Module und Bundles

Wie alle Distributionen kennt auch Porteus ein Paketsystem und Repositories [9]. Pakete heißen hier allerdings "Module" oder "Bundles". Sie funktionieren im Prinzip genau wie bei anderen Distributionen, im Detail zeigen sich aber einige deutliche Unterschiede. Porteus nutzt ein eigenes Paketsystem mit dem speziellen XZM-Format. Das erfordert es, Archive aus anderen Repositories zunächst zu konvertieren.

Als Paketquellen stehen neben denen von Slackware und Slax noch weitere bereit. Selbst der Einsatz von Debian-Paketen wäre theoretisch unter Porteus möglich, in der Praxis erweist sich das aber als nicht ganz einfach: So traten im Test dabei mehrfach Probleme auf, die dazu führten, dass sich größere Programme (Emacs, Luminance, Darktable) nur mit massiven manuellen Nacharbeiten nutzen ließen.

Das Modulkonzept bietet einige bei anderen Distributionen nicht vorhandene Möglichkeiten: Es verbindet Features von Live-Systemen mit denen einer festen Installation. Mit einem Doppelklick auf ein Modul im Dateimanager aktiviert dieser das Modul. Das funktioniert beispielsweise mit Konqueror, Thunar, Dolphin und PCmanFM. Die Programme landen nach einmaligem Download virtuell im Dateisystem. Auf die gleiche Weise entfernen Sie sie wieder.

Der ganze Vorgang dauert oft nur Sekundenbruchteile, die heruntergeladenen Module speichert Porteus nach Möglichkeit dauerhaft für einen erneuten Einsatz. Beim Aktivieren bindet Porteus das Modul transparent ein. Auf diese Weise bleibt das Grundsystem immer sehr schlank – was die Suche entlang von $PATH beschleunigt.

Software-Ausstattung

Eine Reihe spezieller Tools dienen zum Verwalten des Systems: Das Porteus Settings Centre fasst die wichtigsten zusammen (Abbildung 2). Sie haben hier die Möglichkeit, das System an eine Landessprache anzupassen, die Hardware zu konfigurieren (Monitor, Soundkarte, Drucker), eine Firewall einzurichten, Porteus-spezifische Einstellungen vorzunehmen oder das System auf anderen Datenträgern zu installieren.

Abbildung 2: Zum Verwalten des Systems setzt das Porteus-Projekt auf eigene Entwicklungen.

Natürlich steht bei den geringen Größen der ISO-Images kein komplett ausgestattetes Linux-System mit LibreOffice und Gimp bereit. Tatsächlich sind nur sehr wenige Anwendungen aktiviert – dazu gehören aber ein Mediaplayer und Anzeigeprogramme für Bilder – alles andere fügen Sie über das Modulsystem nachträglich hinzu. Für diese Aufgabe steht der Porteus Package Manager bereit. Seine Aufgabe liegt darin, Pakete in den verschiedenen Repositories zu finden, sie bei Bedarf zu konvertieren und zu aktivieren. In manchen Fällen funktioniert das problemlos, allerdings bei weitem nicht immer.

Porteus eignet sich aufgrund der modularen Struktur als Baukasten für verschiedene Aufgaben. Die Arbeit im Terminal ist dabei natürlich meistens die erste Wahl. Zahlreiche Alias-Konstrukte und Porteus-spezifische Skripte helfen bei häufig auftretenden Aufgaben: chkbase.sh überprüft die Komponenten des Systems, save-changes erzeugt ein Modul aus den vorgenommenen Änderungen, update_module aktualisiert die Module.

Porteus unterstützt darüber hinaus das Erzeugen eigener Versionen der Distribution. Sie finden dazu ein Shell-Skript mit dem Namen make_iso.sh im Ordner /porteus. Es generiert ISO-Images mit dem momentanen Zustand des Systems, berücksichtigt also die derzeit aktivierten Module.

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