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© Anna Liebiedieva, 123RF

LVM verstehen und nutzen

Logisch partitionieren

Das ausgereifte und stabile LVM ermöglicht ein extrem flexibles Verwalten von Datenträgern und Partitionen.

Das Kürzel LVM steht für Logical Volume Manager. Dabei meint die Bezeichnung sowohl die Verwaltung-Werkzeuge für Shell und GUI als auch die im Linux-Kernel enthaltenen Treiber. Mithilfe letzterer implementiert LVM eine zusätzliche Abstraktionsebene zwischen Festplatten/Partitionen und deren Dateisystemen. Dadurch können Sie fortan mit dynamisch veränderbaren logischen Laufwerken arbeiten und sind nicht mehr an die physikalischen Partitions- und Festplattengrößen gebunden. Sie dürfen die Größe eines solchen Logical Volumes (LV) auch nach dem Anlegen eines Dateisystems nach Belieben verändern, sogar wenn Sie darin schon Daten gespeichert haben.

LVM fasst die LVs zu einem Pool zusammen, der Volumegroup (VG). Eine VG kann sich ohne weiteres über mehrere Festplatten hinweg erstrecken. Außerdem lässt sich eine VG wie ein LV zur Laufzeit vergrößern, indem Sie weitere physikalische Volumes (PVs, die eigentlichen Festplatten-Partitionen) zur Volumegroup hinzufügen.

LVM und RAID

Eine physikalische Festplatten-Partition befördern Sie durch Auswahl des Partitiontyps 8e (statt 83) in Fdisk zu einem LVM-PV. Es steht dann nicht mehr als normale physikalischen Partition zur Verfügung. Die eigentlichen Dateisysteme (LVM unterstützt Ext2/3/4, JFS, XFS und ReiserFS v3) legen Sie nicht auf der PV an, sondern auf den von LVM in einer VG verwalteten logischen LVs. Insofern ähnelt die Funktion von LVM der von RAID, bietet aber keine Redundanz und damit keine erhöhte Ausfallsicherheit. Der Vorteil von LVM liegt ausschließlich in der erhöhten Flexibilität, weil Sie sowohl LVs innerhalb der VG als auch den Pool selbst über Festplattengrenzen hinweg durch Hinzufügen von PVs zur Laufzeit vergrößern können, also mit bestehenden Daten. Generell können Sie LVM und Software-RAID vollkommen unabhängig voneinander installieren und nutzen, auch wenn viele Enterprise-Lösungen beide Funktionen zusammenfassen.

Abstrahiert

Bei LVM geht es ausschließlich um das Abbilden physikalischer auf logische Volumes und damit um das dynamische Vergrößern (oder auch Verkleinern) von Partitionen und Dateisystemen. Beim Aufbau einer auf LVM basierenden Datenträgerverwaltung bekommen Sie es der Reihe nach mit den Verwaltungsstrukturen PV, VG und LV zu tun.

Die Gerätenamen zum Ansprechen einer VG beziehungsweise eines LV lauten dann /dev/VG_Name und /dev/VG_Name/LV_Name. Ein alternatives Addressierungsschema lautet/dev/mapper/VG_Name und /dev/mapper/VG_Name-LV_Name möglich. Die kleinste Verwaltungseinheit in Analogie zur Blockgröße bei physikalischen Partitionen stellt in einer VG das Physical Extent (PE) dar, das per Default 4 MByte groß ist. Sie können die PE-Größe bei Bedarf aber über die Kommandozeile anpassen.

Viele Distributionen, darunter die meisten Enterprise-Distributionen sowie Fedora, verwenden bei der automatischen Partitionierung LVM. Jedoch unterstützen alle Linux-Systeme aufgrund des Kernels LVM von Haus aus und stellen mit Installieren des Pakets lvm2 auch die entsprechenden Kommandozeilenwerkzeuge zur Verfügung.

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