Calligra oder LibreOffice

Als auf KDE fokussierte Distribution verwendet Chakra als Office-Paket die Calligra-Suite in der aktuellen Version 2.6.0 – sicher nicht für jeden Anwender die beste Lösung. Allerdings gefällt gegenüber LibreOffice und OpenOffice die deutlich bessere KDE-Integration.

Dieser Umstand macht das Paket schlanker als LibreOffice mit seinen komplexen Abhängigkeiten von und zu Java oder Python. Gegenüber den Versionen 2.5 und 2.4 hat die KDE-Office-Suite zwar deutlich an Stabilität gewonnen, empfiehlt sich aber noch immer nicht für große Projekte [9].

Fazit

Chakra konzentriert sich im Gegensatz zu Arch Linux ganz und gar auf KDE und versucht zudem seit geraumer Zeit, mit eigenen grafischen Tools auch Einsteiger zu erreichen. Derzeit befindet es sich in einer Art Schwebe, weil der grafischen Paketmanager nicht fertig ist und der optisch gelungene Installer noch Defizite aufweist. Das liegt nicht nur an begrenzter Manpower, sondern an Entscheidungen im Upstream bei Arch Linux.

Derzeit gibt es aber keine aktuellere KDE-Distribution, und die Geschwindigkeit des Systems beeindruckt, sogar im Live-Betrieb. Wer ohne Wenn und Aber KDE will, der liegt mit Chakra genau richtig. Das gut bestückte Wiki sowie die freundliche Community helfen Einsteigern, die Wartezeit bis zur Fertigstellung von Akabei zu überbrücken. 

Kleine Chakra-Historie

Die Geburtsstunde von Chakra geht auf KDEmod [10] zurück, ein Projekt zum Erstellen von KDE-Paketen für Arch Linux. Während Arch Linux seinerzeit nur die kompletten KDE-Module bereit stellte, gelang das mit KDEmod für einzelne Programme. Als der Mailänder Entwickler Dario Freddi und später Lukas Appelhans das Pacman-Frontend Shaman für Arch entwickelten, sah der heutige Chakra-Projektleiter Jan Mette das als den richtigen Anlass für eine eigene, auf KDE basierenden Live-CD auf Basis von Arch Linux [11].

Das Frontend Shaman basierte wie Pacman selbst auf der Bibliothek Libalpm und funktionierte zwar seinerzeit recht gut, musste aber wegen der direkten Abhängigkeit von der Bibliothek mit Admin-Rechten laufen. Um das Problem zu beheben, schreib Dario Freddi die Bibliothek Aqpm, einen Qt-Wrapper, der teilweise sogar bereits PolicyKit-Integration bot und mit dessen Hilfe sich Shaman als normaler Nutzer ausführen ließ.

Allerdings lief Aqpm nie richtig stabil. Die auf Plugins basierende Weiterentwicklung Shaman 2 bringt Backends für PackageKit und Apt mit, setzt derzeit aber immer noch auf dem nicht stabil funktionierenden Aqpm auf. Weitere Arbeiten am Projekt liegen daher auf Eis, bis die für Chakra vollständig neu entwickelte und von Pacman unabhängige Paketverwaltung Akabei fertig ist.

Zwar kam bis Chakra 2012.07 zwischenzeitlich Appset-qt als Frontend für Pacman zum Einsatz, allerdings konnte die Software nicht mit komplexen Updates umgehen und verschwand daher wieder in der Versenkung. Zur Zeit steht Chakra daher ohne grafischen Paketmanager dar und verweist zum Installieren zusätzlicher Software auf die Kommandozeile oder auf die vom Team bereit gestellten Bundles.

Zum damaligen Kern-Entwicklerteam gehörte neben Freddi und Appelhans übrigens auch Phil Miller [13], der häufig als Initiator des Chakra-Projektes genannt wird. Miller hat das Projekt im Frühjahr 2012 verlassen, um beim ebenfalls auf Arch Linux basierenden Manjaro Linux [14] mitzuarbeiten.

Glossar

KISS-Prinzip

Keep it simple, stupid. Die laxe Aufforderung, eine Sache, in diesem Kontext Software, so einfach wie möglich zu gestalten. Das gewährleistet ein leichtes Warten und einen reibungslosen Einsatz.

GPT

GUID Partition Table. Standard, um Partitionen auf einem Datenträger über eine global eindeutige ID anzusprechen. Es handelt sich um einen Nachfolger der Tabellen im Master Boot Record.

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