Aktuelles

Neues rund um Linux

19.03.2013

Mir: Canonical will eigenen Display-Server für Ubuntu

Weder X.org noch Wayland: Canonical will in Zukunft in Ubuntu auf allen unterstützten Geräten vom PC über Mobiltelefone bis zu TV-Sets einen selbst entwickelten Display-Server namens Mir einsetzen. Das begründet das Unternehmen damit, dass weder das alte X Window System noch das bislang favorisierte Wayland die gestellten Anforderungen erfüllen würden. X sei kompliziert, mit Features überladen, und eigne sich nicht für Mobilgeräte; dem Wayland-Display-Manager Weston fehle ein klar definiertes Treibermodell sowie ein "rigoroser Entwicklungsprozess", so bloggte Canonicals "Technical Architect" Thomas Voss. Um bestehende X-Anwendungen weiterhin nutzen zu können, soll Mir ähnlich wie Wayland ein X-Server enthalten ("XMir"). Daneben bedingt Mir auch umfangreiche Umbauten an der Unity-Shell, die Canonical dazu als "Unity Next" auf Qt5 und QML2 portieren will. Laut derzeitiger Roadmap (https://wiki.ubuntu.com/MirSpec) soll Mir bereits im Oktober 2013 auf Ubuntu-Telefonen und Tablets auftauchen und im April 2014 auf sämtlichen Plattformen laufen. (Tim Schürmann)

So sieht die Mir-Architektur in der schematischen Darstellung aus. (Bild: Canonical)

Dells Ubuntu-Ultrabook jetzt im Handel

Dell verkauft sein Ultrabook XPS 13 Developer Edition mit vorinstalliertem Ubuntu 12.04 LTS nun auch offiziell im deutschsprachigen Raum. Im Dell Online-Shop unter http://www.dell.de/linuxentwickler kostet das Gerät 1277 Euro inklusive Versandkosten. Zusammen mit Canonical und der Ubuntu-Community hat Dell das Gerät im Rahmen des "Project Sputnik" entwickelt. Auf dem XPS 13 mit einem Intel Core-i7-Prozessor (bis 3,1 GHz), 13,3-Zoll-Display (spiegelnd, Full HD), 8 GByte DDR3-RAM und einer 256-GByte-SSD läuft ein vorinstalliertes Ubuntu 12.04 LTS. Ergänzt wird das Paket durch das extra entwickelte Profile Tool, das zum Beispiel Profile für Ruby- oder Android-Entwickler mitbringt und die von den Entwicklern häufig genutzten Tools installiert. Ebenfalls an Bord ist der Cloud Launcher, der für Testzwecke eine Microcloud auf das Gerät spielt. Die damit entwickelten Container lassen sich dann in eine reale Cloud-Umgebung exportieren. (kki)

Blender 2.66 mit Starrkörpersimulation und Haarstrukturen

Das neue Blender (http://www.blender.org) mit der etwas krummen Versionsnummer 2.66 verspricht keine großen Neuigkeiten, bringt aber einige Funktionen mit, auf welche die Nutzer bereits länger warten. Das Dynamic Topology Sculpting erlaubt es, Teile eines Modelliernetzes zu verfeinern und so mit Hilfe recht einfacher Netze sehr feine Bildern zu meißeln. Die Integration der Bullet-Physics-Bibliothek ermöglicht Starrkörpersimulationen (Rigid Body Simulations) auch außerhalb von Blenders Game Engine. Haare stellt Blender nun überzeugender dar, indem es Primitive für Bezierkurven, Zylinder und Triangle-Strips verwendet. Die Image-Pipeline brachten die Entwickler dazu, sich kompatibel zu den Bildstandards für Transparenz zu verhalten. Das Bevel-Werkzeug lässt den Anwender nun einzelne Vertices bearbeiten, an der Darstellung von Flüssigkeiten wurde überarbeitet und der Collada-Import/Export funktioniert nun auch für Animationen. (kki)

Das Dynamic Topology Sculpting erlaubt, mit Blender 2.66 sehr feine Bildern zu meißeln. (Bild: adesypersefone, Blender.org)

KDE-Finanzverwaltung Skrooge in neuer Version

Die Finanzverwaltung Skrooge für den KDE-Desktop kommt in der neuen Version 1.6.0 mit einem generalüberholten Dashboard, das ein schnelleres Hinzufügen, Entfernen und Bewegen der Elemente erlaubt. Zudem gibt es Verbesserungen an der Import-Funktion: Die Software lässt sich nun um zusätzliche Backends erweitern. Skrooge behält die Ausgaben und Eingaben von KDE-Nutzern im Auge, erstellt Zusammenfassungen mit grafischen Elementen und verfolgt Erfolge und Misserfolge von Investitionen. Die Software unterstützt mehrere Konten und kommt mit verschiedenen Währungen zurecht. Zum Gestalten der Graphen stehen mehr Stilarten bereit, auch das Rendern klappt zügiger. Im Bookmark-Bereich gibt es die neuen Optionen Open all" und Bookmark current page here. Zusätzliche Buttons sollen helfen, das Kontextmenü zu entdecken. Zudem zeigt ein Cursor an, dass sich die Dashboards bewegen lassen. Sämtliche Neuerungen und Reparaturen listet die Projektwebseite unter http://skrooge.org auf. (kki)

So sieht das überarbeitete Dashboard des neuen Skrooge 1.6.0 aus. (Bild: Skrooge.org)

Inoffizielles Debian-Paket für Steam verfügbar

Ein begeisterter Steam-Nutzer namens GhostSquad57 (https://github.com/GhostSquad57) hat ein eigenes Installationspaket für "Debian Wheezy" geschnürt und auf GitHub veröffentlicht. Damit soll sich der Steam-Client leichter einspielen und problemloser nutzen lassen. Neben dem Quellcode der enthaltenen Skripte gibt es auch ein fertiges DEB-Paket. Im Gegensatz zu Valves originalem Ubuntu-Päckchen enthält diese inoffizielle Variante auch einige vom Steam-Client benötigte Bibliotheken aus Ubuntu. Diese landen bei der Installation im separaten Unterverzeichnis /usr/lib/steam/i386-linux-gnu. Damit der Steam-Client die dortigen Bibliotheken auch nutzt, muss man ihn über das Skript steam-debian starten. Auf Reddit bittet der Autor um Fehlermeldungen und Kommentare. Für seine Arbeit musste GhostSquad57 neben Lob von Spielern auch bereits Kritik einstecken, weil er mit seinem Installer die Lizenzbedingungen des Steam-Clients verletzt: Den gibt es offiziell derzeit nur für Ubuntu.

Kernel 3.8 optimiert Dateisysteme und Grafik

Das jüngste Release des Kernels trägt die Versionsnummer 3.8 und bringt vor allem Verbesserungen bei den Dateisystemen sowie dem Grafikkarten-Code mit (https://lkml.org/lkml/2013/2/18/476). Der Support für i386-Prozessoren endet dagegen mit dieser Version. Zu den Highlights gehört das experimentelle Flash-Dateisystem F2FS von Samsung: Es unterstützt den "Flash Transition Layer", mit dessen Hilfe sich zahlreiche Consumer-SSDs als blockorientierte Geräte tarnen, und schreibt seine Daten in einen Ringspeicher ("Log-structured FS"). Ext4 speichert jetzt sehr kleine Dateien direkt in Inodes. Der Kernel-Part des freien Treibers Nouveau unterstützt nun die 3D-Funktionen von Nvidia-Karten, daneben gibt es Performance-Steigerungen für die quelloffenen Radeon-Treiber für AMD-Grafikkarten sowie Support für die GPUs von Intels neuer "Haswell"-Generation. (kki)

KURZ NOTIERT

Mehr als 100 Bugfixes und Patches bringt das monatliche Update KDE SC  4.10.1 auf den Desktop (http://tinyurl.com/lu0413-kde). Davon profitieren insbesondere Nepomuk und die PIM-Suite Kontact. Plasma-Entwickler freuen sich über das Plasma-Workspace-SDK Plasmate, das ebenfalls mit dem neuen KDE-Release erscheint.

Die Firewall-Distribution IPfire 2.13 Core 66 (http://www.ipfire.org)unterstützt neben i586 nun auch offiziell für ARM-Systeme wie Marvell Kirkwood, TI OMAP4 und den Raspberry Pi. Daneben aktualisierten die Entwickler auf Kernel 3.2 aktualisiert, portierten WLAN-Treiber aus Kernel 3.7 zurück und bauten Support für 5-GHz-WLANs ein.

Die Marke Debian darf laut einer neuen Lizensierungsrichtlinie (http://www.debian.org/trademar k#policy) nun auch im kommerziellen Umfeld verwendet werden – wenn auch nicht in allen Fällen. Werbe-Artikel sind OK, der Einsatz des Markenzeichens auf "irreführende Weise" und eine "nicht wahrheitsgemäße Werbung" hingegen nicht.

Das Bugfix-Release Calligra 2.6.1 verspricht viele der in unserem Test in der letzten Ausgabe angesprochenen Schwachpunkte der KDE-Bürosuite zu beseitigen (http://tinyurl.com/lu0413-calligra). Insbesondere sollen damit ärgerliche Crashes während der Arbeit der Vergangenheit angehören.

Red Hats Enterprise-Distribution enthält in der neuen Version RHEL 6.4 das Parallel Network File System (pNFS), das die Performance bei I/O-intensiven Vorgängen steigert, sowie Linux-Treiber für Microsoft Hyper-V-Virtualisierung (http://tinyurl.com/lu0413-rhel). Verbessert wurde auch die Interoperabilität in heterogenen Umgebungen.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 2 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

Kommentare

Infos zur Publikation

LU 01/2015: E-Books im Griff

Digitale Ausgabe: Preis € 4,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Tim Schürmann, 08.11.2014 18:45, 0 Kommentare

Wer Ubuntu 14.10 in einer virtuellen Maschine unter VirtualBox startet, der landet unter Umständen in einem Fenster mit Grafikmüll. Zu einem korrekt ...

Aktuelle Fragen

PCLinuxOS Version 2014.08 "FullMonty" Umstellung auf deutsch
Karl-Heinz Welz, 19.12.2014 09:55, 3 Antworten
Hallo, liebe Community, ich bin 63 Jahre alt und möchte jetzt nach Jahrzehnten Windows zu Linux...
ICEauthority
Thomas Mann, 17.12.2014 14:49, 2 Antworten
Fehlermeldung beim Start von Linux Mint: Could not update ICEauthority file / home/user/.ICEauth...
Linux einrichten
Sigrid Bölke, 10.12.2014 10:46, 5 Antworten
Hallo, liebe Community, bin hier ganz neu,also entschuldigt,wenn ich hier falsch bin. Mein Prob...
Externe USB-Festplatte mit Ext4 formatiert, USB-Stick wird nicht mehr eingebunden
Wimpy *, 02.12.2014 16:31, 0 Antworten
Hallo, ich habe die externe USB-FP, die nur für Daten-Backup benutzt wird, mit dem YaST-Partition...
Steuern mit Linux
Siegfried Markner, 01.12.2014 11:56, 2 Antworten
Welches Linux eignet sich am besten für Steuerungen.