprechenden OpenGL-Berechnungen zwar an die CPU auslagern, das kostet aber entsprechend Leistung. In der Gnome-Shell selbst haben die Entwickler die Aktivitäten-Übersicht überarbeitet. So gibt es jetzt einen Reiter mit besonders häufig genutzten Anwendungen. Die Suchfunktion sammelt jetzt die Suchergebnisse aller Applikationen und präsentiert sie übersichtlich sortiert. In den neuen Privatsphäre-Einstellungen dürfen Sie festlegen, wer Zugriff auf die Inhalte des Computers erhält und was Gnome dann protokolliert. Ebenso legen Sie fest, welche Anwendungen Systembenachrichtigungen anzeigen sollen. Neu ist eine die Uhr-Anwendung für verschiedene Zeitzonen samt Wecker, Stoppuhr und Timer. Die Verwaltung für Online-Konten kann jetzt auch mit Owncloud umgehen. Animationen laufen nun weicher ab, darüber hinaus korrigierten die Entwickler über 60 Fehler und verbesserten zahlreiche Details (http://tinyurl.com/lu0513-gnome38).

Gnome 3.8 hält jetzt auch eine Liste häufig genutzter Anwendungen vor.

Linux-Nutzer attackieren Secure Boot per EU

Die spanische Linux-Anwender-Vereinigung Hispalinux hat wegen der "Sperrvorrichtung" UEFI Secure Boot Ende März bei der Europäischen Kommission Beschwerde gegen Microsoft eingereicht, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldete. Laut Hispalinux handelt es sich bei UEFI Secure Boot um "ein technisches Gefängnis für Betriebssysteme", das den Wettbewerb behindere und sowohl den Benutzern als auch der europäische Software-Industrie schade. Microsoft dagegen berief sich laut Reuters darauf, dass UEFI ein Industriestandard sei, und hält sein Vorgehen für gesetzeskonform. Das Büro des EU-Wettbewerbskommissars Joaquín Almunia dagegen mochte sich zu dem Thema nicht äußern. UEFI Secure Boot soll den Startvorgang besser gegen Schadsoftware schützen. In der Praxis müssen derzeit allerdings Betriebssysteme, die bei aktiviertem Secure Boot starten möchten, ihren Bootloader von Microsoft signieren lassen, wie etwa der Linux-Bootloader Shim.

Chromebooks jetzt auch in Deutschland

Google hat angekündigt, seine Chromebooks jetzt unter anderem auch in Deutschland, Frankreich, Irland und den Niederlanden zu verkaufen (http://tinyurl.com/lu0513-chromebook). Die Geräte selbst stammen von Acer, HP sowie Samsung und nutzen die Linux-Distribution Chrome OS von Google, die sich stark auf die Nutzung von Googles Web-Anwendungen und Diensten ausrichtet. Preise und Händler nennt Google in seiner Mitteilung zwar nicht, doch bieten Amazon, Cyberport und Saturn bereits Chromebooks zu Preisen ab 279 Euro an. Dafür gibt es ein Acer C710 mit Intel Celeron 847, 2 GByte Hauptspeicher, 320-GByte-Festplatte, Intel-Grafik und HDMI-Ausgang. Alle in derzeit in Deutschland angebotenen Chromebooks besitzen WLAN, ein Samsung-Modell für 350 Euro auch ein UMTS-Modul. Das von Google selbst hergestellte Top-Gerät namens "Pixel", das auch Linus Torvalds überschwänglich gelobt hatte, steht allerdings noch nicht zum Verkauf.

KURZ NOTIERT

Das Debian-Projekt hat das Release von Debian 7 für die Kalenderwoche 15 oder spätestens Kw 16 angekündigt (http://tinyurl.com/lu0513-wheezy). Da Debian-Releases immer am Wochenende erfolgen, heißt das: "Wheezy" erscheint am 13./14. oder 20./21. April.

Mit Tanglu tritt demnächst eine neue Distribution auf Debian-Basis an, die sich zu einer Ubuntu-Alternative entwickeln könnte. Tanglu (http://tanglu.org) soll im 6-Monats-Rhythmus erscheinen und stets neueste Software aus dem "Testing"-Repo mitbringen. Als Desktops dienen "Vanilla"-Versionen von Gnome und KDE.

Als "gigantischen Schritt vorwärts" bezeichnen die Entwickler das brandneue Maté 1.6. Der an Gnome 2 orientierte Desktop erfuhr mehr als 1800 Änderungen an der Codebasis. So wurden zahlreich veraltete Bibliotheken entfernt und durch Glib ersetzt, Dutzende neue Features kamen hinzu (http://tinyurl.com/lu0513-mate).

Die kommerzielle Scan-Software Vuescan 9.2.10 (http://www.hamrick.com)unterstützt jetzt zusätzlich 339 Brother-Scanner und damit insgesamt über 2100 Scanner-Modelle. Zu den Features des in der Basisversion 40 US-Dollar teuren Vuescan zählen Farboptimierung beim Scannen verblasster Dias und Drucke, das Scannen im Batchverfahren sowie eine PDF-Ausgabe.

In der Version Texmaker 4.0 basiert der beliebte LaTeX-Editor wahlweise auf Qt 4.7.2 oder Qt 5. Per [Strg]+[Umschalt]+[F2] schaltet er jetzt zwischen Master- und aktuellem Dokument um und stellt auch für Asymptote-Dateien ein Quick-Build-Feature bereit (http://www.xm1math.net/texmaker/log.html).

Das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnik hat Ubuntu als Betriebssystemreferenz auserkoren. Ubuntu Kylin (https://wiki.ubuntu.com/UbuntuKylin) wird speziell auf den chinesischen Markt zugeschnittene Anwendungen enthalten, wie das von der Regierung geförderte Büropaket WPS, und entsprechende Online-Dienste wie das Verkaufsportal Taobao einbinden.

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