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Dateien und Laufwerke dauerhaft löschen

Sicher entsorgt

Die alte Festplatte bei Ebay verkaufen? Kein Problem – wenn Sie die Daten darauf professionell gelöscht haben.

In immer mehr Lebensbereichen entwickeln sich Computer zu unentbehrlichen Hilfsmitteln. Das Zusammenwachsen von Informationstechnologie und Telekommunikation sorgt für ein immer höheres Aufkommen an Daten, die sich auf den heimischen Festplatten sammeln. Wer die Massenspeicher jedoch eines Tages ausrangiert oder sie an einen neuen Besitzer weiterreicht, steht zwangsläufig vor der Frage, wie er private Daten unwiederbringlich löscht. Mit Linux und einigen speziellen Programmen beugen Sie dabei bösen Überraschungen vor.

Grundsätzliches

Für das Verwalten der Daten auf der Festplatte zeichnet das Dateisystem verantwortlich. Zu speichernde Dateien liegen dabei in einer Partition auf dem Massenspeicher, wobei jede Partition erst nach dem Anlegen eines entsprechenden Dateisystems einsatzbereit ist.

Das Dateisystem besteht aus einer Tabelle, die unter anderem genaue Angaben darüber enthält, wo sich einzelne Datenbestände auf dem Massenspeicher befinden. Die Daten selbst können dabei auf mehrere Segmente aufgeteilt sein. Beim Zugriff auf eine Datei fragt das System zunächst die Tabelle mit den Zuordnungen ab, um den entsprechenden Speicherort ausfindig zu machen. Danach steuern die Leseköpfe die eigentliche Adresse an und lesen die Daten aus.

Beim Löschen einer Datei entfernt das Systeme aus Zeitgründen nicht etwa den eigentlichen Datenbestand, sondern nur den entsprechenden Eintrag in der Zuweisungstabelle. Physikalisch liegen die Daten also nach wie vor auf dem Massenspeicher.

Tools, die solche "gelöschten" Dateien wieder herstellen, machen sich diesen Umstand zunutze. Sie prüfen die einzelnen Sektoren des Massenspeichers und bieten dann die Möglichkeit, gefundene Daten über eine modifizierte Zuordnungstabelle wieder zu aktivieren. Erst, wenn die Sektoren auf der Platte überschrieben sind, gelten die Daten für den Laien als unwiederbringlich verloren.

Selbst das Formatieren einer Festplatte überschreibt nicht zwangsläufig vorhandene Datenbestände. Weniger ausgereifte Dateisysteme legen bei diesem Vorgang lediglich eine neue Zuweisungstabelle für die Dateien an, tasten jedoch die auf dem Datenträger noch vorhandenen alten Strukturen nicht an. Das erlaubt es, diese nach sogenannten Schnellformatierungen zu rekonstruieren.

Problemfall MBR

Der Master Boot Record (MBR), den es auf fast allen Festplatte mit installiertem Betriebssystem gibt, enthält eine Tabelle mit den Partitionen auf dem Speichermedium. Das Löschen einzelner Dateien oder Verzeichnisse hat keinen Einfluss auf diesen Bereich. Insbesondere bei wenig ausgereiften Betriebssystemen finden sich Schadprogramme wie Trojaner oder Rootkits, die sich im MBR festsetzen und von dort aus operieren.

Solche Schadsoftware bleibt auch nach dem Löschen der Inhalte einzelner Partitionen und selbst nach dem Formatieren der Festplatte aktiv. Um sie los zu werden, muss man die Festplatte komplett löschen und dabei auch den MBR neu anlegen. In diesem Falle besteht aber keine Möglichkeit mehr, die alte Partitionstabelle mit Tools wie Testdisk oder Gparted zu rekonstruieren.

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