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© Pelintra, sxc.hu

Komplexe Konzepte visualisieren mit CmapTools

Jenseits der Mindmap

Eine Grafik wirkt besser als ein wortreiches Traktat. Die CmapTools liefern Ihnen das Werkzeug zum Gestalten anschaulicher Konzeptkarten.

Wer Mindmaps kennt, kommt schnell auch mit Konzeptkarten zurecht. Beide liefern eine grafische Ansicht eines Netzwerks von Begriffen. Mindmaps beschränken sich jedoch meist auf lineare Hierarchien, in denen ein Begriff auf den nächsten verweist. Konzeptkarten (engl.: "Concept Maps") erlauben dagegen ein sehr viel komplexeres Vernetzen und das Darstellen semantischer Netzwerke.

Es gibt jedoch nur wenig Software, die diese Technik in digitaler Form bereitstellt. Die CmapTools des amerikanischen Institute for Human and Machine Cognition (IHMC) der Universität Florida fallen in diese Kategorie. Unter http://cmap.ihmc.us steht die Java-Software gegen Registrierung kostenlosen zum Herunterladen bereit.

Die in Java geschriebenen CmapTools laufen prinzipiell auf jeder Plattform, für Linux gibt es aber einen speziellen Installer. Um die Software einzurichten, rufen Sie die heruntergeladene Datei mit der Endung .bin in einem Terminal auf. Das Setup integriert die Software im Home-Verzeichnis im Unterordner IHMC_CmapTools. Das Verzeichnis MyCmaps enthält später die eigenen Konzeptkarten.

Die Installation der aktuellen Version 5.05.01 verlief im Test unter Ubuntu 12.04.1 LTS auf einem 64-Bit-Rechner problemlos. Das Programm erkannte sogar auf Anhieb eine ältere, im System installierte Version und ersetzte diese auf Nachfrage.

Erste Schritte

Beim ersten Aufruf starten Sie das Programm aus dem Verzeichnis ~/IHMC_CmapTools/bin. Es erscheint zunächst ein Logo mit dem Hinweis auf die Version, anschließend sehen Sie das Hauptfenster (Abbildung 1).

Abbildung 1: Das Startfenster der CmapTools zeigt die eigenen Konzeptkarten und ermöglicht weltweit den Zugriff auf die veröffentlichten Dokumente anderer Benutzer.

Man erkennt die eigenen Cmaps als Miniaturbilder, darf aber auch auf weltweit erstellte Cmaps zugreifen. Umgekehrt kann man die eigenen Cmaps anderen Benutzern über die Cmap-Homepage zur Verfügung stellen. Um das Konzept zu verstehen, erstellen Sie am besten einfach über Datei | Neues Cmap oder [Strg]+[N] eine neue Karte. So erhalten Sie ein neues, leeres Arbeitsblatt.

Über einen Doppelklick ins freie Blatt erzeugen Sie den ersten Knoten. Gleichzeitig taucht ein neues Dialogfenster auf, in dem Sie den Stil des Knotens, der Verbindungslinien und des Textes einstellen (Abbildung 2). Der neue Knoten enthält vier Fragezeichen, um darauf aufmerksam zu machen, dass hier noch Texteingabe erforderlich ist.

Abbildung 2: Ein Doppelklick ins freie Arbeitsblatt erzeugt einen noch leeren Knoten. Im Fenster Stile legen Sie die Attribute des Objekts fest.

Cmaps zusammenstellen

Das Sonnensystem eignet sich dafür, ein entsprechendes Konzept zu veranschaulichen. Zunächst beschriften Sie den zentralen Knoten und fügen auf die gleiche Weise Knoten für die anderen Elemente des Sonnensystems (Sonne, Planeten, Monde, Kometen) hinzu. Haben Sie alle Knoten eingegeben, heben Sie die Knoten farblich hervor. Bearbeiten Sie dabei den zentralen Knoten als letztes, weil die Software stets die letzte Einstellung immer als Standard für neue Knoten übernimmt.

Der eigentliche Sinn der Cmap besteht nicht darin, die semantischen Komponenten zu sammeln. Viel wichtiger ist die Möglichkeit, die Beziehungen zwischen diesen aufzuzeigen und zu benennen. Abbildung 3 zeigt ein Beispiel für die Beziehungen zwischen den Objekten eines Sonnensystems im heliozentrischen Weltbild. Hier sieht man, dass Cmaps deutlich über Mindmaps hinausgehen, indem sie zirkulare Beziehungen und verzweigte Konzepte erlauben.

Abbildung 3: Das Sonnensystem als Concept Map. Diese Ansicht zeigt farbliche Markierungen und verschiedene Formen der Beziehungen.

Darüber hinaus gestattet das Benennen von Beziehungen ein Mehr an Informationen. Das ermöglicht erheblich komplexere Strukturen als in Mindmaps. Farbe, unterschiedliche Strichstärken und Art der Verbindungslinien ergeben eine Fülle von Varianten, das Konzept schlüssig zu gestalten.

Die Beziehungen (Verbindungslinien) erstellen Sie dabei durch Anklicken der Objekte: Über dem gewählten Knoten erscheint ein Kasten mit zwei Pfeilen. Klicken Sie darauf und ziehen Sie den Mauszeiger dann zu einem anderen Knoten, so folgt der Beziehungspfeil und verbindet sich mit dem Zielobjekt, sobald Sie ihn an dessen Ankerpunkt loslassen. Auch hier erinnern wieder drei Fragezeichen daran, dass Sie die Beziehung benennen sollten.

Es empfiehlt sich, die Arbeit in regelmäßigen Abständen zu sichern. Die CmapTools erweisen sich im Test allerdings als außerordentlich standfest und stürzten nicht ein einziges Mal ab. Das Programm legt die Daten ausschließlich im Verzeichnis My_Cmaps als ZIP-Datei ab. Diese dürfen Sie dann beliebig kopieren und bewegen.

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