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Hardware-Informationen auslesen mit I-Nex

Gründliche Inventur

Grafikkarte, Prozessor und Festplatten – mit I-Nex haben Sie alle wichtigen Informationen über die Hardware im Blick.

Die Informationen über ein System, wie sie Ubuntu in den Einstellungen präsentiert, erweisen sich oft als zu unübersichtlich: Entweder liegen die Daten über Prozessor, Festplatten und Schnittstellen an verschiedenen Stellen oder sie gehen, wie unter System | Informationen, mitunter zu wenig in die Tiefe.

Hier bietet sich I-Nex als Alternative an [1]. Es bündelt die Daten zu den Geräten in einer übersichtlichen Oberfläche. Auf diese Weise brauchen Sie sich nicht durch die einzelnen Tools der jeweiligen Desktop-Umgebung oder durch die Befehle für die Kommandozeile zu quälen. Andere bekannte Hilfswerkzeuge wären CPU-G [2] und HardInfo [3].

Die Installation geht dank Sudo und den richtigen PPAs leicht von der Hand. I-Nex setzt auf die Programmiersprache Gambas, einen objektorientierten Basic-Dialekt, der unter Linux als Ersatz für Visual Basic fungiert. Der Name Gambas steht als rekursive Abkürzung für "Gambas Almost Means Basic".

I-Nex benötigt aktuelle Gambas3-Pakete, die Sie weder in der LTS-Version 12.04 noch in der Ubuntu 12.10 finden. Fügen Sie daher zur Installation die PPAs für die aktuelle Version manuell hinzu, damit die Pakete beim Einspielen von I-Nex bereit stehen (Listing 1). Für Ubuntu-Derivate gelten bei der Installation von I-Nex die gleichen Schritte.

Listing 1

$ sudo add-apt-repository ppa:nemh/gambas3
$ sudo add-apt-repository ppa:i-nex-development-team/stable
$ sudo apt-get update
$ sudo apt-get install i-nex

Nach der Installation starten Sie I-Nex mit dem Befehl i-nex.gambas oder rufen das Programm über das Startmenü auf. Nach dem Start benötigt I-Nex einen kurzen Augenblick, um die Hardware-Daten zusammenzusuchen, die es dann per grafischer Benutzeroberfläche ausgibt. Die Informationen über den Rechner fasst es in zehn Reitern zusammen.

Detaillierte Infos

In den ersten beiden Reitern finden Sie Daten zu den Prozessoren. Unter CPU stehen dabei unter anderem die genaue Bezeichnung des Typs, die Taktfrequenz, die Anzahl der Kerne und Größe des Caches (Abbildung 1). Ein Klick auf den Button Info öffnet den zum Prozessor passenden Eintrag auf der Website http://www.cpu-world.com, die weitere Informationen über den Prozessor und die zugehörige Prozessorfamilie bereitstellt.

Abbildung 1: In zehn Reitern bietet I-Nex eine Übersicht aller wichtigen Hardware- und Systeminformationen. Hier erfahren Sie beispielsweise alles über den Hauptprozessor.

Den Cache zeigt die Software pro Kern an. Im Teilbereich Cache haben Sie zudem die Möglichkeit, über die Auswahlliste unten rechts den jeweiligen Kern auszuwählen, für den Sie sich die Angaben ansehen möchten.

Hilfreiche Daten über die Grafikkarte und die darin verbauten Chipsätze finden Sie unter GPU. Unter Graphics Card steht der Name der GPU sowie die Modellnummer. Um einen schnellen Überblick der unterstützten Auflösungen zu erhalten, schauen Sie nur unter Available Resolutions nach: Neben der minimalen und der aktuell eingestellten Auflösung nennt I-Nex hier auch die höchstmögliche.

So finden Sie von Reiter zu Reiter die wichtigsten Informationen zentral und mit wenigen Klicks. Etwas schmallippig gibt sich das Programm unter Mobo (Informationen zum Motherboard) sowie unter Sound. Dagegen präsentiert I-Nex im Reiter Drive umfangreiche Informationen über die ins System eingebundenen Laufwerke und Speichermedien (Abbildung 2).

Abbildung 2: Während die meisten Reiter übersichtliche Infos bieten, wirken die Daten unter Drive massiv gequetscht.

Neben der Angabe zum Hersteller, zum Modell und der Größe sowie derzeitig freien Kapazität zeigt I-Nex alle erdenklichen Daten zum Zustand des ausgewählten Laufwerks an. Über die zwei Auswahllisten wechseln Sie bei Bedarf zu einem anderen Laufwerk beziehungsweise bei Festplatten einer anderen Partitionen.

Abgesehen von reinen Infos zur Hardware gibt I-Nex zusätzlich Auskünfte über die verwendete Distribution sowie den Kernel. Auf dem Reiter System erfahren Sie wichtige Basisdaten zur Linux-Umgebung: Name, Distribution, Version, Architektur sowie die Version des eingesetzten Desktops.

Über den Button Check erfahren Sie, wie viele Pakete derzeit auf dem System eingespielt sind. Kernel listet alle auffindbaren Betriebssytemkerne und hebt dabei den gerade aktiven hervor. Der hier angebotene Button Show modules öffnet ein Fenster, in dem Sie Informationen zu einzelnen Kernel-Modulen sehen.

Reports generieren

I-Nex bietet einige recht brauchbare Zusatzfunktionen, um die ermittelten Daten mit anderen zu teilen. Die entsprechenden Tools erreichen Sie über die Schaltflächen am unteren linken Fensterrand. Mit dem linken Button, auf dem Sie ein Kamera-Symbol sehen, erstellen Sie einen Screenshot des aktuellen Reiters und speichern diesen als PNG- oder JPG-Datei an einem Ort der Wahl.

Alternativ generiert das Programm auf Wunsch einen umfassenden Bericht in Textform. Dazu klicken Sie auf das Drucker-Symbol, über den Sie den Dialog Generate Report öffnen. Hier wählen Sie aus, Daten aus welchen Reitern der Bericht enthalten soll. Dabei irritiert etwas, dass die Software nicht alle Reiter namentlich nennt. Die auf der rechten Seite des Dialogs auswählbaren Eigenschaften enthalten aber die Befehle für die Kommandozeile, welche die Daten für die fehlenden Reiter liefern.

Nach dem Auswählen alle gewünschten Inhalte legen Sie über das Kontrollkästchen Send report to nopaste service fest, ob Sie den Report an einen No-Paste-Dienst senden wollen. Solche Dienste machen es überflüssig, lange Texte in Foren oder Chats einzufügen. Stattdessen posten Sie einen Link, über den der hinterlegte Text bereit steht.

Sollten Sie einen solchen Dienst nutzen wollen, aktivieren Sie einfach das Kontrollkästchen und wählen den entsprechenden Dienst aus. Sobald Sie dann auf Generate klicken, lädt die Software den Report zum ausgewählten Dienst hoch, speichert ihn aber unabhängig davon in jedem Fall lokal im angegebenen Ordner zusätzlich als Textdatei. Der Link, unter dem Sie den Report im Internet erreichen, erscheint in dem zuvor leeren Textfeld (Abbildung 3).

Abbildung 3: Ausführliche Reports zum Teilen mit anderen erleichtern die Fehlerbehebung und den Austausch von Informationen.

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