Wetter-Widgets erfreuen sich auf dem Desktop-PC schon seit vielen Jahren großer Beliebtheit. Allerdings laufen sie nicht immer so stabil und zuverlässig, wie man es sich eigentlich wünscht. Anders verhält es sich mit der minimalistischen Wetter-Software Stormcloud [1], die sich sich wie jedes anderen Programm unter Ubuntu verhält und sich darüber hinaus durch ihr schickes, minimalistisches Design auszeichnet. Das Widget lässt sich unter Ubuntu 12.04 sowie 12.10 einsetzen.

Stormcloud beschränkt die Informationen zum aktuellen Wetter auf das Wesentlichste, sodass Sie stets den Überblick behalten: Neben der Temperatur und der Windgeschwindigkeit stellt es lediglich noch die relative Luftfeuchte dar. Dafür finden Sie am unteren Rand des Stormcloud-Fensters eine Vorhersage für das Wetter der nächsten vier Tage. Die meteorologischen Informationen besorgt sich Stormcloud beim Wetterdienst von Yahoo [2]. Daher stellt es für das Widget auch kein Problem dar, die korrekten Daten selbst für das kleinste Dorf anzuzeigen.

Closed Source

Hinter Stormcloud steckt das bekannte neuseeländische Entwicklerstudio Caffeinated Code [3], von dem auch die bekannten Anwendungen Nitro (für die Aufgabenverwaltung) und Lightread (für das Lesen von RSS-Feeds) stammen.

Im Gegensatz zu Lightread [4], bei dem es sich um freie Software handelt, uterliegen Nitro und Stormcloud einer proprietären Lizenz und sind Closed Source. Waren die ersten Ausgaben von Stormcloud noch gratis erhältlich, so kostet die aktuelle Version im Ubuntu Software Center 2,99 US-Dollar, also umgerechnet rund 2,30 Euro.

Der für ein solches Widget verhältnismäßig hohe Obolus erklärt sich aus der Preispolitik von Canonical: Bei 2,99 Dollar handelt es sich um den Mindestpreis, den Entwickler für Ihre Anwendungen im Ubuntu Software Center verlangen müssen. Canonical begründet dies mit den relativ hohen Transaktionsgebühren, die bei jeder Bezahlung anfallen [5].

Stormcloud konfigurieren

Nach der Installation nistet sich Stormcloud als Starter in der Unity-Leiste ein, von wo aus Sie die Anwendung direkt aufrufen. Zu Beginn begrüßt das Widget Sie mit der aktuellen Wetterlage in der malaysischen Metropole Kuala Lumpur, wobei sie die Temperatur in Grad Fahrenheit und die Windgeschwindigkeit in Meilen pro Stunde darstellt.

Die Einheiten, in denen Stormcloud seine Informationen präsentiert, lassen sich jedoch einfach und schnell ändern. Am oberen rechten Rand des Stormcloud-Fensters befinden sich neben dem Symbol für das Neuladen der Wetterdaten zwei pfeilähnliche Symbole, mit denen Sie zwischen den konfigurierten Orten wechseln. Blättern Sie nach ganz rechts, tauchen nach zwei weiteren voreingestellten Städten – Bieber (Kalifornien) und Stockholm – die Konfigurationsoptionen der Anwendung auf (Abbildung 1).

Abbildung 1: Die Stormcloud-Einstellungen präsentieren sich übersichtlich und lassen sich intuitiv bedienen.

Die Einheiten stellen Sie ganz einfach um, indem Sie auf die entsprechenden Buttons für Celsius (°C) und Kilometer pro Stunde (kph) klicken. Unterhalb der Einheiten finden Sie eine Farbleiste, über die Sie gegebenenfalls die Hintergrundfarbe der Stormcloud-App ändern. Aktivieren Sie das Kontrollkästchen Use Chameleonic Background, dann passt sich Stormcloud farblich dem Bildschirmhintergrund an (Abbildung 2). Hier ist jedoch keine Transparenzfunktion im Spiel, die man vielleicht an dieser Stelle erwarten könnte. Stattdessen bestimmt Stormcloud automatisch einen passenden Farbton als soliden Fensterhintergrund.

Abbildung 2: Bei Bedarf lässt sich Stormcloud so konfigurieren, dass seine Grundfarbe sich automatisch an den Desktop-Hintergrund anpasst.

Geografische Schwächen

Über das Plus-Symbol neben Locations fügen Sie den bereits vorhandenen weiteren Städte hinzu. Dazu geben Sie nach einem Mausklick auf das Symbol den Ortsnamen in das neu erscheinende Feld Location ein, zum Beispiel Hamburg. Nach einem Druck auf die Eingabetaste sucht Stormcloud die entsprechenden Informationen im Internet.

Nach erfolgreicher Suche bestätigt ein nun auftauchendes Häkchen-Symbol den Erfolg der Suche. Nun müssen Sie einmal auf diesen Haken klicken, um die Übernahme des Orts in die Stormcloud-Liste zu bestätigen: Sollten Sie diesen letzten Schritt vergessen, müssen Sie den Vorgang noch einmal ganz von vorn beginnen.

Nach der erfolgreichen Eingabe des Orts können Sie über die Pfeilsymbole ganz nach links blättern, um sich die Wetterinformationen für – in unserem Beispiel – Hamburg zu betrachten.

Mit deutschen Ortbezeichnungen scheint Stormcloud selbst kein Problem zu haben: Wenn Sie zum Beispiel München oder Würzburg eingeben, findet das Widget diese Städte sofort und trägt sie auch in seine Liste ein. Dort erscheinen sie dann allerdings einigermaßen krude als Munich beziehungsweise Wurzburg in der Locations-Liste. Hier müssen die Entwickler offensichtlich noch nachbessern.

Fazit

Stormcloud läuft stabil und sieht zudem richtig schick aus. Den hervorragenden optischen Eindruck trüben lediglich die verhunzten deutschen Ortbezeichnungen. Schade ist auch, dass sich die Wetterdaten nur im Stormcloud-Programmfenster selbst einsehen lassen – es wäre wünschenswert, dass die App beispielsweise die aktuelle Temperatur auch in der Unity-Leiste anzeigen könnte. In älteren Versionen war dies noch möglich. Dennoch präsentiert sich Stormcloud als nette kleine Anwendung für den Desktop, die trotz der notwendigen Investition rund zwei Euro eine gute Figur macht. 

Infos

[1] Stormcloud: https://apps.ubuntu.com/cat/applications/stormcloud/

[2] Yahoo-Wetter: http://de.wetter.yahoo.com/

[3] Caffinated Code: http://caffeinatedco.d

[4] Lightread: Vincze-Aron Szabo, "Steter Fluss", LU 12/2012, S. 61, http://www.linux-community.de/27072

[5] Ubuntu-FAQ für kommerzielle Software: http://developer.ubuntu.com/publish/commercial-software-faqs/

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