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© Samsung

Ausdrucksstark

Kompakter Farblaserdrucker Samsung CLP-365W

19.03.2013 Kompakte Laserdrucker stoßen inzwischen preislich wie technisch in den Markt der Tintenstrahldruckern vor. Mit dem CLP-365W bietet Samsung ein SOHO-taugliches Modell mit gutem Linux-Support an.

Kompakte Laserdrucker machen daheim und im kleinen Büro den etablierten Tintenstrahldruckern immer stärker Konkurrenz. Dabei kombinieren die Geräte ein erstklassiges Druckbild mit einem attraktiven Anschaffungspreis und niedrigen Kosten im laufenden Betrieb. Der südkoreanische Hersteller Samsung versucht zudem, sich durch eine opulente Ausstattung und Software für Linux von der Konkurrenz abzusetzen.

Das Unternehmen hat sich inzwischen nahezu komplett aus dem Segment der Tintenstrahler zurückgezogen und bietet abgesehen von einigen kleinen Multifunktionsgeräten ausschließlich Lasersysteme an. Dabei reicht die Palette von Monochromdruckern für den Heimgebrauch über Farblaser für Abteilungen und kleine Organisationen bis hin zu großen Multifunktionsgeräten, die als Kommunikationszentrale im Unternehmen Scanner, Kopierer, Faxgerät und Drucker vereinen.

Für den Test stand der neue Farblaserdrucker CLP-365W [1] bereit, der zum Listenpreis von knapp 190 Euro als unscheinbarer Quader im schwarzweißen Gehäuse daherkommt. Im Karton des rund zehn Kilogramm schweren Geräts (siehe Tabelle "Datenblatt Samsung CLP-365W") fand sich neben einer Kurzanleitung und einer Treiber-CD noch ein Netz- sowie ein USB-Anschlusskabel.

Datenblatt Samsung CLP-365W

Hersteller Samsung
Modell CLP-365W
Listenpreis 189 Euro
Technische Daten
Druckwerk Farblaser
Auflösung max. 2400x600 dpi
Interner Speicher 32 MByte
Prozessor Samsung, 300 MHz
Geschwindigkeit Farbe max. 4 Seiten/Minute
Geschwindigkeit SW max. 18 Seiten/Minute
Zuführung 150 Blatt
Ablage 50 Blatt (Face down)
Anschlüsse
USB 2.0
LAN 10/100 Mbit/s
WLAN 802.11b/g/n
Energieverbrauch
Betrieb < 290 Watt
Stand-by < 60 Watt
Sleep-Modus < 1 Watt

Schnörkellos

Der CLP-365W sticht bereits auf den ersten Blick durch sein einfaches Bedienkonzept ins Auge: Die Schublade für das Papier sowie die Tonerkartuschen erreichen Sie von der Frontseite. Samsung legt dem Gerät eine Erstausstattung an Toner bei, wobei die Farbkartuschen etwa 500 Seiten und die etwas größere Kartusche für Schwarz etwa 700 Seiten Ausdrucke liefern sollen.

Die Kartuschen sind bereits in das Druckwerk eingesetzt, das sich hinter einer Klappe an der Frontseite des Gerätes befindet. Auf der Oberseite des Druckers befinden sich neben dem Ausgabefach mehrere Tasten und Statusanzeigen, wovon speziell die Warnanzeige für den Toner in Gestalt von vier Leuchtdioden für die einzelnen Kartuschen auffällt.

Die ebenfalls an der Oberseite vorn platzierte Taste zum Ein- und Ausschalten des Geräts weist einen größeren Durchmesser auf als die anderen Schalter und erhielt zusätzlich eine große Leuchtdiode zur Betriebsanzeige. Wechselt das Gerät in den Ruhemodus, so leuchtet die Einschalttaste blau, während alle anderen Statusanzeigen dunkel bleiben. Somit erkennen Sie auf den ersten Blick den Betriebszustand des Druckers.

An der Rückseite gibt es eine Klappe, die im Falle eines Papierstaus den Zugang zur Mechanik freigibt. Der Weg der Seiten im Gerät verläuft C-förmig. Durch Öffnen der Abdeckklappe und Herausziehen des Papiers ließen sich im Test Probleme stets sehr leicht beheben.

Unter der Haube

Samsung hat den CLP-365W mit einer komplett neu konstruierten Elektronik ausgestattet, deren Herzstück ein mit 300 MHz getakteter Prozessor bildet. Damit erreicht das Gerät laut Hersteller eine maximale Druckgeschwindigkeit von vier Seiten pro Minute in Farbe und 18 Seiten beim Schwarzweißdruck. Durch die von Samsung entwickelte ReCP-Technologie ("Rendering Engine for Clean Page") verspricht der Hersteller zudem extrem farb- und detailgetreue Ausdrucke.

Die Anschlüsse des Gerätes finden sich an dessen Rückseite. Neben dem Netzanschluss sowie einer obligatorischen USB-Buchse finden Sie hier einen Fast-Ethernet-Anschluss. Zusätzlich verfügt der CLP-365W über einen WLAN-Adapter, der sich auf die Standards 802.11b/g/n versteht.

Wie für die meisten aktuellen Samsung-Drucker erhalten Sie auch für den CLP-365W auf der Website des Herstellers einen für Linux angepassten Treiber (Printer Driver), den Sie als Tar-Archiv mit einem Umfang von etwa 43 MByte herunterladen [2]. Nach dem Entpacken des Archivs wechseln Sie in das dabei neu angelegte Unterverzeichnis cdroot/ und rufen in diesem das Skript ./autorun auf. Die Installationsroutine geleitet Sie anschließend komfortabel grafisch in wenigen Schritten zum korrekt konfigurierten Treiber (Abbildung 1).

Abbildung 1

Abbildung 1: Samsung liefert eine komfortabel zu handhabende grafische Oberfläche für die Installation des Treibers mit.

Auch wenn Sie den Drucker per WLAN nutzen möchten, müssen Sie das Gerät beim ersten Einrichten mithilfe eines LAN-Kabels ans Netz anschließen. Erst dann stehen Dialoge für die Konfiguration der WLAN-Anbindung bereit.

Neben dem eigentlichen Druckertreiber installiert die Software ein Unterverzeichnis Samsung Unified Driver und legt je nach Distribution obendrein einen Starter Samsung Unified Driver Configurator auf dem Desktop an. Während der Konfigurator das komfortable Einrichten des Treibers erlaubt, steuern Sie den eigentlichen SyncThru-Printserver über den Webbrowser an. Dazu geben Sie im Browser lediglich die IP-Adresse des Druckers ein.

Der Server zeigt zunächst nur allgemeine Informationen zum Gerät an. Um die Dialoge für die Einstellungen zu erreichen, klicken Sie sich zunächst auf die Schaltfläche Anmeldung oben rechts, um sich als Administrator zu authentifizieren. Die Standard-ID lautet dabei admin, das Passwort sec00000.

Im darauf folgenden Fenster finden Sie oben eine Auswahl am Menüpunkten. Im Menü Einstellungen | Netzwerkeinstellungen sehen Sie links eine Liste aller unterstützten Protokolle und Dienste. In der Rubrik Drahtlos aktivieren Sie bei Bedarf den Betrieb über ein WLAN. Die Daten zum Authentifizieren geben Sie über das Menü WLAN-Einstellungen | Einfache Drahtloseinstellungen: | Assistent ein. Nach Auswahl des entsprechenden Netzwerks und Angabe des Schlüssels speichern Sie die Daten durch einen Klick auf die Schaltfläche Übernehmen ab.

Sicherheit

Samsung hat seinen kleinen Farblaserdrucker mit einer stattlichen Anzahl von Sicherheitsmechanismen ausgestattet. Die Anmeldedaten des Administrators passen Sie im Menü Sicherheit | Systemsicherheit | Systemadministrator an Ihre Bedürfnisse anpassen. Das Untermenü Funktionsverwaltung der Sicherheitseinstellungen bietet die Möglichkeit, alle unterstützten Protokolle ein- oder auszuschalten sowie deren Ports festzulegen.

Da jeder aktivierte Dienst und jeder offene Port grundsätzlich ein Einfallstor für Angreifer bietet, empfiehlt es sich, hier wirklich nur jene Protokolle zu aktivieren, die Sie zum Drucken im Netz verwenden. Im Untermenü Netzwerk Sicherheit legen Sie bei Bedarf zusätzlich eine Liste von maximal zehn IP-Adressen und ebenfalls zehn MAC-Adressen an, von denen der Drucker ausschließlich Aufträge annimmt und abarbeitet.

Der Printserver verhält sich dabei sowohl zu IPv4- als auch zu IPv6-Adressen kompatibel. In den einzelnen Menüs aktivieren Sie Ihre individuellen Einstellungen jeweils durch einen Klick auf die Schaltfläche Übernehmen.

Wartung und Eco-Modus

Im Menü Wartung zeigt der Printserver die aktuellen Firmware-Versionen des Druckers an. Bei Bedarf installieren Sie über dieses Menü eine aktualisierte Version – sofern vorhanden. Über das Menü Information | Aktive Warnungen erhalten Sie Informationen bei Problemen.

Über das Untermenü Verbrauchsmaterial rufen Sie den aktuellen Füllstand der einzelnen Kartuschen auf. So stellen Sie auf einen Blick fest, welche es gegebenenfalls zu wechseln gilt (Abbildung 2).

Abbildung 2

Abbildung 2: Die Toneranzeige des CLP-365W zeigt auf einen Blick, wann der Wechsel der Kartuschen ansteht.

Um die Betriebskosten des Druckers zu senken, besteht die Möglichkeit, über den Printserver feste Einstellungen für die Ausdrucke zu definieren. Hierzu klicken Sie oben rechts im Browser auf den Eintrag Eco AUS. Im sich danach öffnenden Untermenü treffen Sie Einstellungen zur Farbdichte der Ausdrucke und legen bei Bedarf fest, dass Sie Farbausdrucke grundsätzlich über die Schwarzkartusche als Graustufendrucke ausgeben möchten.

Zudem bietet der Drucker die Option, im Eco-Modus mehrere Seiten verkleinert auf einem Blatt Papier auszudrucken. Diese Einstellung ist vor allem dann sinnvoll, wenn ein Dokument nur wenig Text enthält, dieser sich jedoch auf mehrere Seiten verteilt.

Irritationen

Im Test mit mehreren Linux-Distributionen unterschiedlicher Herkunft traten sporadisch bei der Installation der Druckertreiber Probleme auf: So stellte die Software wiederholt unter dem US-amerikanischen PCLinuxOS das Papierformat auf Letter ein, was zu einer Blockade des Druckers führte.

Die entsprechende Modifikation an den Papierformat-Einstellungen nehmen Sie bei Bedarf im Samsung Unified Driver Configurator vor, indem Sie über einen Klick auf die Schaltfläche Properties... und die anschließende Auswahl des Reiters Driver sowie des Buttons Options den korrekten Wert wählen (Abbildung 3).

Abbildung 3

Abbildung 3: Falls das voreingestellte Papierformat nicht stimmt, hilft der Konfigurator weiter.

Ein weiteres Problem trat im Test gelegentlich auf, wenn bereits andere Drucker installiert waren: In solchen Fällen ließ sich der CLP-365W sporadisch nicht ansprechen. Abhilfe schuf hier ein Löschen aller bereits installierten Drucker und eine anschließende Neuinstallation der Treiber. Dabei sollten Sie als erstes Gerät den CLP-365W über den Unified-Driver-Dialog ins System einbinden.

Ausdrucke

Im Test gefiel der Drucker durch erstklassige und bis ins Detail präzise Ausdrucke. Selbst beim Vergrößern von herkömmlichen Textausdrucken ließen sich weder Stufeneffekte an den Zeichen noch Tonerspritzer in den Ausdrucken feststellen. Farbverläufe erschienen ohne Übergänge und mit ordentlichen Kontrasten, sodass sich der CLP-365W durchaus für den Druck von Fotos eignet.

Beim Seriendruck erreicht das Gerät zwar nicht ganz die vom Hersteller angegebenen maximalen Geschwindigkeiten, eignet sich jedoch aufgrund seiner im Farbdruck ausreichend schnellen Arbeitsweise für Mengen bis zu mittleren Druckvolumen. Positiv fiel zusätzlich der niedrige Geräuschpegel im Betrieb auf. Im Stand-by arbeitet der Drucker lautlos, und selbst bei größeren Aufträgen war kein nachlaufender Lüfter zu hören.

Fazit

Der Samsung CLP-365W weiß als Einsteigergerät in die Klasse der Farblaser durchaus zu überzeugen. Für kleinere und mittlere Druckvolumen liefert das Gerät die nötigen Kapazitäten, wobei insbesondere die Vielfalt an Anschlüssen den flexiblen Einsatz des Druckers erlaubt. Mit dem eingebauten Server liefert Samsung zudem vielfältige Sicherheitsmechanismen, die Sie sonst oft nur in größeren und wesentlich kostspieligeren Modellen finden.

Die Linux-Unterstützung ist dank der grafischen Installationsroutine und dem jederzeit zugänglichen Programm zur Konfiguration vorbildlich gelöst, hakt jedoch noch etwas, wenn sich unterschiedliche Drucker im gleichen Netz befinden. Als einziges Manko des allgemein sehr soliden Gerätes fallen die relativ kleinen Tonerkartuschen ins Auge.

Die Erstausstattung eignet sich mit 700 Seiten für die Schwarzkartusche und 500 Seiten für die Farbkartuschen nicht für größere Druckaufträge, und originale Samsung-Kartuschen zum Nachkauf liefern mit 1500 Seiten bei der Schwarzkartusche und 1000 Seiten bei den Farbkartuschen eine eher durchschnittliche Lebensdauer. Es liegt jedoch nahe, dass mit zunehmender Verbreitung der Serie 360 wiederaufbereitete Kartuschen von Drittherstellern in den Handel kommen, was die Druckkosten signifikant senkt. 

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