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© Alejandro Mendoza, 123RF

Wohl behütet

Grundlagen der Datensicherung

19.03.2013
Die eigenen Daten gehören zum Wichtigsten, was es auf dem PC gibt. Daher lohnt es sich, einige Stunden Zeit für das Aufsetzen einer regelmäßig greifenden Backup-Lösung zu investieren.

Festplatten gehören zu den fehleranfälligsten Komponenten des Rechners. Zum einen enthalten sie bewegte Bauteile, die auf die Dauer verschleißen, zum anderen reagieren sie empfindlich auf thermische und mechanische Belastungen. Unter ungünstigen Umständen genügt es, gegen den Rechner zu stoßen, um einer Platte das Lebenslicht auszublasen.

Zwar besitzen die heute vor allem in Laptops häufig verwendeten SSDs keine bewegten Teile mehr, zeigen sich jedoch zumindest in den günstigeren Versionen aber trotzdem fehleranfällig. Das liegt vor allem daran, dass die einzelnen Speicherzellen je nach Bauart nur zwischen 3000 und 100 000 Schreibzyklen aushalten. Dem gegenüber stehen etwa eine Milliarde Zyklen bei konventionellen Festplatten.

Diesen Aspekten gilt es Rechnung zu tragen und die Daten in regelmäßigen Abständen zu sichern. Allerdings ist die Empfindlichkeit von Festplatten bei weitem nicht das einzige Argument für eine Datensicherung. Tatsächlich tritt Datenverlust durch versehentliches Löschen, Schädlingsbefall oder Dateisystem-Inkonsistenzen häufiger auf als durch defekte Bauteile. Umso wichtiger ist es, wichtige Daten in regelmäßigen Abständen zu sichern, um einem Datenverlust vorzubeugen.

Auch wenn eine durchdachte Datensicherungsstrategie zunächst unnötig und kompliziert erscheinen mag, entpuppt sie sich bei genauerer Betrachtung nicht nur als simpel, sondern auch als äußerst effektives Mittel gegen Datenverlust.

Speichermedien

Prinzipiell eignet sich jeder Datenträger mit dem nötigen Fassungsvermögen als Backup-Medium. Spendieren Sie dem Rechner etwa eine zweite Festplatte und kopieren die relevanten Daten in regelmäßigen Abständen von der einen auf die andere Disk, gehen beim Ausfall einer Platte keine wichtigen Daten verloren.

Um das lästige manuelle Kopieren der Dateien zu umgehen, bietet es sich an, die Platten zu einen RAID-1-Verbund zusammenzufassen [1]. Das System schreibt dann die Daten jeweils auf beide Platten gleichzeitig. Fällt eine Disk aus, müssen Sie diese lediglich durch eine neue ersetzen und diese in den RAID-Verbund aufnehmen. Diese Methode hat jedoch auch Nachteile: Ereignisse, die den Rechner beschädigen oder zerstören, etwa Überspannung durch Blitzeinschläge, ziehen unter Umständen beide Platten in Mitleidenschaft. Des Weiteren hilft RAID-1 lediglich gegen Festplattenausfälle. Fehler im Dateisystem oder das versehentliche Löschen von Dateien fängt diese Methode der redundanten Datenspeicherung nicht ab. Zudem bringt speziell Soft-RAID einen weiteren, nicht zu unterschätzenden Nachteil mit sich: Die Performance sinkt gegenüber einer Einzelplatte unter Umständen um 30 oder mehr Prozent.

Solche Nachteile umgehen Sie mit dem Einsatz einer externen Festplatte, die Sie ausschließlich zum Zweck der Datensicherung an den Rechner anstecken und nach dem Backup wieder in den Schrank legen. Als alternatives Speichermedium bieten sich inzwischen USB-Sticks an, die es auch mit 16 und 32 GByte Fassungsvermögen schon für 10 bis 15 Euro zu kaufen gibt. Zwar robuster als Festplatten, fassen USB-Sticks aber weniger Daten, zudem ist wie bei den SSDs die Anzahl der Schreibzyklen begrenzt. Verwenden Sie den Stick jedoch ausschließlich zur Datensicherung, spielt das kaum eine Rolle – wohl aber, dass die Transferrate auch der besten Sticks weit unter denen einer Festplatte liegt.

Als weitere Backup-Medien wurden in der Vergangenheit oft CDs und DVDs eingesetzt. Das war jedoch zu einer Zeit, als noch keine brauchbaren Ergebnisse über die Haltbarkeit der Medien vorlagen. Inzwischen weiß man aber, dass es bereits nach drei bis fünf Jahren zu Datenverlusten auf gebrannten Rohlingen kommen kann. Bei wiederbeschreibbaren optischen Medien treten Defekte unter Umständen noch deutlich schneller auf, sofern diese (wie meist üblich) auf organischem Trägermaterial basieren. Deswegen eignet sich diese Art der Datensicherung nur für einen relativ kurzen Zeitraum.

Zur Sicherheit sollten Sie diese Art von Medien mit dem Erstellungsdatum versehen und nach Ablauf der Haltbarkeit umkopieren. Weiterhin empfiehlt sich der Einsatz der etwas teureren DVD-RAMs [2], die gegenüber der Variante DVD+/-R ein deutliches Plus an Datensicherheit bieten. Sie besitzen unter anderem ein sogenanntes Defektmanagement, das ähnlich wie bei einer Festplatte defekte Sektoren auf dem Datenträger kennzeichnet und die betreffenden Daten an anderer Stelle abspeichert. Ein weiterer Vorteil dieses Typs besteht darin, dass er sich bis zu 100 000 Mal wiederbeschreiben lässt. Da ihm organische Trägersubstanzen wie bei anderen Datenträgern fehlen, geht man auch von einer längeren Lebensdauer aus.

Übermorgen

Ein seit Jahren eng mit der Datensicherung verwobenes Thema, das bei den Anwendern immer wieder für Verunsicherung sorgt, stellt die Haltbarkeit von Speichermedien dar. Wie erwähnt eignen sich optische Datenträger nur für einen relativ begrenzten Zeitraum zum Sichern von Daten. Geht es darum, Daten zehn Jahre oder länger zu verwahren, wird die Luft schon dünn. Mangels Langzeiterfahrung liegen derzeit noch keine validen Erkenntnisse über die Haltbarkeit von USB-Sticks vor. Erste Prognosen deuten jedoch darauf hin, dass sie sich sehr gut zum längerfristigen Speichern von Daten eignen. Eine immer größere Rolle spielen in diesem Kontext auch SSDs, deren GByte-Preise inzwischen bei etwa 50 Cent (bei einem Fassungsvermögen von 500 GByte) liegen.

Als relativ haltbares Speichermedium gilt die konventionelle Festplatte, die als reines Backup-Medium deutlich länger als zehn Jahre hält. Allerdings kommen bei längeren Lagerzeiten einige Unwägbarkeiten ins Spiel, insbesondere der rasante Wandel der IT und der damit verbundene Wechsel von Standards. Unterstützt der Computer der Zukunft die derzeit verwendeten Schnittstellen wie USB, SATA, IDE oder Firewire überhaupt noch? Wer das für abwegig hält, versuche heute einmal, ein 5,25- oder 8-Zoll-Floppy-Laufwerk aufzutreiben. Ähnlich sieht es bei Dateiformaten aus: So tauschen Kamerahersteller nicht selten bei jedem Modellwechsel auch das verwendete RAW-Format aus, was dazu führen kann, dass es in zehn Jahren keine Software mehr gibt, welche die alten Daten anzeigt. Abhilfe schafft hier das Konvertieren der Bilder in Adobes Standard-Format DNG.

Eine interessante Alternative bietet neuerdings das Online-Backup. Dank der zwischenzeitlich beinahe flächendeckend verfügbaren Breitband-Internetanschlüsse stellt es heute für viele Anwender kein Problem mehr dar, auch mehrere GByte große Daten zu transferieren. Anbieter, die Online-Storage für wenig Geld anbieten, gibt es inzwischen genügend. Allerdings geben Sie hier zum einen Ihre Daten aus der Hand, zum anderen stellt sich die Frage, ob es den Speicheranbieter in zehn Jahren noch gibt. Darüber hinaus sollten Sie Online-Backups immer verschlüsseln, um die Daten vor Fremdzugriffen zu schützen.

Eine immer häufiger diskutierte Version der Langzeitdatensicherung stellt das Speichern von Informationen auf analogen Medien dar. So hält beispielsweise Papier problemlos 30 Jahre und länger. Diverse Dienste bieten auch schon das Ausbelichten digitaler Bilder auf Dias zum Archivieren wichtiger Aufnahmen an, da diese bei richtiger Lagerung mehrere Jahrzehnte ohne einen Qualitätsverlust überstehen. Allerdings fallen hier erhebliche Kosten an: Auch bei Mengen über hundert Stück verlangen die meisten Anbieter noch bis zu zwei Euro pro Dia.

Der Königsweg bei der digitalen Datensicherung bleibt gerade für die Langzeitarchivierung die Bandsicherung, die nach wie vor in den meisten Firmen zum Einsatz kommt.

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