CPU-Lastigkeit

Zwar wurde Opus mit den neuesten Techniken der Audio-Kompression entworfen, ein Design-Aspekt war jedoch, die Rechenlast möglichst gering zu halten. Zum Decodieren benötigt Opus nun etwas mehr Rechenpower als Vorbis, beim Kodieren braucht der CELT-Encoder sogar noch weniger. Der wesentlich komplexere Silk-Encoder jedoch belastet die CPU deutlich mehr als sein CELT-Bruder.

Opus lässt sich für CPUs ohne Fließkomma-Einheit als Fixedpoint-Variante mit dem Flag --enable-fixed-point kompilieren. Laut den Entwicklern laufen sowohl Decoder als auch Encoder problemlos auf allen gängigen Embedded-CPUs in Echtzeit. Aber Vorsicht: Auf CPUs mit Fließkomma-Einheit arbeitet die Fixedpoint-Variante langsamer und liefert auch eine etwas schlechtere Audio-Qualität.

Trickkiste

Opus nutzt jede Menge teils brandneuer Tricks. So erlaubt es der Codec, die Zeit- oder Frequenz-Auflösung in jedem Block für jedes Frequenzband getrennt festzulegen. Beispielsweise priorisiert er in einem Musikstück beim Einsatz eines neuen Instruments die Zeit im Block höher als die Qualität, damit der Einsatz 100-prozentig korrekt ausfällt. Das betrifft aber nur die Frequenzen des neuen Instruments, auf einem anderen Block bildet es ein schon klingendes Instrument stattdessen mit besserer Frequenzauflösung ab. Konkurrierende Codecs wie Vorbis, AAC oder MP3 priorisieren pro Block für alle Frequenzen entweder den korrekten Einsatz oder die Qualität.

Ebenfalls neu ist das "Pre-Echo Cancelling", das durch starke Quantisierung entstehende, hörbare "stille" Löcher vor dem Einsatz eines Instruments erkennt und mit Rauschen füllt. Durch "Forward Error Correction" gibt sich Opus robust gegen Bitfehler, die beim Übertragen entstehen. Es gibt viele neue Möglichkeiten bei der Zuordnung der Bits, die künftiges Verbesserungspotenzial beim Encoder erahnen lassen. Der "Allocation Tilt" beispielsweise wendet die Bandbreite eher für die höheren oder die niedrigeren Frequenzen auf. Beim "Band Boosting" gibt der Encoder bestimmten Frequenzbändern mehr Bandbreite – dieses Feature nutzt der Encoder momentan noch gar nicht, aber die Möglichkeit sieht die Spezifikation bereits vor.

Übrigens spielte bei der Opus-Entwicklung die Psychoakustik, also das Weglassen von für das menschliche Ohr unhörbaren Frequenzen, keinerlei Rolle: Den Entwicklern zufolge genügte es vollauf, die Energie des Signals möglichst korrekt abzubilden.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 6 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

  • Jitsi 2.0 erlaubt Videokonferenzen und mehr

    Version 2.0 der sicheren und quelloffenen VoIP- und Instant-Messenger-Software Jitsi erlaubt Mehrparteien-Videokonferenzen über XMPP, bringt verbesserte Hotplug-Unterstützung für Audiogeräte mit, eine gänzlich überarbeitete GUI sowie die Unterstützung für OPUS (Audio-Codec) und VP8 (Video-Codec).
  • Firefox 28 freigegeben
    Die neue Version des Browsers Firefox bringt nur wenige Änderungen mit. Neu sind unter anderem die Wiedergabe von VP9-Videos und die Unterstützung für den Audio-Codec Opus in WebM-Medien.
  • Rippen mit Grip
  • Neues rund um Linux
  • Software
    Im Quartalsrhythmus erscheinen viele Programme in neuer Version. Eine Auswahl stellen wir regelmäßig vor. Auf der Heft-DVD finden Sie die passenden Pakete und Installationshinweise. (Teil 2/2)
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 08/2015: Cloud-Speicher

Digitale Ausgabe: Preis € 4,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Grammatikprüfung in LibreOffice nachrüsten
Grammatikprüfung in LibreOffice nachrüsten
Tim Schürmann, 24.04.2015 19:36, 0 Kommentare

LibreOffice kommt zwar mit einer deutschen Rechtschreibprüfung und einem guten Thesaurus, eine Grammatikprüfung fehlt jedoch. In ältere 32-Bit-Versionen ...

Aktuelle Fragen

Empfehlung gesucht Welche Dist als Wirt für VM ?
Roland Fischer, 31.07.2015 20:53, 0 Antworten
Wer kann mir Empfehlungen geben welche Distribution gut geeignet ist als Wirt für eine VM für Win...
Plugins bei OPERA - Linux Mint 17.1
Christoph-J. Walter, 23.07.2015 08:32, 2 Antworten
Beim Versuch Video-Sequenzen an zu schauen kommt die Meldung -Plug-ins und Shockwave abgestürzt-....
Wird Windows 10 update/upgrade mein Grub zerstören ?
daniel s, 22.07.2015 08:31, 5 Antworten
oder rührt Windows den Bootloader nicht an? das ist auch alles was Google mir nicht beantw...
Z FUER Y UND ANDERE EINGABEFEHLER AUF DER TASTATUR
heide marie voigt, 10.07.2015 13:53, 2 Antworten
BISHER konnte ich fehlerfrei schreiben ... nun ist einiges drucheinander geraten ... ich war bei...
PCLinuxOS lässt sich nicht installieren
Arth Lübkemann, 09.07.2015 18:53, 6 Antworten
Hallo Leute, ich versuche seit geraumer Zeit das aktuelle PCLinuxOS KDE per USB Stick zu insta...