Vorhang auf!

Animationen mit Gimp erstellen

28.02.2013
Gimp eignet sich nicht nur zum Bearbeiten von Bildern, sondern erstellt mit den richtigen Erweiterungen im Nu ansprechende Animationen.

Viele Gemeinsamkeiten verbinden Animationen und Filme: So bestehen Filme aus vielen Bildern, die eine Video-Containerdatei zusammenfasst; Animationen setzen sich bei Gimp aus vielen Ebenen ("Layer") zusammen, die in einer Bilddatei lagern. Beim Film wechseln sich also die Bilder ab, bei der Gimp-Animation die Ebenen.

Grundlagen

Gimp bietet zum Erzeugen bewegter Bilder prinzipiell zwei Methoden an: Entweder ersetzt die neue Ebene die bestehende ("replace mode"), oder die neuen transparenten Ebenen ergänzen das aktuelle Bild durch den Inhalt der nächsten ("combine mode"). Bei Filmen kommt ein ähnliches Verfahren zum Einsatz, um die Dateigrößen zu reduzieren.

Eine Besonderheit von Gimp besteht darin, dass der Ebenenname diese Modi bestimmt und damit maßgeblich die Darstellung beeinflusst: Endet der Ebenenname mit einer Zeichenkette in Form von (nnn), interpretiert Gimp das als eine Zeitdauer von nnn Millisekunden, in der das Programm die so benannte Ebene anzeigt. Der Parameter besteht aus einer Ganzzahl, der kein Leerzeichen folgt. Auf diese Weise definieren Sie in einem Bild Ebenen mit unterschiedliche Anzeigezeiten.

Gimp erkennt im Ebenennamen noch zwei weitere Angaben, sofern sie an dessen Ende zwischen runden Klammern stehen. Sie beziehen sich auf die oben beschriebenen Ersetzungsmodi: (combine) bewirkt, dass die aktuell angezeigte Ebene weiterhin angezeigt wird und die nächste (transparente) Ebene darüber erscheint. Der Schalter (replace) (voreingestellt) macht das Gegenteil: Er ersetzt die neue Ebene durch die alte. Welche Formate sich zum Erstellen animierter Grafiken eigenen, erklärt der Kasten "Animierbare Bildformate".

Animierbare Bildformate

Animierte Bilder unterstützen derzeit ledigich zwei weit verbreitete Formate: GIF und MNG. Bei GIF handelt es sich um ein altes Format mit vielen Einschränkungen, etwa die Begrenzung auf maximal 256 Farben, nur eine Farbe lässt sich als Transparenz nutzen. Dagegen bietet MNG (Multiple Image Network Graphics, [1]) alles, was das heute weit verbreitete PNG auch kann: Bis zu 16 Bit pro Farbkanal, beliebige Transparenz und verlustfreie Kompression. Kurioserweise kann Gimp das MNG-Format zwar erzeugen, aber nicht wieder einlesen. Sie sollten daher Ihre Animationen zunächst als XCF-File sichern und sie erst anschließend im MNG-Format exportieren.

Ebenen verwalten

Damit die Animation wie gewünscht funktioniert, gilt es, die Ebenen systematisch umzubenennen und umzusortieren. Für letzteres bietet das Menü Ebene eine einfache Lösung: Unter Stapel finden Sie Funktionen, welche die Positionen der aktuellen beziehungsweise aller Ebenen beeinflussen.

Das Umbenennen von Ebenen erledigen Skripte, die Sie zusätzlich installieren müssen, da sie nicht zum Standard-Repertoire von Gimp gehören. Die FX-Foundry [2] enthält mehrere davon. Um sie zu installieren genügt es, den Tar-Ball im Verzeichnis ~/.gimp 2.8/scripts/ zu entpacken. Danach erscheint im Menü der Eintrag FX-Foundry. Die Skripte zum Verwalten der Layer finden Sie unter Multi Layer Tools | Edit Attributes of Layers... und Number Layers... sowie unter Animation | Change Settings....

Bevor Sie sich mit den Skripts der FX-Foundry beschäftigen, lohnt sich ein Blick in das Filter-Menü: Eine Reihe von Gimps Standard-Filtern bieten von sich aus an, Animationen zu erstellen [3].

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