Boxenstopp
Fedora 18 "Spherical Cow" im Überblick
FedUp und Aktualisierungen
Da Aktualisierungen momentan über den Installer nicht gelingen, kommt dem Thema im laufenden Betrieb eine umso höhere Bedeutung zu. Eine der Neuerungen in Fedora 18 besteht folgerichtig darin, dass das zu Packagekit gehörende Update-Tool Aktualisierungen nicht mehr in jedem Fall direkt einspielt, sondern für ausgewählte Komponenten zunächst lokal ablegt – und zwar so, dass Systemd diese beim nächsten Neustart automatisch erkennt und beim Booten einspielt.
Diese Vorgehensweise soll Probleme mit Aktualisierungen im laufenden Betrieb verhindern. Die System-Updates offline genannte Funktion, Aktualisierungen nur noch beim Neustart des Systems im Update-Modus zu installieren, bevor das reguläre System bootet, vermeidet also inkonsistente Zustände. Wer dem skeptisch gegenüber steht, hat selbstverständlich nach wie die Möglichkeit, sämtliche Updates klassisch via Yum von der Kommandozeile aus einzurichten.
Fedora 18 bringt zudem ein neues Paketmanagement-Werkzeug namens DNF [6] mit, das auf dem Code von Yum 3.4 aufsetzt und das altgediente Tool in einer der künftigen Versionen vollständig ersetzen soll. Neu an DNF ist, dass die Software zum Auflösen von Abhängigkeiten die Bibliothek Libsolv [7] verwendet, die Dependencies deutlich besser bereinigt. Bei OpenSuse kommt die Bibliothek schon länger zum Einsatz. DNF und Yum setzen in Fedora 18 auf der RPM-Version 4.10 auf [8], die angeblich stabiler und schneller arbeitet.
Möchten Sie von Fedora 17 auf Fedora 18 aktualisieren, steht dazu mit dem Fedora Upgrader FedUp ein neues Tool bereit [9]. Es lädt genau wie das alte PreUpgrade die einzuspielenden Pakete der neuen Version herunter und erstellt einen Boot-Eintrag. Im Unterschied zum Vorgänger spielt das neue Tool die Updates nach Auswählen des betreffenden Menü-Eintrags mit Hilfe von Dracut und Systemd direkt ein, noch bevor das System startet. FedUp funktioniert allerdings ausschließlich bei einem Update von Fedora 17.
Kernel und Grafik
Fedora 18 bootet nach einer frischen Installation derzeit noch mit einem Kernel 3.6.10-4, allerdings stand nach dem Aktualisieren der Software-Quelle Updates in PackageKit ein aktualisierter Kernel 3.7.2-204 bereit.
Der Grafik-Stack basiert auf Wayland 1.0, samt Referenz-Composite-Manager Weston, einem X-Server 1.13 und den OpenGL-Treibern Mesa 3D 9.0. Was 3D-Treiber für Nvidia- und AMD angeht, unterstützt Fedora bekanntlich von Haus aus nur die freien Treiber.
Das Setup ermöglicht zusammen mit einigen speziellen Anpassungen in Fedora 18 eine (derzeit noch experimentelle) Unterstützung der PRIME-Infrastruktur, die das Aktivieren von Grafikchips zur Laufzeit ermöglicht, etwa bei Nvidias Optimus-Chips. Inwieweit die noch experimentelle Prime-Unterstützung mit Fedora 18 funktioniert, ließ sich im Test mangels passender Hardware nicht verifizieren.



