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© Luciano De Polo, 123RF

Zwei aktuelle E-Book-Reader mit Linux im Test

Zwischen den Zeilen

Um Ihre private Bibliothek auch im handlichen E-Book-Format angenehm zu konsumieren, brauchen Sie nicht zwingend ein Highend-Lesegerät.

E-Book-Reader sieht man inzwischen in jeder S- und U-Bahn. Während Geräte der ersten Generationen noch einige technische Startschwierigkeiten aufwiesen oder allzu stark auf einzelne Anbieter zugeschnitten waren, haben aktuelle E-Book-Reader die Kinderkrankheiten überwunden und lassen sich deutlich flexibler einsetzen.

Genau genommen handelt es sich bei den E-Book-Readern um spezialisierte Tablet-PCs. So suchen Sie bei den Geräten in aller Regel vergeblich eine herkömmliche Tastatur, und außer einem Kartenslot für SD-Karten weisen die Reader so gut wie keine Erweiterungsmöglichkeit auf. Ihre Displays fallen kleiner und weniger hoch auflösend aus als bei den meisten Tablets.

Bei den für E-Book-Reader typischen Pearl- oder E-Paper-Displays handelt es sich um passive Bildschirme, die bis zu 16 Graustufen darstellen und extrem wenig Energie verbrauchen. Da sie nur zum Bildaufbau Strom benötigen, kommen die Geräte mehrere Wochen mit einer einzigen Akkuladung aus. Zudem ähnelt das Schriftbild moderner E-Paper-Displays sehr dem auf herkömmlichem Papier: Das schont die Augen.

Die weiteren Vorteile der Displays liegen in der hohen Blickwinkelstabilität und der matten Beschichtung, die selbst bei starkem Sonnenschein eine hervorragende Ablesbarkeit gewährleistet. Höherwertige E-Book-Reader bringen zudem druck- und bewegungssensitive Bildschirme mit, sodass die Navigation innerhalb der elektronischen Bücher entsprechend komfortabel ausfällt.

Für unseren Test gehen ein Oberklasse-Gerät des französischen Herstellers Bookeen sowie ein Einsteigermodell des IT-Hersteller Trekstor an den Start (siehe Tabelle "Technische Daten").

Technische Daten

  Bookeen Cybook Odyssey HD FrontLight Trekstor 4Ink
CPU Cortex A8 TI OMAP3611 Rockchip 2808A
Taktfrequenz 800 MHz 600 MHz
Speicher 128 MByte 64 MByte
Flashspeicher 2 GByte 2 GByte
SD-Slot ja ja
Display
Größe 6 Zoll 6 Zoll
Auflösung 758x1024 600x800
Graustufen 16 16
Touchscreen ja nein
Sonstiges
WLAN ja nein
PC-Anschluss USB 2.0 USB 2.0
Akku Li-Polymer Li-Polymer
Beleuchtung ja (LED) nein
Preis 129 Euro 60 Euro

Bookeen Cybook

Der Bookeen mit dem sperrigen Namen Cybook Odyssey HD FrontLight (Abbildung 1) führt als Spitzenmodell die Cybook-Familie aus Frankreich an [1]. Hierzulande vertreibt die Buchhandelskette Thalia die Hardware zum Preis von 129 Euro. Nicht nur durch die opulente technische Ausstattung macht den Bookeen interessant, sondern vor allem die Vielzahl der unterstützten E-Book-Formate sowie die Tatsache, dass als Betriebssystemkern Linux 2.6 zum Einsatz kommt.

Abbildung 1: Das Bookeen Cybook Odyssey HD FrontLight wartet mit einer Cortex-A8-CPU, 128 MByte RAM und einem 6-Zoll-Touchscreen mit matter Oberfläche auf.

Aber auch die sonstigen technischen Spezifikationen machen neugierig: Als CPU dient ein Cortex-A8-Mobilprozessor von Texas Instruments mit 800 MHz Taktfrequenz. Die Speicherausstattung umfasst 128 MByte RAM und zwei GByte Flash. Über einen MicroSD-Slot erweitern Sie bei Bedarf den Speicher um bis zu 32 GByte. Ein WLAN-Modul, das nach IEEE 802.11b/g/n arbeitet, erlaubt es, mit dem Bookeen Inhalte über das Internet zu laden.

Der fest eingebaute Akku liefert 1600 mAh und hält damit laut Hersteller mehrere Wochen Nutzung durch. Beim Display handelt es sich um einen 6-Zoll-Touchscreen mit matter Oberfläche. Das Pearl-Display bietet eine Auflösung von maximal 758x1024 Punkten und verfügt über eine zuschaltbare LED-Beleuchtung für den Einsatz im Dunklen.

Spartanisch gibt sich der Bookeen bei den Bedienelementen: Neben der Einschalttaste gibt es lediglich zwei seitlich am Gerät angebrachte Tasten zum Blättern sowie eine Menütaste, die zum Zuschalten der Beleuchtung dient. Mit gerade einmal rund 180 Gramm Gewicht entpuppt sich der Reader dabei als echtes Leichtgewicht, wirkt in seinem etwas billig anmutenden Kunststoffgehäuse aber absolut unspektakulär.

Im Thalia-Karton befindet sich neben einer mehrsprachigen Kurzanleitung noch ein USB-Kabel, das sowohl dem Aufladen des Akkus als auch zum Übertragen der Daten vom PC auf den E-Book-Reader dient.

Software

Laut Hersteller versteht sich der Thalia-Reader mit einer stattlichen Anzahl unterschiedlicher Dokumentenformate: Neben Inhalten im EPUB- und PDF-Format unterstützt die Software HTML, ASCII-Text und das FB2-Format. Der Bookeen zeigt Bilder der Formate JPEG, PNG, GIF, TIF, BMP, ICO und PSD an – allerdings nur in 16 Graustufen. Zwar beherrscht der Reader den Umgang mit DRM-belasteten Inhalten, versteht sich jedoch auch auf frei erhältliche E-Books in vielen Formaten. Die Vielzahl der Dateiformate ermöglicht einen flexiblen Einsatz.

Das Menüsystem des Readers unterstützt 23 unterschiedlichen Sprachen. Zur Software-Ausstattung zählt neben einem auf Webkit basierenden, sehr schnellen Webbrowser auch der Adobe Reader Mobile  9.2 mit. Der Quellcode des Geräts ist unter der GPLv3 publiziert, und der Hersteller bietet über seine Website nach einer entsprechenden Registrierung Firmware-Updates an [2].

Aktuelle Inhalte stehen über den Thalia-Buchshop bereit, der sich ebenfalls ins System integriert. Die Einstiegsaustattung umfasst zudem über 100 E-Books in unterschiedlichen Sprachen, wobei es sich hier durchgängig um Werke der klassischen Literatur handelt. Selbstverständlich besteht die Möglichkeit, Inhalte freier Projekte auf dem Bookeen zu installieren.

So haben sich im Internet inzwischen mehrere virtuelle Bibliotheken etabliert, die unterschiedlichste Inhalte mit meist ausgelaufenem Urheberrecht in mehreren Formaten anbieten. Als Pionier im Bereich der freien E-Books besonders bekannt ist das Projekt Gutenberg, das eigenen Angaben zufolge inzwischen mehr als 36 000 E-Books in den wichtigsten Formaten anbietet [3].

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Kommentare
Einzelkauf Artiekl wäre schön
Janet Kieper, Mittwoch, 27. März 2013 14:44:34
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Schade, dass man ein Print-Abo haben muss, um den Artikel über ein zusätzliches Community-Abo online lesen zu können. Ich würde gerne einen Euro bezahlen, um diesen Artikel online zu lesen, aber Einzelkauf ist ja leider nicht vorgesehen :(.


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