Zukunft KDE/Plasma

Die wesentliche Maxime des neuen KDE SC 4.10 besteht darin, neben dem kontinuierlich Pflegen von Änderungen nach und nach die gesamte Oberfläche von C++ auf QML zu portieren, mit dem Ziel die Arbeitsflächen ansprechender zu gestalten.

Das Fernziel für KDE Framework 5 sieht vor, die bisher getrennt voneinander entwickelten Arbeitsflächen für Desktop, Netbook und Plasma Active durch eine Implementation in Qt5 und QML in einer einzigen Binärdatei zusammenzuführen. Das würde den Wechsel zwischen den verschiedenen Formfaktoren erleichtern, wie der KDE-Entwickler Aaron Seigo vor kurzem in seinem Blog erläuterte [15].

Wie weit das KDE-Entwickler-Team im Hinblick auf das kommende Major-Release KDE Framework 5 bereits in dieser Sache ist, zeigt der KDE-Entwickler Sebastian Kügler in einem umfassenden Blog-Eintrag [16]. Um sämtliche Vorteile von Qt5 zu nutzen, gilt es aber laut Kügler und Seigo zuerst, sämtliche Oberflächen der einzelnen KDE-Projekte vollständig in QML neu zu schreiben.

Fazit

Nachdem die Entwickler in KDE SC 4.8 und 4.9 fast ausschließlich die Plasmoiden genannten Widgets auf QML portiert haben, wirken sich die Arbeiten in KDE SC 4.10 nun auf zentrale Komponenten aus, wie Panel, Screenlocker oder andere komplexe Teile. So geht das Überführen der Plasma-Arbeitsflächen in QML mit KDE SC 4.10 erstmals mit einer neuen Optik einher, was nicht unbedingt gleich ins Auge fällt.

Die Entwickler achteten bei den meisten QML-Ports allerdings darauf, die Funktionen und das Aussehen der neu implementierten Anwendungen nach Möglichkeit zu erhalten, insbesondere bei den Desktop-Widgets ("Plasmoiden").

Von der Möglichkeit, auch die sogenannten Containments (die Layouts für die Plasma-Arbeitsfläche) in QML umzusetzen, macht KDE SC 4.10 noch keinen Gebrauch. Eine Vorabversion des Desktop-Layouts gibt allerdings schon einen Vorgeschmack [17]. Unter dem Strich erweist sich KDE SC 4.10 als ein gelungener und runder Zwischenschritt zum kommenden KDE Framework 5. 

Glossar

SDK

Bei einem Software Development Kit handelt es sich um eine Sammlung von Werkzeugen und Anwendungen, um Programme für eine bestimmte Umgebung zu entwickeln.

QML

Die auf Javascript basierende Qt Meta Language ermöglicht den schnellem Entwurf von leistungsfähigen Benutzerschnittstellen insbesondere auch für Mobilgeräte.

XCB

X Protocol C-language Bindings. Diese Bibliothek stellt Transaktionen des X-Window-Systems über Funktionsaufrufe direkt in der Programmiersprache C zur Verfügung und soll langfristig die deutlich schwergewichtigere Xlib ablösen.

MTP

Media Transfer Protocol zum Übertragen von (Multimedia-)Dateien zwischen mobilen Endgeräten und Computern. MTP ist ein zentraler Teil des Windows-Media-Frameworks von Microsoft.

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Kommentare
Menuleiste
Someone (unangemeldet), Donnerstag, 21. März 2013 10:15:36
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Sehr guter Artikel, der allerdings auf Seite 2 einen Fehler aufweist. Entgegen den Ausführungen des Autors ist die globale Menuleiste nicht nur mit dem Theme Oxygen möglich. Die global Menuleiste funktioniert mit allen Themes.

Allerdings gibt es neben der Möglichkeit einer globalen Menüleste auch die Option, das Menu über einen Einzelnen Knopf in der Titelleiste des jeweiligen Programms abzurufen. Diese Funktion wird zur Zeit nur mit Oxygen bereitgestellt.


Beide Funktionen sind optional verwendbar und der/die NutzerIn kann auch weiterhin die klassische Menuleiste verwenden.


Bewertung: 174 Punkte bei 12 Stimmen.
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Re: Menuleiste
Matthias (unangemeldet), Donnerstag, 22. August 2013 15:46:47
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Das Verhalten gleicht dem unter Unity, funktioniert jedoch zusätzlich beim Betrieb von mehreren Monitoren – dann allerdings vorerst nur mit dem Standardthema "Oxygen".


Bewertung: 193 Punkte bei 14 Stimmen.
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