RDP-Server

Phpvirtualbox eignet sich nicht nur zum Verwalten von virtualisierten Maschinen auf dem Server, sondern erlaubt zusätzlich den Zugriff auf die eigentlichen Desktops (Abbildung 1). Diese Funktionalität zählt jedoch eigentlich nicht zu den Eigenschaften von Phpvirtualbox, sondern vielmehr zu jenen von Virtualbox selbst, das mit dem Installieren des Oracle Extension Packs einen RDP-Server bereit stellt. Bis Version 3 war diese Komponente nur in der proprietären Virtualbox-Version enthalten.

Abbildung 1: Virtualbox bringt von Haus einen RDP-Server mit. Sie brauchen daher am Arbeitsplatz nur einen RDP-Client wie Remmina, um auf die grafische Oberfläche virtueller Desktops zuzugreifen.

Haben Sie Virtualbox auf einem Rechner installiert, der über eine grafische Oberfläche wie KDE verfügt, aktivieren Sie den RDP-Server in der Konfiguration der jeweiligen virtuellen Maschine im Bereich Anzeige im Reiter Fernsteuerung mit der Funktion Server aktivieren.

Den zu verwendenden TCP-Port dürfen Sie selbst festlegen. Selbstverständlich funktioniert Virtualbox mithilfe der oben erwähnen Schnittstelle samt RDP-Server auf Servern ohne grafische Oberfläche. Am Arbeitsplatz benötigen Sie lediglich einen beliebigen RDP-Client, wie etwa KRDC, den Sie in den Paketquellen der meisten Distributionen finden.

Die Performance liegt auf ähnlichem Niveau wie beim Anzeigen der virtuellen Desktops im nativen Virtual-Machine-Manager von Virtualbox unter KDE/Qt. Ähnliche Performance bietet lediglich KVM/Virt-Manager beim Verwenden des Spice-Protokolls, das auch im Tool Gnome Boxes [2] zum Einsatz kommt.

Startklar

Phpvirtualbox ist der grafischen Oberfläche von Virtualbox exakt nachempfunden und lässt sich dank Ajax-Funktionalität mit wenigen Ausnahmen ebenso bedienen wie die native GUI. Beim Herunterladen der als Zip-Archiv bereit stehenden PHP-Software gilt es allerdings darauf zu achten, dass Sie die richtige Version auswählen [3].

Für alle aktuellen Versionen von Virtualbox ab 4.2 aufwärts wählen Sie die Version 4.2-4 von Phpvirtualbox. Da es sich um PHP-Code handelt, beschränkt sich die Installation darauf, das heruntergeladene Zip-Archiv mit Ark oder einem Archivmanager der Wahl ins Documentroot des Webservers auf dem Server zu entpacken.

Wer lieber zur Kommandozeile greift, verwendet die Befehle aus Listing 1. Mit diesen entpacken Sie die Software zuerst im Home-Verzeichnis und verschieben anschließend das entpackte Verzeichnis mit Root-Rechten ins Verzeichnis phpvirtualbox/ im Documentroot des Webservers.

Listing 1

$ unzip -q phpvirtualbox-4.2.2.zip
$ sudo mv ~/phpvirtualbox-4.2-4/ /var/www/phpvirtualbox

Der Betrieb von Phpvirtualbox setzt einen Webserver mit PHP-Unterstützung voraus. Bei Fedora, Red Hat und deren Derivaten installieren Sie dazu das Paket httpd; bei Ubuntu und OpenSuse apache2. Für den automatischen Start des Webservers sorgt bei Ubuntu sudo update-rc.d apache2 defaults, Fedora-Nutzer verwenden systemctl enable httpd.service, OpenSuse-Nutzer chkconfig -a apache2.

Das PHP-Modul für den Apache Webserver lagert bei auf Fedora basierenden Distributionen im Paket php. Ubuntu- und OpenSuse-Anwender installieren zusätzlich das Paket libapache2-mod-php5, gefolgt von einem Neustart des Apachen mit service apache2 restart. Fedora-Anwender und Nutzer anderer Systemd-basierter Distributionen verwenden dazu systemctl restart httpd.service. Haben Sie den Apache-Webserver und das PHP-Modul installiert, aktivieren Sie mit a2endmod php5 das Modul. Ubuntu-Nutzer stellen lediglich ein sudo voran.

TIPP

Mit sudo apache2 -t -D DUMP_MODULES oder httpd -t D DUMP_MODULES bei Red Hat und Fedora stellen Sie leicht fest, ob Apache bereits mit PHP-Unterstützung läuft.

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