Angetestet

Aktuelle Software im Kurztest

28.02.2013

Filemonitor behält die geöffneten Dateien im Auge

Insbesondere bei der Fehlersuche erweist es sich als hilfreich, zu wissen, welche Dateien und Verzeichnisse gerade geöffnet sind. Das Java-Programm Filemonitor liefert dazu eine übersichtliche Liste. Die Daten dazu ermittelt es allerdings nicht selbst, sondern greift dazu auf das bewährte Konsolenprogramm Lsof zurück. Dessen Ausgabe bereitet Filemonitor dann auf und stellt sie als Tabelle dar. Darin finden sich zu jeder geöffneten Datei Prozess-ID und Prozessname, der Name des gerade zugreifenden Benutzers, der Typ des verwendeten Datei-Deskriptors und der aktuelle Status des Files. Nach dem Start protokolliert das Programm alle Dateizugriffe in Echtzeit fortlaufend mit. Sie können diese Protokollierung jederzeit unterbrechen, um dann mit den erfassten Daten zu arbeiten. Eine Filterfunktion ermöglicht es dabei, die Anzeige auf die relevanten Daten zu beschränken. Damit Filemonitor beim Protokollieren überflüssige Daten erst gar nicht erfasst, dürfen Sie außerdem in den Einstellungen Log-Profile vorgeben. Diese enthalten dann Filterparameter, die bestimmte Dateien, Verbindungen, Prozesse oder Benutzer gezielt erfassen beziehungsweise ignorieren. Beim gezielten Erfassen von Dateien stehen alle Parameter standardmäßig in einer ODER-Beziehung. Im jeweiligen Profil legen Sie bei Bedarf stattdessen auch eine UND-Verbindung fest, die jedoch auch wieder für alle Parameter gilt. Komplexere UND-ODER-Beziehungen unterstützt Filemonitor jedoch nicht. Fällt trotz Filterns die gesammelte Datenmenge noch zu unübersichtlich aus, können Sie zu guter Letzt uninteressante Spalten in der Anzeige ausblenden.

Filemonitor 2.2.0

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://glsof.sourceforge.net

Wertung

Filemonitor sucht gezielt nach geöffneten Dateien und liefert zu diesen alle benötigten Prozess-Informationen in übersichtlicher Form.

Mit Lesspipe kann Less auch in Archive sehen

Wie der Name schon erahnen lässt, handelt es sich bei Lesspipe um einen Input-Filter für das bewährte Programm Less. Dieser ermöglicht Less, den Inhalt von Dateien und Archiven anzuzeigen, deren Typ es von Hause aus nicht unterstützt. Das als Shell-Skript vorliegende Lesspipe wurde für den Einsatz in einer KSH, ZSH oder Bash optimiert. Dabei haben die Entwickler die Funktionen zum Öffnen der unterstützten Formate nicht neu implementiert, sondern greifen auf die jeweiligen bewährten Standardtools wie Gzip oder Rar zurück. Daneben kommen in Lesspipe auch klassische GNU-Tools wie Cat, Cut, Sed oder String zum Einsatz. Mit Hilfe des Tools File ermittelt Lesspipe beim Programmaufruf den Dateityp und greift anschließend auf das geeignete Tool zum Öffnen der Datei zurück. Die Liste der unterstützten Formate reicht von GZIP über TAR, RPM, DEB, CAB, GPG und PDF bis hin zu DOC und XLS. Voraussetzung zum Öffnen dieser Formate ist die Installation der jeweiligen Helferprogramme. Um Lesspipe nahtlos in die Less-Nutzung zu integrieren, müssen Sie die Umgebungsvariable LESSOPEN entsprechend setzen. Tragen Sie dort lesspipe.sh ein, nutzt Less den Eingabefilter bei jedem Aufruf. Ein entsprechendes Konfigurationsbeispiel findet sich auch in den Manpages zu Lesspipe. Neben dem reinen Anzeigen von Formaten bereitet Lesspipe auch Programmcode durch Syntax-Highlighting optisch auf. Dazu greift das Tool auf das mitgelieferte Perl-Skript Code2color zurück. Möchten Sie stattdessen lieber ein anderes Werkzeug zum Syntax-Highlighting nutzen, legen Sie dies über die Umgebungsvariable LESSCOLORIZER fest.

Lesspipe 1.81

Lizenz: GPLv2 Quelle: http://www-zeuthen.desy.de/~friebel/unix/lesspipe.html

Wertung

Das Shell-Skript Lesspipe bohrt das bewährte Less zu einem wahren Anzeige-Allrounder auf. Dank zahlreicher Helferapplikationen gibt es kaum ein Format, das Less damit nicht bewältigt.

Lifeograph, das digitale Notizbuch für den Heimgebrauch

Hinter dem klangvollen Namen Lifeograph verbirgt sich ein GTK-Programm, mit dessen Hilfe Sie persönliche Tage- oder Notizbücher anlegen und verwalten. Das kompakte Tool besitzt kaum Abhängigkeiten und greift lediglich zum Verschlüsseln und für die Rechtschreibprüfung auf die Bibliotheken Gcrypt und Gtkspell zurück. Nach dem Programmstart öffnet Lifeograph ein Übersichtsfenster, das alle verfügbaren Notizbücher auflistet. Auf einer frischen Installation finden Sie hier ein Beispielnotizbuch sowie das Benutzerhandbuch vor. Beide lassen sich nur lesend öffnen und nicht entfernen. Mit dem Schalter Create New legen Sie eigene Notizbücher an. Dabei definieren Sie über einen Dateidialog, wo Lifeograph die zugehörige Datei ablegt. Standardmäßig speichert Lifeograph ihre Notizen als einfache Textdatei, verschlüsselte Notizbücher landen dagegen als passwortgeschützte Binärdatei auf der Platte. Nachdem Sie eine Datei für das neue Notizbuch erzeugt haben, lädt Lifeograph das leere Buch. Am rechten Rand des Programmfensters stehen ein Kalender und ein Navigationsmenü mit sämtlichen Einträgen zur Verfügung. Diese sortiert Lifeograph standardmäßig nach Datum, auf Wunsch aber auch nach Größe oder letzter Änderung. Durch Anlegen von Kapiteln und sogenannten Topics lassen sich die Einträge außerdem strukturiert ablegen. Während Topics die Einträge lediglich unter einem Oberbegriff zusammenfassen, können Sie bei Kapiteln auch einen Zeitraum festlegen. Die eigentlichen Informationen befinden sich in den Einträgen. Ein einfacher Editor, der die gängige Wiki-Syntax unterstützt, erleichtert die Dateneingabe. Abschließend können Sie den Eintrag mit einer eindeutigen Markierung versehen. Eine Schlagwortübersicht am linken Rand listet alle Markierungen auf. Ebenfalls am linken Rand befindet sich das Themenmenü. Hier passen Sie das Erscheinungsbild von Lifeograph Ihrem persönlichen Geschmack an.

Lifeograph 0.11

Lizenz: GPLv3

Quelle: https://launchpad.net/lifeograph

Wertung

Lifeograph bietet eine komfortable Alternative zu klassischen Tage- und Notizbüchern. Die eingebaute Verschlüsselung schützt Privates vor neugierigen Blicken.

Smplayer, die grafische Oberfläche für Mplayer

Der Multimedia-Player Mplayer gilt als Standardtool zur Audio- und Video-Wiedergabe unter Linux. Eine komfortable Bedienung zählt jedoch nicht zu den Stärken des Konsolenprogramms. Hier springt Smplayer in die Bresche und macht alle wichtigen Funktionen von Mplayer über seine grafische Oberfläche leicht zugänglich. Die Pulldown-Menüs Wiedergabe, Video, Audio, Untertitel, Navigation und Optionen beherbergen dabei alle notwendigen Einstellungsmöglichkeiten. Klassische Player-Symbole in der Fußleiste des Programms erlauben das bequeme Vorspulen, Pausieren, ein Anpassen der Lautstärke sowie das Maximieren des Bilds. Ein Fortschrittsbalken zeigt dabei an, wie viel der Media-Datei bereits wiedergegeben wurde. Wichtige Funktionen wie Vollbild oder Pause lassen sich außerdem über Tastenkürzel erreichen. Als grafische Oberfläche von Mplayer unterstützt Smplayer eine Vielzahl an Multimedia-Formaten und kann auch DVDs, VCDs, Videostreams oder Internet-Radioprogramme wiedergeben. Dabei ermöglicht das Tool Ihnen, in das Bild hinein zu zoomen, die Seitenverhältnisse anzupassen oder das Bild nach Belieben zu spiegeln und zu drehen. Selbst ein Bildschirmfoto gelingt mit Smplayer problemlos. In Audio-Dateien wechseln Sie bei Bedarf zwischen verschiedenen Tonspuren und Kanälen. Filterfunktionen normalisieren auf Wunsch die Lautstärke, ein Equalizer ermöglicht die Feinabstimmung des Klangs. Falls vorhanden, blendet das Programm auch Untertitel ein, wobei sich die Schriftgröße beliebig variieren lässt. In den Programmeinstellungen legen Sie fest, welche Geräte als CD/DVD-Player dienen, welche Audio- und Video-Treiber zum Einsatz kommen oder welche Größe die Pufferspeicher für Streaming, DVD oder Audio-CDs haben sollen. Dabei dürfen Sie die Speichergrößen für jedes Medium individuell setzen.

Smplayer 0.8.3

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://smplayer.sourceforge.net

Wertung

Smplayer macht die Bedienung von Mplayer zum Kinderspiel. Das Tool glänzt mit einer intuitiven übersichtlichen Oberfläche, in der Sie das Wiedergabeverhalten den eigenen Wünschen anpassen.

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