Desktops

Traditionell dient bei Fedora Gnome als Standard-Desktop. Der Unmut über die eine oder andere Designentscheidung der Gnome-Macher wächst auch bei Fedora-Entwicklern und Nutzern. Red Hat finanziert zum Teil die Arbeit an Gnome. Die in den Fedora-Paketquellen erstmals enthaltenen Forks Cinnamon und Maté zeigen, dass sich der Wind eventuell dreht. Die mit der aktuellen Nautilus-Version einher gehenden Beschneidungen gleichen Sie so Dank des ebenfalls in den Paketquellen enthaltenen Dateimanager-Forks Nemo (Abbildung 2) wieder aus.

Abbildung 2: Fedora 18 liefert den Gnome-Fork Cinnamon und demzufolge den Nautilus-Fork Nemo mit.

Die Unterstützung für Microsoft Exchange in den Online-Konten (Abbildung 3) sowie Skydrive in Gnome Documents geht ebenfalls auf die neue Gnome-Version zurück. Allerdings stürzte Documents beim Startversuch wiederholt ab, Gnome-Online-Accounts kam mit dem im Test eingesetzten Google-Account nicht klar.

Abbildung 3: Gnome Online Accounts unterstützt jetzt auch Microsoft Exchange.

Überhaupt erwies sich das System als wackelig: Nautilus stürzte wiederholt ab, sobald ein angeschlossenes iPhone abgezogen wurde ,oder meldete einen Fehler, obwohl das Gerät sich korrekt auszuhängen versuchte. Die Gnome Shell selbst stützte ebenfalls häufig aus verschiedenen Gründen ab. Beim Test auf einem Notebook traten Problemen mit dem Gnome-Network-Manager auf, der den Breitbandzugang über ein Mobilgerät ohne Warnung ausschaltete.

Ebenfalls neu in Gnome 3.6.2 ist die überarbeite Druckerverwaltung im Gnome-Control-Center, die das Finden und Konfigurieren von lokalen und Netzwerk-Druckern noch einfacher macht. Tatsächlich klappte das Erkennen, Installieren, Konfigurieren und Hinzufügen eines WLAN-Druckers vollautomatisch, also mit einem Mausklick.

Fazit

Der Zustand von Fedora 18 geht anscheinend über das hinaus, was die Nutzer von den Vorgängerversionen kennen und zu tolerieren bereit sind. Es drängt sich der Eindruck auf, dass Fedora 18, nachdem es bereits zwei Monate hinter dem Zeitplan lag, jetzt unbedingt veröffentlicht werden sollte, ganz entgegen dem sonstigen Qualitätsanspruch der Fedora-Macher.

Der Kernel-Entwickler Alan Cox bezeichnet denn in seinem Blog Fedora 18 auch als "schlimmste Red-Hat-Version, die ich je gesehen habe". Nach seiner Ansicht stellt der neue Installer den größte Problemfall dar und ist nach Cox' Dafürhalten nicht zu gebrauchen [10].

Das System weist allerdings ohne Frage noch einige Kinderkrankheiten auf, weshalb Sie Fedora 18 noch ein paar Wochen zur Reife gönnen sollten. Spannend bleibt die Frage, ob die Fedora-Gemeinschaft komplett auf ein Modell mit Rolling-Release umsattelt [11], ebenso wie Ubuntu und OpenSuse es derzeit lebhaft diskutieren. 

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