Rhythmbox nah und fern

Unter Ubuntu diente bis zur Version 10.10 Rhythmbox [4] als Standard-Audioplayer, und nach einem kurzen Intermezzo mit Banshee kehrte die Distribution mit Version 12.04 auch wieder zu diesem Programm zurück. Rhythmbox bietet einen großen Funktionsumfang und kommt zudem mit externen MP3-Playern vieler Marken zurecht, sodass sich das Programm als Lieferant für Musik auf der Media-Zentrale geradezu aufdrängt. Zudem gibt sich der Player ausgereift und bietet eine übersichtliche, gut zu bedienende Oberfläche (Abbildung 2).

Abbildung 2: Rhythmbox ist seit 2012 wieder Ubuntus Standard-Audioplayer. Er überzeugt durch gute Medienintegration, übersichtliche Titelverwaltung und einfaches Media-Streaming.

Neben Musik von der lokalen Festplatte spielt Rhythmbox auch klaglos Musik beinahe aller MP3-Player, Android- oder iOS-Smartphones und externer Speichermedien ab. Daneben greift es auf Wunsch auf Internet-Radio-Stationen und Dienste wie Last.fm oder Libre.fm zu. Sofern sie einen Mac Mini mit optischem Laufwerk nutzen, steht in Rhythmbox auch dieses als potenzieller Musiklieferant zur Verfügung.

Daneben beherrscht Rhythmbox das Media-Streaming – sowohl als Server wie als Client. So teilen Sie mit wenigen Handgriffen die umfangreiche Musiksammlung des Media-Centers mit anderen Geräten im Netzwerk. Um die lokalen Dateien im Netz freizugeben, wählen Sie im Rhythmbox-Menü den Punkt Bearbeiten | Plugins und aktivieren Sie die Checkbox bei DAAP Musikverteilung. Dann klicken Sie auf Einstellungen am unteren Rand des Plugin-Fensters. Im nun erscheinenden Dialog (Abbildung 3) vergeben Sie einen Namen für die Freigabe und markieren, dass Sie Eigene Musik verteilen wollen. Bei Bedarf richten Sie zudem ein Passwort für die Freigabe ein.

Abbildung 3: Der Streaming-Assistent von Rhythmbox macht es leicht, die Musiksammlung im eigenen Netzwerk zu verteilen.

Um Daten von einer solcher Rhythmbox-Freigabe (oder von einem anderen DAAP-Server, wie Banshee, Amarok oder Songbird inklusive entsprechendem Plugin) zu empfangen, öffnen Sie auf dem Rhythmbox-Client Musik | Verbindung zur DAAP-Freigabe herstellen. Hier geben Sie den Namen beziehungsweise die IP-Adresse und den Port der DAAP-Freigabe an. Im folgenden Fenster zeigt das Programm dann die vom entfernten Rechner zur Verfügung gestellten Titel an und Sie können diese fast wie Daten von der lokalen Festplatte nutzen.

Video-Station mit VLC

Im Video-Sektor zeigt sich VLC-Player des Videolan-Projekts [5] ebenso flexibel wie Rhythmbox als Audioplayer. Er spielt praktisch alles ab, was sich Multimedia schimpft – angefangen bei Musik (für die es freilich praktischere Programme gibt) über diverse Video-Formate bis hin zu Streams aller Art. Mit einer einfachen, aber praktikablen Steuerung und zusätzlichen Konfigurationsmöglichkeiten bietet sich VLC als Programm-Lieferant an. Hinzu kommt die gut funktionierende Vollbilddarstellung, die den Videogenuss auf dem Fernseher erst vollendet (Abbildung 4).

Abbildung 4: Der VLC-Player bietet diverse Einstellungsmöglichkeiten und einen für Fernsehwiedergabe gut geeigneten Vollbild-Modus.

Wie der Projektname Videolan bereits andeutet, handelt es sich bei VLC um einen Netzwerk-Spezialisten. Über das Menü Medien | Netzwerkstream öffnen gelangen Sie zu einem Dialog, in dem Sie die Netzwerkadresse eines Streams angeben. Dabei kommt VLC mit diversen Adressformen und auch Streaming-Protokollen zurecht. So können Sie auf Quellen direkt im Internet zugreifen oder sich mit einem heimischen Media-Server verbinden.

Auf dem Media-Server kann dazu ebenfalls VLC installiert sein, denn das Programm ermöglicht es auf einfache Weise, einen Stream aus lokalen Dateien im eigenen Netzwerk bereitzustellen. Dazu öffnen Sie über Menü | Stream den kleinen Streaming-Assistenten (Abbildung 5). Dort wählen Sie zunächst das Medium beziehungsweise die Dateien aus, die Sie im Netzwerk verteilen möchten.

Abbildung 5: Streaming mit VLC ist dank des Assistenten leicht zu initialisieren und über viele Softwaregrenzen hinweg möglich.

Im ersten Schritt des Assistenten überprüfen Sie Ihre Medienauswahl noch einmal. Im zweiten Schritt geben Sie unter Ziele das Streaming-Format an und fügen dieses als neues Ziel hinzu. Nun geben Sie die Adresse für das Streaming sowie gegebenenfalls andere geforderte Parameter an. Falls notwendig aktivieren Sie die Umkodierung und definieren das Format dafür.

Im dritten Schritt stehen zusätzliche Einstellungen zur Verfügung. Zudem zeigt der Assistent den erzeugten Befehl für VLC an. Über Stream starten Sie anschließend die Übertragung, die Sie nun im eigenen Netzwerk empfangen können.

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