Fertigfutter

In Gimps Filter-Menü finden Sie unter Animation eine Reihe fertiger Funktionen speziell zum Erstellen von Animationen. Eines der einfachen und interessanten Skripts nennt sich Überblenden. Es benötigt drei Ebenen: Die unterste als Hintergrund, über dem die erste in die zweite überblendet. Das geschieht durch das Absenken der Deckkraft bei gleichzeitigem Anheben der der zweiten Ebene. Gimp erzeugt dazu ein neues Bild.

Zum Testen legen Sie mit dem Textwerkzeug drei Ebenen 1, 2 und 3 an und rufen dann den Filter auf. Ein praktischeres Beispiel zeigt Abbildung 1. Das Ausgangsbild bestand dabei aus drei Ebenen (oben im Rahmen). Die unterste dieser Ebenen interpretiert das Skript als Hintergrund, er erscheint in allen Ausgaben. Falls das stört, legen Sie diese wie im Beispiel als leere, transparente Ebene an.

Abbildung 1: Hier "überblendet" Gimp zwischen zwei freigestellte Blumen in insgesamt acht Schritten.

Externe Tools

Während sich für die Standardskripte zumeist in der Online-Hilfe eine Beschreibung findet, sieht es bei denen aus der FX-Foundry nicht so gut aus. Hier gilt es entweder, den Quelltext zu lesen und verstehen, oder intensiv zu experimentieren.

Bei den Animationsskripten bietet das Paket neben Letterdrop noch Overlay Background. Es versieht jede Ebene mit dem Inhalt der Hintergrundebene, also beispielsweise einem Wasserzeichen. Fade blendet eine Ebene in Transparenz aus und benötigt Ebenen ohne Alphakanal. Das Skript Fire Animator erzeugt "Flammen" an den Transparenzkanten, der Hue Changer ... variiert den Farbton, wie es farbiges Licht tun würde. Combine with Background verschmilzt die Hintergrundebene mit allen anderen im Bild.

Der Fire Animator ist besonders interessant und zudem noch einfach anzuwenden. Definieren Sie zunächst eine transparente Ebene, beispielsweise mit dem Textwerkzeug. Danach starten Sie das Skript, das zunächst einen Einstellungsdialog zeigt.

Die darin enthaltenen Parameter wirken sich wesentlichen Einfluss auf das Ergebnis aus (Abbildung 2). Unter Use Background? stellen Sie eine Ebene ein, die als Hintergrund dient. Gimp nutzt dabei den internen Ebenennamen, den Sie als Anwender normalerweise nicht kennen. Um sicher eine bestimmte Ebene zu verwenden, ziehen Sie die die gewünschte mit der Maus auf den Button.

Abbildung 2: Zwei Ausgaben mit dem gleichen Script und unterschiedlichen Einstellungen zeigen die Flexibilität des Fire-Animator-Skripts.

Einen weiteren, besonders leistungsfähigen Script-Filter finden Sie in der Gimp Registry [4] als Teil von GAP, dem Gimp Animation Package [5]. Unter Linux installieren Sie GAP als Paket zumeist direkt über den Paketmanager. Die von der Erweiterung benötigte Funktion heißt Selection to AnimImage ... und findet sich unter Animation im Menü Filter. Sie funktioniert folgendermaßen: Gimp interpretiert die aktuelle Auswahl dabei als Markierung für den "aktiven" Bereich und kennzeichnet den zu bearbeitenden Teil des Bildes.

Die Besonderheit dieses Skripts liegt in der freien Auswahl der bearbeitenden Werkzeuge beziehungsweise Funktionen. Das zeigt sich beim Ausführen des Skripts: Der Dialog fordert Sie beim Erstellen der Animation auf, die gewünschte Funktion zu benennen. Das ist nicht immer ganz einfach, da Sie zunächst den Funktionsnamen kennen müssen (siehe Kasten "Funktionen finden") und Ihnen eine Vielzahl der Gimp-internen Funktionen zur Verfügung stehen. Gimps Online-Hilfe bietet hier Unterstützung. Anschließend definieren Sie die Parameter für die Anfangs- und Endpunkte der Animation. Zwischen diesen animiert Gimp das Bild mit der zuvor angegebenen Anzahl von Schritten (Abbildung 3).

Abbildung 3: Vier Schritte zum Erstellen einer komplexen Animation mit der Funktion Selection to AnimImage ...: Festlegen der Bilderanzahl (oben links), Auswählen der gewünschten Funktion (oben rechts, die Bilder hat Gimp schon in Form von Ebenen angelegt), Einstellen der Anfangs- und Endparameter (unten links) und das Anlegen einer Sicherheitskopie.

Funktionen finden

Suchen Sie zunächst im Filter-Menü nach der gewünschten Funktion, beispielsweise Verbiegen unter Verzerren. [F1] ruft die Online-Hilfe dann mit der Seite http://docs.gimp.org/2.8/de/plug-in-curve-bend.html auf. Dabei ist der letzte Teil immer der (interne) Funktionsname, ausgehend vom Beispiel plug-in-curve-bend. Da Sie dabei auch immer die Beschreibung in der Online-Hilfe sehen, bekommen Sie einen Überblick über die einzelnen Parameter.

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